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6. Jahrgangsstufe

Die Kapitelangabe bezieht sich auf unser Lehrbuch „Cursus“.

Alltags- und Privatleben im antiken Rom

Familie (Kap.1)

In Rom bedeutete „Familie“ mehr als Eltern und Kinder; es war vielmehr die Gemeinschaft all derer, die unter der Gewalt des pater familias („Familienoberhaupt“; familias ist eine alte Genitivform) lebten. Dazu gehörten neben den Kindern auch die Sklaven. So konnte eine „Familie“ mitunter mehrere hundert Köpfe zählen. Der pater familias gebot über alle Personen der „Familie“ und bestimmte über deren gesamtes Vermögen. Seine Macht war umfassend. Eine derartige Familien-und Gesellschaftsstruktur wird als „patriarchalisch“ bezeichnet (lat. pater + griech. arché „Herrschaft“).

Obwohl die Frauen politisch nicht tätig sein konnten, waren sie für den römischen Staat sehr wichtig. Ihr Betätigungsfeld lag insbesondere in der Familie. Ein wesentlicher Bereich der „Matrone“ (matrona) war hier die Erziehung der Kinder. Im Haus teilten die Frauen ihre Arbeit selbständig ein und beaufsichtigten das Personal. Dabei war die römische Frau keineswegs nur an das Haus gebunden. Sie begleitete ihren Mann zu Festen und Feiern, auch ins Theater und in den Circus, trat also durchaus in der Öffentlichkeit auf.

Wohlhabende Familien bewohnten in der Stadt luxuriöse, mit Malereien und Mosaiken geschmückte Häuser, die mit Räumen im Obergeschoss und einem Garten ausgestattet waren. Oft besaßen sie außerhalb der Stadt ein Landgut (villa). Die wichtigsten Räume einer villa waren atrium (Eingangsraum mit Wasserbecken) , triclinium (Speisezimmer) , tablinum (Wohnzimmer) sowie Schlaf- und Vorratsräume.

Weniger begüterte bzw. arme Familien mieteten sich in mehrstöckigen Mietshäusern (insulae) ein, deren Einzelwohnungen oft weder über einen Wasseranschluss noch über einen Kamin für den Herd verfügten.

Namensgebung (Kap.2)

Ein männlicher Römer, der kein Sklave war, trug meist drei Namen, z.B. Marcus Tullius Cicero.

  • Marcus
    Vorname
    praenomen
  • Tullius
    Name des gens (Großfamilie)
    nomen gentile (Familienname)
  • Cicero
    Beiname
    cognomen

Mädchen und Frauen trugen oft nur den Gentilnamen, wie z.B. Claudia (aus der gens der Claudii). Syrus ist z.B. ein typischer Sklavenname: Er verrät die Herkunft aus der Provinz Syrien.

Abkürzungen der wichtigsten männlichen Vornamen:

  • A.  ... Aulus
  • C.  ... Gaius
  • Cn.  ... Gnaeus
  • D.  ... Decimus
  • L.  ... Lucius
  • M.  ... Marcus
  • P.  ... Publius
  • Q.  ... Quintus
  • S.  ... Sextus
  • T.  ... Titus

 

Sklaven (Kap.8)

Sklaven (servi) waren Menschen, die ihre Freiheit verloren hatten (oder in der Sklaverei geboren waren) und ihre Arbeitskraft dem Herrn zur Verfügung stellen mussten. Sie waren meist Kriegsgefangene aus Ländern, die das römische Heer erobert hatte, oder Menschen, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen konnten und mit ihrer Person für ihre Schulden hafteten. Ein Sklave galt in rechtlichem Sinn nicht als Mensch, sondern als Sache und konnte wie jede beliebige Ware auf dem Markt verkauft werden. Dem Besitzer von Sklaven war von schwerer körperlicher Misshandlung bis zur Tötung des Sklaven alles erlaubt. Besonders hart war die Arbeit der Sklaven in Steinbrüchen, Bergwerken und auf den Gütern (Latifundien) der Großgrundbesitzer. Sklaven hingegen, die über besondere Kenntnisse z.B. als Ärzte, Erzieher, Handwerker oder Verwalter in privaten Haushalten verfügten, führten meist ein wesentlich besseres Leben; ihnen wurde oft eine recht große Selbständigkeit zugestanden.

Gladiatoren (Kap.9)

Die Gladiatorenspiele entwickelten sich in Rom zum Massenspektakel (vgl. panem et circenses -“Brot und Spiele“). Bei den Gladiatoren handelte es sich meist um Sklaven, Kriegsgefangene und Verbrecher, die in Galdiatorenschulen mit hartem Training auf ihre Kämpfe vorbereitet wurden. Sie kämpften mit dem Schwert (gladius) oder mit anderen Waffen (z.B. Netz und Dreizack). Die mit den Kämpfen verbundene Lebensgefahr verdeutlicht auch der Gruß, mit dem sich die Gladiatoren an den Kaiser wandten: Ave Caesar, morituri te salutant („Sei gegrüßt, Kaiser, die dem Tod Geweihten grüßen dich!“)

Römisches Recht (Kap.5)

Im 5. Jh. V. Chr. hielten die Römer zum ersten Mal Regeln für das Zusammenleben im Staat in schriftlichen Gesetzen fest. Aus diesen ersten Gesetzen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte das Recht fast aller europäischen Staaten.
Als wichtiger Grundsatz galt: „in dubio pro reo“(im Zweifel für den Angeklagten).
Die als Frau dargestellte „Iustitia“ (Gerechtigkeit) symbolisiert mit ihren Attributen Augenbinde, Waage und Schwert die drei Grundlagen der gerechten Bestrafung nach dem Gesetz: Unparteilichkeit, Bestrafung und ein ausgewogenen Strafmaß.

Religion und Mythen

 

Griechische und römische Götter (Kap.12)

Die römische Religion war polytheistisch, d.h. es gab viele Götter und Gottheiten. Sie wurde als verbindlicher Staatskult im römischen Reich praktiziert, bei dem die gewissenhafte Beachtung der kultischen Bräuche bei Opfer und Gottesdienst von höchster Bedeutung war. Die Götter stellte man sich menschengestaltig (= anthropomorph) vor. Die Erkundung des Willens der Götter durch sachkundige Priester und Seher (s. Orakel und Auspizien) war sehr wichtig. Während der römischen Republik übte der pontifex maximus das höchste Priesteramt aus, in der Kaiserzeit hatte der Herrscher diese Funktion inne. (Bis heute führt der Papst den Titel pontifex maximus.)

Folgende zwölf Götter werden auch Olympische Götter genannt, da die Griechen glaubten, sie wohnten auf dem höchsten Berg ihres Landes, dem Olymp; die Römer identifizierten die griechischen Götter mit den entsprechenden römischen Gottheiten („interpretatio Romana“): luppiter/Zeus, Iuno/Hera, Minerva/Athene, Apollo/Apollon, Diana/Artemis, Venus/Aphrodite, Neptunus/Poseidon, Mercurius/Hermes, Mars/Ares, Vulcanus/Hephaistos, Ceres/Demeter, Vesta/Hestia. Wichtig war auch der Weingott Dionysos, zu dessen Ehren in Athen die Dramenaufführungen stattfanden; er wurde dem der römische Bacchus gleichgesetzt. Die Schicksals-und Glücksgöttin Fortuna wurde ebenfalls in Tempeln verehrt.
Die Römer stellten sich das Verhältnis zu ihren Göttern recht einfach vor: Wer von einer Gottheit Hilfe wollte, musste ihr dafür ein Opfer darbringen. Dieses Verhältnis zwischen Gott und Mensch wird lateinisch mit den Worten Do, ut des („Ich gebe, damit du gibst“) beschrieben.

Informiere dich z.B. in deinem Lateinbuch darüber, an welchen Attributen und Ausrüstungsgegenständen du die genannten Gottheiten erkennen kannst! (-> Internet)

Hausgötter (Kap.16)

Laren und Penaten sowie der genius (Schutzgott des Hausherrn) waren die Schutzgötter des römischen Hauses; in jedem Privathaus gab es einen Altar (lararium), auf dem ihnen regelmäßig geopfert wurde. Über ganz Rom wachten die „Penaten des römischen Volkes“, die im Vesta–Tempel verehrt wurden. Um diese Gottheiten rankten sich zahlreiche Mythen (Sagen). So erzählte man sich, dass sie ursprünglich aus Troja stammten, weil Aeneas sie von dort hergebracht habe.

Tempel (Kap.16)

Griechische und römische Tempel sind meistens rechteckige, von Säulen umgebene Gebäude. Es gab auch Rundtempel. Sie waren einer oder mehreren Gottheiten geweiht, deren Statuen im Tempelinneren, der cella, hinter der offenen Säulenvorhalle, standen. Dieser Innenraum war in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Opfer wurden auf einem Altar vor dem Tempel dargebracht. Viele Tempel wurden den Göttern zum Dank für militärische Erfolge erbaut oder sollten an verstorbene Kaiser erinnern, die auch als Götter verehrt wurden.
Architektonisch lassen sich die Bauten auch nach der verwendeten Säulenordnung, der dorischen, ionischen oder korinthischen, unterscheiden. Informiere dich auch über die für den antiken Tempelbau wichtigen Begriffe Cella, Giebel und Fries!

Orakel und Auspizien (Kap.12)

In der Antike hatten Weissagungen von Orakeln große Bedeutung. Die berühmteste Orakelstätte der Antike war das Apollon–Heiligtum von Delphi in Griechenland. Verschiedenste Menschen wandten sich mit ihren Fragen an Apoll; oft erhielten sie von der Seherin und Orakelpriesterin Pythia Antworten, die mehrere Deutungen zuließen.

Da bei den Römern alle politischen Maßnahmen der Zustimmung der Götter bedurften, war es von großer Bedeutung, deren Willen zu erkennen. Hierzu gab es Priester, die z.B. aufgrund der Beobachtung des Vogelflugs oder anhand von Himmelszeichen (Blitz) oder der Eingeweide (Leber) der Opfertiere, die Wünsche der Götter erkundeten.

Sehr bekannt sind die Sprüche des delphischen Orakels, die Krösus bzw. Laios erhielten: Dem sprichwörtlich reichen König Krösus wurde vorhergesagt, er werde ein großes Reich zerstören, wenn er in den Krieg ziehe –d as der Gegner, wie er hoffte, sein eigenes, wie sich dann später herausstellte. Laios, der Vater des Ödipus, erhielt das Orakel, wenn er einen Sohn zeuge, werde dieser seinen Vater töten und seine Mutter, Laios´ Frau, heiraten obwohl Laios alles tat, um dieses Schicksal zu verhindern, trat es letztlich ein.

Mythen (Kap.12)

Das griechische Wort „Mythos“ bedeutet „Wort“ oder „Erzählung, Sage“. Mythen gibt es in allen Kulturen der Welt. Mythen erklärten den Menschen die Zusammenhänge der Welt in Bildern. Mit Mythen versuchten Menschen vor dem Aufkommen von Wissenschaft und Geschichtsforschung auch die Entstehung und das Wesen der Welt sowie die Urgeschichte zu beschreiben und zu verstehen. Eine wichtige Rolle in den antiken Mythen spielen die Götter.

Informiere dich in deinem Lateinbuch (S. 70) oder im Internet über die Sage von Sisyphus, Dädalus und Ikarus oder Europa.

Rom und seine Bauwerke

Forum Romanum (Kap.5) (-> Internet)

Das Forum Romanum, ein großer Marktplatz im Herzen Roms, war das politische, religiöse und wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Hier waren bedeutende Tempel (z.B. der des Saturn und der Vesta), die Via sacra (heilige Straße), Markt- und Gerichtshallen (basilicae), die Kurie (curia), die das Versammlungsgebäude des Senats war, die Rednerbühne (rostra) und zahlreiche Läden. Auf diesem Forum, das man sich als großen Marktlatz vorstellen kann, wurden auch Gerichtsverhandlungen abgehalten, religiöse Feste gefeiert und politische Entscheidungen getroffen.

Kapitol (Kap.5)

Das Kapitol ist der bedeutendste der sieben Hügel Roms. Auf ihm stand unter anderem der Tempel des Iuppiter Optimus Maximus, des höchsten aller römischen Götter. In seinem Tempel verehrte man auch Iuno und Minerva.

Der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika heißt auch heute noch United States Capitol

Kolosseum-Amphitheater (Kap.9) (-> Internet)

Im Amphitheater saßen die Zuschauer auf einer Tribüne, die rund um den Kampfplatz, die Arena, gebaut war. Das größte Amphitheater der Antike war das im 1. Jh. n. Chr. erbaute Flavische Amphitheater (nach dem Kaisergeschlecht der Flavier), bekannt als Kolosseum. In Rom. Es fasste ca. 55.000 Zuschauer. In ihm wurden zur Unterhaltung des Publikums Gladiatorenkämpfe oder Tierhetzen ausgetragen. Das Kolosseum konnte für künstliche Seeschlachten sogar geflutet werden.

Triumpfbogen (Kap.5)

In der Nähe des Kolosseums steht bis heute der Konstantinbogen, ein dreitoriger Triumpfbogen, der zu Ehren des Kaisers Konstantin im 4. Jh. n. Chr. erbaut wurde.

Antike Triumpfbogen dienten mächtigen Herrschern bis heute als Vorbilder für entsprechende Bauwerke. Am bekanntesten sind z.B. der Arc de Triomphe in Paris oder das Brandenburger Tor in Berlin. Auch das Siegestor in München orientiert sich am Vorbild des Konstantinsbogens in Rom.

Circus Maximus (Kap.4)

Der Circus Maximus war eine Rennbahn für Wagenrennen und fasste zur Zeit des Augustus ca. 150.000 Zuschauer. Die Wagenlenker der Viergespanne (quadrigae) mussten sieben Mal den Mittelstreifen umrunden bis der Sieger feststand.

Thermen (Kap.7)

In den Thermen bot sich den Besuchern ein vielfältiges Freizeitangebot: man konnte sich massieren und frisieren lassen, in den Parks spazieren gehen, in der Bibliothek lesen oder einen Imbiss einnehmen.
Es gab hier Kaltwasserbecken (frigidarium), warmes Wasser (caldarium) und lauwarmes Wasser (tepidarium ) , dazu noch die Schwitzkammern (laconicum).

Das nötige Wasser lieferten die Aquädukte (Wasserleitungen), die Quellwasser aus den Bergen in die Städte leiteten.
In Rom gab es ca.100 öffentliche Bäder, die Menschen aller Einkommensklassen dazu einluden, sich für wenig Geld zu vergnügen -Männer und Frauen getrennt.

Das Imperium Romanum und seine Provinzen (Kap.3; 11)

Innerhalb weniger Jahrhunderte hatten die Römer vom Kernland Italiens ausgehend Zug um Zug fast die ganze damals bekannte Welt unterworfen. Die Gesamtheit aller eroberten Gebiete nannte man das römische Reich (Imperium Romanum). Es reichte von Britannien bis Nordafrika, vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer. Die von Rom besiegten Länder wurden zu sog. Provinzen gemacht, d.h. sie wurden unter die Aufsicht eines Statthalters gestellt und die Bewohner mussten jedes Jahr hohe Steuerabgaben an Rom zahlen. Zur Zeit der größten Ausdehnung umfasste das Imperium Romanum ca. 40 Provinzen. Es war üblich, Konsuln und Prätoren im Jahr nach ihrer Amtsführung in Rom als so genannte Prokonsuln bzw. Proprätoren mit der Leitung einer Provinz zu betrauen.

Bekannt ist vor allem die Provinz Gallia, da Caesar deren Unterwerfung in seinem Werk De bello Gallico beschreibt, das du in Jahrgangstufe 9 kennen lernst: Als Gallien bezeichnete man das Gebiet, das in etwa dem heutigen Frankreich entspricht. Vor der röm. Eroberung lebten dort vorwiegend Kelten. Im 2. Jh. v.Chr. begannen die Römer gallische Gebiete zu erobern und nannten das zuerst eroberte Gebiet (im heutigen Südfrankreich) provincia, wovon sich der heutige Name „Provence“ herleitet. Caesar dehnte später den römischen Machtbereich auf ganz Gallien aus.

Vier römische Provinzen lagen im späteren Deutschland bzw. im späteren deutschen Sprachraum:

 

  • Germania inferior ~ Rheinland, Belgien, Luxemburg
  • Germania superior ~ Baden–Württemberg, Elsass
  • Raetia ~ Teile Bayerns, Österreichs und der Schweiz
  • Noricum ~ östliche Teile Bayerns, Österreich.

Limes (Kap.18)

Der Limes, ein ca. 550 Kilometer langer Grenzwall zwischen Rhein und Donau, diente der Grenzsicherung in Germanien. Er war nicht an allen Stellen gleichermaßen gut ausgebaut. Während man mancherorts auf Flüsse als natürliche Grenzen vertraute und nur vereinzelte Lager anlegte, andernorts nur Palisadenzäune aus Baumstämmen errichtete, wurden an manchen Stellen auch Steinmauern, Wälle und Gräben errichtet und große Kastelle erbaut, die ein sichtbares Zeichen der Macht darstellten und oft mehrere tausend Legionäre samt ihren Familien, die außerhalb des Lagers lebten, beheimateten. Auf dem Boden dieser Kastelle entstanden später oft große Städte wie zum Beispiel Regensburg, das auf das Militärlager castra Régina zurückgeht. Der Limes war eine offene Grenze, an der weiterhin Handel zwischen Germanen und Römern betrieben werden konnte. Er war das größte Bauwerk in der damals bekannten Welt und wurde im Jahre 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Auch in anderen Gebieten des Imperium Romanum gab es Grenzen, die durch einen Limes gesichert wurden, z.B. in Großbritannien, wo der im 2. Jh. n.Chr. erbaute Hadrians-Wall die Nordgrenze des Reiches bildete.

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