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Verabschiedung von StD Hans Grichtmaier

Nach exakt 30 Dienstjahren an unserer Schule geht StD Hans Grichtmaier zum Ende dieses Schuljahres in den vorgezogenen Ruhestand.

Als Sohn einer traditionsreichen Moosburger Familie war er einer der wenigen „echten" Moosburger. Die an unserer Schule unterrichteten, was bezüglich der Kommunikation mit den Schülern im regionalen Dialekt, der in den 80er Jahren fast ausschließlich von weit über 90 % der Schüler gesprochen wurde, sehr von Vorteil war. Nach dem Studium der Schulmusik mit den instrumentalen Schwerpunkten Klavier und Violine in München und seines Referendariates in München und Neustadt/Waldnaab war er als junger Studienrat z.A. in Regensburg und Neumarkt tätig. 1979 wurde seinem Versetzungswunsch entsprochen,  und er wurde an seinem Heimatort Moosburg am damals noch namenlosen Gymnasium als Musiklehrer eingesetzt. Von Anfang an leitete er als Fachbetreuer für Musik das musikalische Ressort an der Schule.

30 Jahre Musiklehrer in Moosburg bedeutete nicht nur, unzählige Schüler zu unterrichten und viele, oft stressige Chorproben abzuhalten, es hieß auch 30 mal Sommerkonzert und 30 mal Weihnachtskonzert, die allesamt ein Erfolg und eine große Freude für die Zuschauer waren. Am schönsten war es zu sehen, mit welchem Eifer, Engagement und mit welcher Begeisterung Generationen von Schülern - heute oft schon Kinder der Anfangsschülergenerationen - sangen und musizierten. Hans Grichtmaier ist es gelungen, seine Leidenschaft für Musik an die weiterzugeben, die er unterrichtete.

Während seiner langjährigen  Dienstzeit kam es neben oben genannten Konzerten zu zahlreichen weiteren Highlights. Unter seiner musikalischen Leitung wurde die Kinderoper„Brundibar" (mit Frau OStRin Helga Skudelny) zur Aufführung gebracht, ebenso die „Dreigroschenoper, die „Carmina Burana", das Musical „Joseph" und die ersten beiden Teile von Handels „Messias". Eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Südtiroler Landesorchester (Dirigent: R. Sigmund) und dem Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München waren die Aufführungen von Haydns „Schöpfung" in Moosburg und Meran. Unvergessen ist ebenfalls das Mozartrequiem, eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Wilheim-Hausenstein-Gymnasium  München  und dem  Maristen-Gymnasium Furth, das von OStD Wolfgang Hansjakob initiiert wurde und in Moosburg, München und Bry-sur-Marne, der französischen Partnerstadt von Moosburg, zur Aufführung kam.

Große Erfolge feierte auch die „Cäcilienmesse" von Charles Gounod dieses Jahr, die in München, Moosburg und Bry-sur-Marne genossen werden konnte (eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München / OStD Wolfgang Hansjakob und den „Violons de Bry"). Neben seinem Einsatz im Fach Musik war Hans Grichtmaier, von Schülern und Kollegen liebevoll oft „da Grichtl" genannt, auch mit der Funktion des Mittelstufenbetreuers betraut.

Trotz des großen Engagements für unsere Schule vergaß er nie das zu entwickeln, was die Römer „ars vivendi" nannten, bei den Franzosen „savoir vivre" heißt und ins Deutsche übersetzt soviel wie „die Kunst zu leben" bedeutet. Diese Kunst beherrscht Hans Grichtmaier insofern, als er nie die sonnigen Seiten des Lebens bis auf die Zeit nach der Pensionierung verschoben hat. Er war stets nicht nur auf der Suche nach dem Schönen, Freudebringenden in seinen vielfältigen Erscheinungsformen, sondern erkannte es auch, wenn es da war, und konnte es genießen. Neben der Musik gehören auch Literatur, Architektur, Geselligkeit und die Erforschung kultureller Besonderheiten unserer europäischen Nachbarländer dazu. Gutes Essen und guter Wein spielen dabei eine nicht untergeordnete Rolle. Das Genusserlebnis setzt jedoch nicht zwingend teure Eliteprodukte voraus, sondern kann auch durch bodenständige, einfache Kost erzielt werden, Hauptsache, sie ist „comme il faut", einer der Lieblingsausdrücke Hans Grichtmaiers, was soviel heißen soll wie „Das Gericht ist so zubereitet, wie es sein soll, und in seiner Art nicht zu übertreffen".

Bei einer Fortbildungsveranstaltung am Gymnasium Unterhaching im Februar 2005, an der alle Moosburger Kollegen teilnahmen, verglich Frau MRin Regina Pötke in ihrem Vortrag die Lehrer mit Luchsen, um die befreiende Wirkung der Schulentwicklung, insbesondere der Modusmaßnahmen, metaphorisch zu veranschaulichen. Sinngemäß sagte sie, die neuen Modusmaßnahmen öffneten den Luchsen (= Lehrern) die Tür des Käfigs, in dem sie bis dato gesessen hätten, und viele trauten sich nur ganz zögerlich eine Pfote ins Freie zu strecken. Dieser Vergleich mag durchaus für viele Lehrer zutreffen, nicht aber für Hans Grichtmaier.

Er hätte sich nie und von niemandem in einen Käfig sperren lassen und schon gar nicht brav abgewartet, ob ihm jemand irgendwann einmal die Tür aufsperrt. Er zog schon immer das Leben in der freien Wildbahn vor und wird seine Streifzüge in Zukunft noch ausgedehnter und uneingeschränkter gestalten können. Ein nagelneues Kofferset steht übrigens in seinem Hausflur schon bereit.

Für Dein zukünftiges Leben ohne berufliche Pflichten wünschen wir Dir, lieber Hans, dass nicht nur beim Essen, sondern überhaupt alles „comme il faut" sein möge.

Urte Obermayer

 

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