Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Nachrichten | intern | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        










Karl Ritter von Frisch (1886-1982)

Namenspatron der Schule - ein begnadeter Lehrer und Wissenschaftler

Wenn eine Schule sich eine Person sucht, deren Namen sie führen möchte, dann gibt es verschiedene Überlegungen anzustellen. Hat die Person etwas mit dem Schulort zu tun? Was hat sie Herausragendes geleistet? Kann sie als Persönlichkeit Vorbild der Jugend sein, das Interesse der Jugendlichen an ihrer Schule wecken? In der Person Herrn von Frischs steht eine Lehrerpersönlichkeit vor uns, die in vieler Hinsicht nicht nur hervorstechende wissenschaftliche Leistungen erbracht hat, sondern als Mensch Generationen von Studenten und Schülern vielfältige Anregungen vermitteln kann.

Die Sammlung von Druckerzeugnissen, die als Autor den Namen Karl von Frischs tragen, umfasst 12 Bücher und etwa 140 Veröffentlichungen in Zeitschriften. Die Familie unseres Namenspatrons stammt väterlicherseits aus dem böhmischen Raum. Der Vater Anton Ritter von Frisch war Universitätsprofessor (Chirurgie) in Wien, und Assistent bei Billroth, dessen Leben dem Kampf gegen das Kindbettfieber galt. Zwei der drei Brüder Karl von Frischs waren ebenfalls Universitätsprofessoren, der dritte Direktor der Studienbibliothek in Salzburg. Mütterlicherseits kommen die Vorfahren Karl von Frischs aus Preußisch-Schlesien. Vier Brüder der Mutter Marie, geb. Exner, waren ebenfalls Universitäts-Professoren (Romanist, Mathematiker, Physiker und Physiologe). Die jüdische Abstammung einer Urgroßmutter sollte Professor von Frisch während der Zeit des Dritten Reiches einige persönliche Schwierigkeiten bringen.

Bereits der kurze Überblick über die Familie des Geehrten zeigt, wie viel geistige Potenz hier schon auf den Heranwachsenden Einfluss genommen hat. Will man die Person unseres Namenspatrons besser verstehen, so sollte man neben den wissenschaftlichen Publikationen vor allem zwei Büchlein in die Hand nehmen: "Erinnerungen eines Biologen" und "Fünf Häuser am See". Vieles deckt sich im Inhalt der beiden Bändchen, aber gemeinsam vermitteln sie doch das Bild eines vielseitig begabten, interessierten und in einem besonderen Maße mit der Natur verwachsenen Menschen, der stets offenen Auges mit kritischem Verstand und analytischer 'Fähigkeit seiner Umwelt begegnet.

Es mag auch für den Leser dieser Zeilen nicht ohne Interesse sein, in den Lebenserinnerungen Karl von Frischs zu blättern, und so etwas über Erlebnisse und Gedanken des hoch geehrten Biologen zu erfahren. In seiner Gymnasialzeit hatte er bereits neun verschiedene Arten von Säugetieren, 16 Vogelarten, 26 verschiedene Kriechtiere und Lurche, 27 Fischarten und 45 Arten von wirbellosen Tieren in Pflege. "Meiner Mutter werde ich die Duldsamkeit gegenüber diesen, nicht immer angenehmen Hausgenossen nicht vergessen." Wohl nicht verwunderlich und für so manchen berühmten Forscher charakteristisch mögen die Gedanken an die Gymnasialzeit klingen: "Ich war ein schlechter Schüler, ausgesprochen unbegabt für Sprachen und für Mathematik. Von der ersten bis zur letzten Klasse hatte ich Nachhilfestunden in Latein und Griechisch bei einem hervorragenden Humanisten, dem ich durch meine Unzugänglichkeit für die Lehren der Grammatik und durch meine permanente Unkenntnis der Vokabeln manchen Kummer bereitet habe." Über seinen Mathematiklehrer schreibt der Autor: "Pater Benedikt kannte meine biologische Neigung und Veranlagung und obwohl ich in punkto Mathematik ein Brett vor dem Kopf hatte, ließ er mich immer noch durchrutschen. In der Meinung, dass ich für meinen künftigen Beruf nicht an diesem Fehler scheitern dürfte, half er mir in seinem stillen Kämmerlein so wirksam über die Schwierigkeiten hinweg, dass auch in diesem Fach die Matura (Abitur) gut vorüberging."

Karl von Frisch begann 1905 auf Wunsch des Vaters sein Medizinstudium, da die Zoologie, zu deren Studium es ihn drängte, "keinen goldenen Boden" habe. Bezeichnend für seine Einstellung zu allem Lebendigen ist der Bericht Über die ersten Versuche zu wissenschaftlichen Arbeiten. Dabei musste er die Augen lebender Krebse mit elektrischen Strömen reizen, was den Tieren sichtlich unangenehm war. "Jeder Versuch kostete mich eine Überwindung", schreibt Frisch und weiter heißt es, "zu ähnlichen Versuchen an Vögeln und Säugetieren ... hätte ich mich auch später kaum entschließen können." Nach vier Semestern legte er das Physikum in allen sechs Fächern mit Auszeichnung ab; mit Ablauf des fünften Semesters wechselte er zur Zoologie und ging von Wien nach München zu Professor Richard Hertwig.

Nach drei Semestern in München kehrte der Student - auf Wunsch der Eltern - nach Wien zurück und promovierte dort bei Professor Grobben über ein vergleichend-physiologisches Thema, das sich mit Farbwechselversuchen bei Elritzen auseinandersetzte. Im WS 1909/10 legte von Frisch das Rigorosum ab und begann anschließend erste Untersuchungen Über die Lichtempfindlichkeit des Zwischenhirns bei Elritzen ("Stirnauge"), eine Frage, die erst in den sechziger Jahren (also nach mehr als 50 Jahren) ihre endgültige Antwort finden sollte und in entsprechender Aufgabenstellung noch Thema Tür die letzte Doktorandin Professor von Frischs gewesen ist. Ein Beispiel, wie viel Zeit, Geduld und auch Phantasie nötig sind, Beobachtungen im Bereich des Lebendigen auf ihre Kausalität hin zu untersuchen und wie schädlich es sein kann, vorschnelle Schlüsse zu ziehen, wie es heute so oft - leider auch in den Naturwissenschaften und besonders der Medizin - geschieht.

1910 ging Frisch als Assistent Hertwigs nach München. Hier erfuhr er den entscheidenden Anstoß für seine späteren wissenschaftlichen Arbeiten durch die von ihm aufgrund eigener Beobachtung kritisch bewerteten Ansichten des Ophtalmologen C. von Hess, dass Fische und alle wirbellosen Tiere total farbenblind seien. 1912 habilitierte er sich mit einer Arbeit Über "Farbwechsel und Farbensinn der Fische."

Im Sommer dieses Jahres - also vor genau 70 Jahren - wurden in Brunnwinkl am Wolfgangsee, dem Sommersitz der Familie, erstmals Bienen -Tür die auch bis dato die These der totalen Farbenblindheit galt - zu Versuchstieren. Pfingsten 1914, wenige Monate vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, stellte von Frisch die Ergebnisse seiner Farbdressur-Versuche dar Zoologischen Gesellschaft in Freiburg vor. Wie ernst es der junge Dozent mit seinen Arbeiten nahm, sagt er selbst in den Erinnerungen: "Zu den gesicherten Ergebnissen einer experimentellen Untersuchung ist es ein langer Pfad, gepflastert mit oft mühevoller Suche nach den besten Methoden, mit Irrtümern und Sackgassen, mit Zweifeln über den rechten Weg und Sorgen um übersehene Fehlerquellen, mit Enttäuschungen und Rückschlägen aller Art... Ich war oftmals, auch in späterer Zeit, wochenlang bedrückt und schwermütig, wenn es mit der Arbeit nicht nach Wunsch vorwärts ging, und überzeugt von meiner Unzulänglichkeit."

Während des Ersten Weltkrieges arbeitete Frisch - er war wegen der starken Kurzsichtigkeit nicht wehrtauglich - in dem Lazarett "Rudolfinerhaus in Wien, das von seinem Bruder Otto geleitet wurde. Die vielfältigen medizinischen Aufgaben, die er hier wahrzunehmen hatte, ließen ihn zeit- weise zweifeln, ob er nicht doch wieder von der Zoologie zur Medizin wechseln solle: "Leidenden Menschen unmittelbar helfen zu können, war für mich eine neue Seite des Lebens und so schön, dass ich ernstlich er wog, das seinerzeit begonnene Medizinstudium noch nachträglich zum Abschluss zu bringen ...". Im Rudolfinerhaus lernte Frisch auch seine spätere Frau kennen, die hier als Krankenschwester Kriegsdienst leistete.

Die Zweifel an seiner späteren Berufslaufbahn blieben Episode. Nach de Krieg ging von Frisch wieder nach München zur Zoologie, die ja damals noch in der Alten Akademie an der Neuhauser Straße residierte. Wieder wurden die Bienen wichtigste Versuchstiere. Im Jahre 1919 machte er die ersten Beobachtungen zur "Sprache der Bienen". Hören wir ihn selbst: "Sie (die Sammelbiene) machte auf der Wabe einen Rundtanz, der die umsitzenden Sammlerinnen in helle Aufregung versetzte und sie veranlasste wieder an den Futterplatz zu fliegen. Das war wohl die folgenreichste Beobachtung meines Lebens. Sie gab im Laufe der Jahre Anlass zu mehr als 50 eigenen Veröffentlichungen und etwa 40 Schülerarbeiten. Was dabei herauskam, hat mir die schönsten Vortragsreisen und manchen Blick in die weite Welt eingetragen."

Von München wurde Frisch 1921 als Ordinarius nach Rostock berufen. Hauptforschungsgebiet war jetzt das Hörvermögen der Fische, Interessant ist in diesem Zusammenhang die Fragestellung, mit der der Forsch an die Aufgabe heranging. Professor Körner, der Direktor der Ohrenklinik stellte die Behauptung auf, Fische seien taub. Er bewies es mit einem Zwergwels, dem er im Aquarium vorpfiff, ja sogar durch eine gefeierte Sängerin vorsingen ließ. Beides ließ den Wels völlig ungerührt Frisch dagegen stellte folgende Überlegung an: Ein Zwergwels (bzw. überhaupt ein Fisch) kann nur auf Töne ansprechen, die für sein Leben Bedeutung haben; er wird sich kaum für die Koloraturen einer Sängerin interessieren. Wieder war es die Dressurmethode - Ton und Futter - die schließlich den Beweis erbrachte, dass bei "Xaverl", dem Versuchsobjekt, Hörfähigkeit nachgewiesen werden konnte.

Von Rostock wurde Frisch 1923 nach Breslau und schließlich 1925 - als Nachfolger von Hertwig - als Ordinarius nach München berufen. Im Rahmen seiner Bienenforschung stellte er das Ergebnis seiner Beobachtungen erstmals 1924 in einem Film "Tanzende Bienen" der Naturforscherversammlung in Innsbruck vor. Für die damalige Zeit eine herausragende Besonderheit. Was zu dieser Zeit Frisch nun aus dem Kreis seiner Professoren-Kollegen heraushebt, ist ein Versuch, der bei dem weitaus größten Teil der Hochschullehrer noch verpönt war: Ergebnisse der Forschung in Sprache und Bild so darzustellen, dass sie auch der Nichtfachmann verstand, ja dass er an der Lektüre Vergnügen finden kann. 1927 erschien das erste Büchlein "Aus dem Leben der Bienen", eine Publikation, die im Laufe der Jahre - jeweils dem Forschungsstand angepasst - weltweite Verbreitung finden sollte. Mit ihr wurde der "Bienen-Frisch" geboren, ein Name, der bald jedem Imker, jedem Studenten vertraut war.

An dieser Stelle der Würdigung unseres Namenspatrons lohnt es sich, einige Sätze über diese besondere Fähigkeit von Frischs einzuschieben. Neben den Leistungen des Naturforschers waren es gerade seine Publikationen, die uns bewogen haben, seinen Namen dem Gymnasium Moosburg zu geben. Er war der erste - und lange Zeit der einzige Biologe - der sich um ein Verständnis und eine Verbreitung biologischen Wissens bei einer breiten Leserschicht und vor allem auch bei der Jugend bemüht hat. Erst viel später folgten ihm andere, so z.B. Konrad Lorenz, mit dem gemeinsam er den Nobelpreis erhielt. "Du und das Leben", eine moderne Biologie Tür jedermann, 1936 erstmals erschienen, in viele Sprachen übersetzt, immer wieder Überarbeitet, war durch Jahrzehnte das Biologiebuch schlechthin. Das umfassende Wissen, die klare, für jeden verständliche Sprache, die fesselnde Darstellung und die Achtung vor der lebenden Kreatur waren der Anreiz, der so viele zu diesem Buch greifen ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1952/53) entstand auf der Grundlage dieses Werkes das erste Biologie-Lehrbuch für die Oberstufe der Gymnasien in Bayern "Biologie für höhere Lehranstalten". Es blieb jahrelang das Standardwerk im Biologieunterricht. Unter seinen populärwissenschaftlichen Arbeiten zeigt das erstmals 1940 bei Heimeran erschienene Bändchen "Zehn kleine Hausgenossen" in besonderem Maße die Fähigkeit von Frischs, Unauffälliges, ja für viele Abstoßendes in einer liebenswerten, die Kreatur und das Leben achtenden Form darzustellen. Wie es der Autor versteht, dem Leser etwa Motten oder Fliegen, unscheinbare, ja oft gemiedene, gehasste und verfolgte Tiere nahe zu bringen, lässt mehr von der Person von Frischs, seinem führenden und verstehenden Denken ahnen, als rein wissenschaftliche Veröffentlichungen, die sich an einen begrenzten Leserkreis richten. Seine Widmung in "Zehn kleine Hausgenossen" kann es kaum treffender ausdrücken:

Es ist kein Wesen zu gering,
Man kann doch von ihm lernen.
Derselbe Zauber ist um uns
im Nahen wie im Fernen.
Und voll der Rätsel bleibt die Welt
vom Floh bis zu den Sternen.

In die Jahre seiner Münchener Tätigkeit fiel 1930-32 der Neubau des Zoologischen Instituts in der Luisenstraße. In den 30 Jahren, die Frisch Ordinarius in München war, haben er und seine Schüler in den verschiedensten Bereichen der vergleichenden Physiologie geforscht und gearbeitet. Im Mittelpunkt stand immer die Sinnesphysiologie, und hier weiter die Forschung an den Bienen. Inzwischen hatte sich die Familie von Frischs auch in Harlaching sesshaft gemacht und München wurde - neben Brunnwinkl -erster Wohnsitz. Es kam die Zeit des "Dritten Reiches" und damit jene des äußerst unerquicklichen Arbeitens auch an den Universitäten. So schreibt Frisch in seinen Erinnerungen: "Im Großen und Kleinen häuften sich die Schikanen. Ich wurde eines Tages auf das Ministerium zitiert und sollte Rede und Antwort stehen wegen "Tierquälerei" in unserem Institut. Es war ja einer der merkwürdigsten Widersprüche jener Zeit, dass der Nationalsozialismus, der den Menschen Qualen brachte wie kaum je eine andere Diktatur, den Tierschutzgedanken auf sein Banner schrieb. Was war in unserem. Institut geschehen? Studenten hatten Anzeige erstattet, weil es beim Präparierkurs an Regenwürmern vorgekommen war, dass sich beim Aufschneiden der eine oder andere der mit Alkohol betäubten Würmer noch ein wenig bewegt hatte. Ich fragte, warum man nicht dagegen einschritte, dass die Angelfischer ihre Regenwürmer sehr lebendig auf die Haken spießten. Die Antwort war: das geschähe im Dienste der Volksernährung."

Im Zweiten Weltkrieg erschien dann die Versetzung in den Ruhestand unvermeidlich. Nur der Fürsprache einflussreicher Freunde und der Tatsache, dass sein Institut an der Erforschung einer die Imkerei in Deutschland bedrohenden Bienenseuche beteiligt war, verdankte Frisch sein Verbleiben auf seinem Posten.

Nach Ausbombung von Institut und Wohnhaus ging Frisch mit seinen Schülern nach Brunnwinkl, wo sie das Kriegsende erlebten. Hier konnte er 1944/45 endlich die Bedeutung von Schwänzel- und Rundtanz der Bienen klären und die ursprüngliche Annahme, dass der Schwänzeltanz der Tanz der Pollensammlerinnen sei, revidieren. Dazu gehörte auch die Beobachtung, dass die Biene die Fähigkeit besitzt, die Himmelsrichtung anzugeben. Nach einer Tätigkeit 1946 - 1950 in Graz kehrte von Frisch 1950 nach München zurück und wurde 1958 als Zweiundsiebzigjähriger emeritiert. In das letzte Jahrzehnt seiner Tätigkeit fiel noch die Entdeckung, dass die Bienen in der Lage sind, die Schwingungsrichtung des polarisierten Lichtes wahrzunehmen, und dass sie über eine "innere Zeituhr" verfügen. Bereits seine Schüler arbeiteten dann an der Frage der Bedeutung des Erdmagnetismus für die beobachtete "Missweisung bei den Tänzen der Bienen“.

Nach seiner Emeritierung verlegte Karl von Frisch, inzwischen unter starker Schwerhörigkeit leidend, seinen Arbeitsplatz mehr und mehr an den Schreibtisch. In diesem letzten Lebensabschnitt entstanden die Bücher:

  • Tanzsprache und Orientierung der Bienen
  • Ausgewählte Vorträge
  • Tiere als Baumeister

Übrigens soll zum Schluss nicht unerwähnt bleiben, dass Herr von Frisch durchaus eine Beziehung zu unserer Schule hat. In seinen "Erinnerungen" erscheint Moosburg allerdings in einem ungewöhnlichen Zusammenhang. Der Autor berichtet über die Schwierigkeiten, gegen Ende des Krieges Nahrungsmittel zu beschaffen. "Gelegentlich kam auch Zuschuss auf anderem Wege. Einer meiner Mitarbeiter hatte von früher her nahrhafte Beziehungen in Moosburg. Nebenbei bemerkt war er Pater, aber davon wurde nicht gesprochen und im Institut trug er stets Zivil, weil er sonst nicht hätte bleiben können. Also dieser Pater in Zivil fuhr eines Tages nach Moosburg, nördlich von München, und brachte mit seinem Fahrrad einen Zentner Kartoffeln die 176 Kilometer lange Strecke zu uns, wobei er einen Tieffliegerangriff gut überstanden hat. Ein andermal ging es nicht ganz nach Wunsch. Es kam aus der gleichen Quelle eine Gans, die aber zu lange unterwegs gewesen und bereits anrüchig war."

Warum wir uns den Namen Karl von Frisch als Namenspatron gewählt haben? Er kann uns Vorbild sein in seiner umfassenden naturwissenschaftlichen Bildung, in seiner Menschlichkeit, seiner Achtung vor dem Leben und seinen Forscherdrang. Er kann uns einen Weg zeigen in einer Zeit, in der in zunehmendem Maße der Mensch seine Macht missbraucht, um die Natur auszubeuten und damit zu zerstören.

Lassen wir den Autor ein letztes Mal zu Wort kommen. Karl von Frisch schreibt in einer Abhandlung über recht unscheinbare Lebewesen, die Mücken: "Viele Leute ... kommen von der Vorstellung nicht los, dass der Mensch als Hauptperson auf Erden wandle und alles Übrige nur den Sinn haben sollte, ihm zu dienen. Wer sich mit offenen Augen umsieht, kommt zu einer anderen Auffassung. Er bemerkt, dass die unscheinbarsten Lebewesen mit gleicher Sorgfalt in ihrer Art für den rauen Daseinskampf ausgestattet sind wie das hochmütige Menschengeschlecht." An anderer Stelle heißt es: "Wir wollen nicht vergessen, dass vor den großen Gesetzen des Lebens alle Geschöpfe gleich sind. Da hat der Mensch vor der Maus nichts voraus, und die Wanze nichts vor dem Menschen."

Ich glaube, diese Einsicht ist heute wichtiger denn je. Vielleicht regt der Name des Gymnasiums doch den einen oder anderen dazu an, in den Werken Karl Ritter von Frisch zu lesen und sich mit seinen Gedankengängen zu befassen.

Norbert Herrmann

Jahresbericht 1982/ 83

Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

Piwik Deaktivieren

test