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01.01.1970
 

Bücher der Bibel besprochen von Schülern der Klasse 11b

 

Anregung: Elfriede Kraus

Die Bücher der Propheten: Das Buch Amos(AT)

Der Name Amos kommt aus dem Hebräischen und ist eine Kurzform von ,,amasan", was so viel wie ,,Jahwe hat getragen" bedeutet.

Amos ist der dritte der sogenannten ,,Kleinen Propheten" aus Tekoa südlich von Bethlehem. Er war Vieh- und Maulbeerfeigenzüchter, also Grundbesitzer. Allerdings wohnte er außerhalb des eigentlichen Tekoa, da im hochgelegenen Tekoa Maulbeerfeigenbäume nicht gediehen. Er war ein selbstständiger und wohlhabender Mann. Als Bußprediger war er aber nicht bekannt, obwohl er voraussetzte, dass jedermann die sittlichen Forderungen Jahwes kannte. Deshalb verkündete er den ,,Tag Jahwes": es handelt sich hier um die alte Vorstellung, dass Jahwe eines Tages mit seinem Volk in den Krieg ziehen und die Feinde vernichten werde. Dieser Tag des Herrn war im Bewußtsein des Volkes ein Tag des Sieges und der Freude. Amos nahm diese Vorstellung als ein Gericht über Israel auf. Obwohl er oft als Prophet bezeichnet wird, lehnte er es im Grunde ab, für einen Propheten oder Prophetenschüler gehalten zu werden. Trotzdem hatte er aber unbestritten die Eigenschaften, die jemanden zum Propheten machten: er hatte sowohl Visionen als auch Auditionen. Zeitlich wird er unter König Jeroboam II. von Israel (783-743 v.chr.) eingeordnet. Man nimmt aber auch an, weil im Buch Amos eine Periode nationalen Selbstbewußtseins durchschimmert, dass er um 760/50 nach den israelitischen Siegen über die Aramäer seine Prophetenlaufbahn begonnen hat. Es heißt, dass er durch göttliche Berufung als Prophet ins Nordreich gesandt wurde; allerdings ist das nur eine These, denn es ist eben nicht klar, was ihn als Judäer ins Nordreich führte(ein Punkt wäre sein angestammter Beruf, aber das ist nur eine vage Vermutung). Jedenfalls trat er im Heiligtum von Bethel auf und wahrscheinlich auch in der Hauptstadt Samaria. Er wurde dann aber wieder vom Priester Amasia aus dem Heiligtum und Israel vertrieben. Die Dauer und die weiteren Umstände seiner prophetischen Wirksamkeit sind nicht genau bekannt. Eine konstante Überlieferung zeigt aber sein Grab in Tekoa.

Amos ist in literarischer Hinsicht ein Meister der Form. Das Urteil des Hieronymus, der ihn als ,,imperitus sermo" bezeichnete, was soviel wie unerfahren in der Sprachkunde bedeutet, trifft auf jeden Fall nicht zu. Im Gegenteil, er formuliert seine Visionen äußerst knapp und anschaulich, seine Drohsprüche(sofern sie von ihm sind...) prägnant und scharf und seine Verkündigung herb und unerbittlich.

Die Echtheit der Visionsberichte und der meisten(nicht aller!) Sprüche ist unbestreitbar. Allerdings wird angezweifelt, ob die Drohsprüche gegen Tyrus wirklich von ihm selbst sind. Auch ob die Heilverheißung auf Amos zurückgeht, ist in der Forschung umstritten und wird häufig verneint. Der Judaspruch scheint vor allem aus stilistischen Gründen einen anderen unbekannten Verfasser zu haben. Der Hymnus mit den zugehörigen Versen und die Schlussverheißung sind bereits sicher erst später eingefügt worden.

Das biblische Buch Amos, wie es heute im Alten Testament steht, enthält keine umfassende Biographie des Propheten, ausgenommen von einem kurzen biographischen Text im AT Am 7,10-17.Man vermutet, dass die Spruchsammlung erst nach dem Tode Amos' entstand. Wahrscheinlich wurden diese Sprüche von Freunden des Amos, die seine Botschaften und Erlebnisse selbst gehört und gesehen hatten, aufgezeichnet. Es wird ebenfalls angenommen, dass die ,,Visionsschrift" und eben die ,,Spruchsammlung" erst in exilischer oder nachexilischer Zeit zu einem Buch vereinigt worden sind, das dann im Gottesdienst vorgelesen wurde. Diesem gottesdienstlichen Gebrauch verdankt man es, dass noch weitere kleine Zusätze hinzu kamen. Man muss aber sagen, dass das meiste über den/die wahren Autor/en der einzelnen Texte des Buches Amos auf Spekulationen beruht und so jeder am besten glaubt, was ihm am glaubhaftesten erscheint.

Das Buch Amos ist in neun Kapitel gegliedert, die sich wiederum in die Gerichtsreden über die Völker und Israel, in die fünf Visionen und in die Heilverheißung einteilen lassen. Amos Hauptanklage richtet sich gegen die unwürdigen Zustände im Staat, in der Verwaltung und der Wirtschaft. Er verkündet das Todesurteil Gottes für das Reich Israel, da die Reichen die Armen zu bloßen Objekten ihres Erwerbs-, Macht-, - und Genusstriebs herabwürdigen. Im Neuem Testament erfährt die Botschaft des Amos sogar ein Echo, vor allem in der Rede des Stephanus Apg 7,42(=Am 5,25-27). Durch die Befreiung von der aramäischen Herrschaft war Wohlstand in Israel eingekehrt und hatte damit einen großen Graben zwischen Arm und Reich geschaffen. Die Großgrundbesitzer führten ein üppiges Leben, wobei sie nicht davor zurückschreckten, die rechtlosen Pächter auszubeuten und deren Notlage noch mehr zu vergrößern. Auf religiösem Gebiet herrschte ein selbstzufriedener Formalismus(=Überbetonung der Form). Amos` Proteste richteten sich gegen diese sozialen und eben auch religiösen Mißverhältnisse. Er tobte gegen den Wahn seiner Zeit(< vergleichbar mit Martin Luther), Jahwe begnüge sich mit einem äußeren Kult. Für Amos standen Recht und Gerechtigkeit aber weit über diesem äußeren Kult. Er war der Meinung, dass gerade durch ihre Rechtverletzung Israel und andere Völker Gottes souveräne Rechte angreifen und so sich selbst unwiderruflich ihren Untergang bereiten. In diesem Zusammenhang wird zum ersten Mal der ,,Tag Jahwes" erwähnt, von dem er sagte, dass er finster sein werde. Amos Botschaft hat eine fortdauernde Aktualität, nämlich dass Gerechtigkeit im gesellschaftlichen Verkehr göttlichen Ursprungs ist, dass Bevorzugung größere Verantwortlichkeit mitbringt, dass Völker und Individuen verpflichtet sind, nach dem ihnen geschenkten Maß der Erkenntnis zu leben und dass Religion ohne Ethos vor Gott keinen Wert hat.

Der genaue Aufbau des Buches Amos beginnt mit der Überschrift, die das Buch einleitet. Danach folgt das Gericht über die Völker, über Juda und Israel. Dann kommen die Anklagen gegen die Oberschicht, gegen Israels Erwählung und der damit verbundenen Verantwortung. Anschließend das Gericht über Samaria, die Unterdrückung der Armen und Umkehr - nicht äußerlicher Kult. Er beklagt außerdem die Beugung des Rechts, er kündigt den kommenden Tag des Herrn und beschreibt den wahren Gottesdienst. Schließlich folgt wieder eine Anklage gegen die leichtlebige Oberschicht. Als vorletztes Kapitel folgen die Visionen und ein biographischer Bericht. Es sind insgesamt fünf Visionen(die Heuschreckenplage; die Feuersglut; das Senkblei; der Obstkorb; der Untergang des Tempels und des Volkes).Der biographische Bericht beinhaltet die Ausweisung Amos`aus Israel. Vor dem endgültigen Schluss gibt es noch eine Klage gegen die Ausbeutung, dann endet das Buch Amos schließlich mit dem Kapitel über Gericht und der Verheißung des künftigen Heils.

Quellen:

  • Bibel, Altes Testament: das Buch Amos
  • Bibellexikon: Amos
  • Geschichten zur Bibel von Werner Laubi(Elia, Amos, Jesaja)

Gina Saiko

Die Offenbarung des Johannes (NT: Offb 1-22,21)

,,Die Offenbarung des Johannes" oder auch ,,Apokalypse" (griechisch:apokälypsis= Enthüllung) ist das letzte Buch des Neuen Testamentes. Die Definition der ,,Apokalyptik" in einer Ausgabe des ,,Brockhaus" bezeichnet diese als eine prophetische Offenbarungsschrift, die in allen Religionen vorhanden ist, in denen die Frömmigkeit von der Erwartung eines Weltendes und Weltgerichts mitbestimmt ist. Zur jüdischen Apokalyptik zählen u. a. das Daniel-, das Henoch- und das vierte Esrabuch, sowie die Testamente der zwölf Patriarchen; zur christlichen Apokalyptik neben der Johannesoffenbarung u. a. die Petrus- und die Paulusapokalypse.

Der Verfasser der ,,Offenbarung" nennt sich selbst viermal Johannes (1,1; 1,4; 1,9; 22,8). Dass er tatsächlich so heißt, wird auch nicht bestritten. Man hat sich jedoch immer wieder Gedanken gemacht, wer dieser ,,Johannes" wirklich war. Seit Justinus dem Märtyrer (gest. 165) ging man davon aus, dass der Verfasser der Apostel Johannes war, der auch das Johannesevangelium und die Johannesbriefe geschrieben haben soll. Wegen grundlegender Unterschiede in Stil, Sprache und Theologie kam Dionysius von Alexandrien (und auch die kritische Forschung seit dem 19. Jahrhundert), als er die ,,Johannes-Apokalypse" mit dem Johannesevangelium und den Johannesbriefen verglich, nicht zum selben Ergebnis. Nach jüngerer Kritik jedoch, die ihre Aufmerksamkeit auf die gegenseitigen Übereinstimmungen gerichtet hat, sind die Verschiedenheiten nicht so groß, dass die T'heorie von Justinus dem Märtyrer und dessen Zeitgenossen aufgegeben werden müsste. Die gründliche Kenntnis des Alten Testaments und der außerbiblischen Offenbarungsschrlften (Apokalypsen) lassen auf eine judenchristliche Herkunft des Verfassers schließen. Wahrscheinlich war Johannes ein Wanderprophet mit hohem Ansehen in den christlichen Gemeinden Kleinasiens. Er deutet in schwierigen Zeiten den dortigen Christen die Situation. Da es ihm nicht möglich ist selbst zu kommen, schreibt er eine Schrift, die einen brieflichen Rahmen hat ganz im Gegensatz zu den jüdischen Apokalypsen. Diese Schrift soll in der Gemeindeversammlung vorgelesen werden, um die Christen in ihrer Bedrängnis zu trösten und zur Standfestigkeit zu ermuntern, um letztendlich durch bedeutsame Wahrheiten über das Schicksal der Arche und der ungläubigen Menschheit die Bereitschaft zum Martyrium zu stärken.

Das lässt sich durch Betrachtung der Abfassungszeit erklären. Dieses Buch, das zum großen Trost- und Mahnbuch geworden ist,wurde in den letzten Regierungsjahren des römischen Kaisers Domitian (81-96), also etwa 94-95. Begründen lässt sich diese Annahme durch die mehrmalige Nennung des Wortes ,,Märtyrer" (2,13; 6,9-11; 17,6) und der bevorstehenden schwereren Christenverfolgung, die sich auf das ganze römische Reich erstrecken wird (3,10), woraus sich folgern lässt, dass die ,,Offenbarung" nicht unter Kaiser Nero verfasst wurde, da damals nur Christen der Stadt Rom verfolgt wurden und der Kaiserkult, dessen Verweigerung der Grund für die Christenverfolgungen war, noch nicht so stark verbreitet war wie unter Kaiser Domitian.

Wie schon oben genannt ist das letzte Buch des Neuen Testaments an die christlichen Gemeinden Kleinasiens gerichtet. Stellvertretend für diese nennt Johannes sieben Gemeinden (Ephesus, Smyrna, Pergammon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea), da die Zahl ,,7" jedoch ein Symbol für die Ganzheit und die Vollkommenheit ist, kann davon ausgegangen werden, dass die gesamte Christenheit Kleinasiens oder vielleicht sogar die gesamte Kirche gemeint ist.

Nachdem jetzt sowohl die Verfasserfrage, Abfassungsort und -zeit,als auch die Frage nach den Adressaten geklärt ist, möchte ich mich nun dem Inhalt zu wenden. Nach einem kurzen Vorwort und der brieflichen Einleitung folgen die einzelnen Sendschreiben an die sieben Gemeinden, die auf die jeweilige Situation der Gemeinden eingehen. Die darauf folgende einleitende Himmelsvision enthält die Beauftragungsvision und beschreibt die Herrschaft und Macht Gottes und des Lammes (=Jesu Christi) durch verschiedene Bilder und Symbole, wie z.B. die Vision von der Buchrolle mit den sieben Siegeln. Danach erzählt Johannes von den sieben Engeln, die nacheinander die sieben Posaunen bliesen, nachdem das Lamm die sieben Siegel der Buchrolle geöffnet hatte. Jede Posaune hat eine andere schreckliche Folge für die Erde und deren Bewohner. Der anschließende Bericht über den Kampf Satans gegen das Volk Gottes schildert zuerst die Begegnung einer gebärenden Frau mit dem Drachen. Was es damit auf sich hat, möchte ich später näher erläutern. Daraufhin steigt ein Tier aus dem Meer , das zehn Hörner und sieben Köpfe hat. Die Ungläubigen beten den Drachen und das Tier an. Ein weiteres Tier stieg aus der Erde, das Hörner hatte wie ein Lamm, aber redete wie ein Drache. Diese beiden Tiere symbolisieren den Kaiserkult zu der Zeit der Herrschaft des römischen Kaisers Domitian und die falschen Propheten, die die Menschen dazu verleiteten. Das Tier und seine Propheten werden dann durch das Gericht, das erneut sieben Plagen auf die Erde schickt, besiegt. Da nun das Böse vernichtet ist, beginnt die neue Welt Gottes. Zum Schluss folgt noch das Zeugnis und die abschließende Mahnung des Propheten. So endet die ,,Johannes-Apokalypse" bzw. das Neue Testament. Ich möchte nun näher auf die Vision von der Frau und dem Drachen eingehen. Zunächst wird das Aussehen der Frau geschildert. Sie ist mit der Sonne bekleidet, der Mond ist unter ihren Füßen und sie trägt einen Kranz mit zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Die zwölf Sterne sind ein Hinweis auf die zwölf Stämme Israels und somit auf das Volk Gottes. Ihre Unbesiegbarkeit wird bereits durch den Kranz als Symbol des Erfolgs und des Triumphes signalisiert. Die starken Wehen der Frau sind nicht auf die Geburt ihres Sohnes zu beziehen, sondern auf die mit ihm beginnende Endzeit. Der Drache seinerseits repräsentiert ,,die alte Schlange", ,,die Teufel oder Satan" genannt wird (12,9). Die rote Farbe des Drachen steht für seine mörderische Absicht. Die sieben Diademe, die er auf seinen sieben Köpfen hat, und die zehn Hörner unterstreichen seine Machtfülle. Durch die Zahl ,,10" wird bereits deutlich gemacht, dass die Macht Satans begrenzt ist. Das Herabwerfen einiger Sterne ist ein weiteres Symbol für die beginnende Endzeit. Der Drache will nicht nur die materielle Schöpfung zerstören, sondern auch den Sohn der Frau töten. Der Sohn wiederum ist wohl Jesus Christus. Er wird gleich nach der Geburt zu Gott entrückt und in seine Machtstellung eingesetzt, wie sich aus dem Symbol Thron schließen lässt. Zu ihrem Schutz flieht die Frau in die Wüste, wo ihr Gott für 1260 Tage einen Zufluchtsort gegeben hat. Die Zahl ,,1260" charakterisiert die Zeit der Kirche als eine notvolle Zeit, in der sich der Christ bewähren muss. Da der Drache den Sohn nicht töten könnte, richtet sich sein Zorn nun gegen die Frau. Doch zuvor kämpft der Drache mit seinen Engeln gegen Michael und dessen Engel. Nach der Niederlage des Drachen stürzt er auf die Erde. Im nachfolgenden Hymnus jubeln die Christen in der Vollendung darüber, dass die Macht des Satan über die Christen gebrochen ist, die ihr Leben nicht über Christus stellen, sondern an ihrem Glauben bis zum Tod festhalten. Anschließend folgt eine Aufforderung zum Jubel und gleich danach ein Weheruf, der der Welt und deren Bewohnern gilt, da der Drachen auf der Erde eine große Gefahr darstellt, da er die wenige Zeit, die im noch bleibt, nutzen wird. Gleichzeitig ist dies jedoch auch Trost für die Christen, denn nach einer kurzen Zeit der Ausdauer werden sie endgültig siegen. Nun wendet sich der Drache der Frau zu, die mit Gottes Hilfe, der ihr ,,die beiden Flügel des großen Adlers gegeben" hat (12,14), in die Wüste geflohen ist. Die Wüste steht hier für die Geborgenheit Gottes, in der sich die Frau bzw. das Volk Gottes befindet. Die dreieinhalb Zeiten charakterisieren die Kirche als das wahre Volk Gottes der Endzeit. Da der Angriff des Drachens durch die Hilfe der Erde abgewehrt wird, kann man daraus schließen, dass die Kirche alle Attacken mit dem Beistand Gottes überdauern wird. Weil er weder dem Sohn noch der Frau schaden konnte, stürzt sich der Drache auf die Christen, ,,die übrigen Nachkommen", die sich jeder einzeln bewähren müssen. Zum Aufbau dieses Kapitels bleibt noch zu sagen, dass es sich um eine sogenannte ,,literarische Verschachtelung " handelt (,,sandwiched narrative", d.h., es handelt sich um eine Erzählung, die aufgebaut ist wie ein Sandwich). Der Mittelteil, ,,der Sturz des Drachen" (12,7-12), ist wichtig für das Verständnis der ,,Rahmenerzählung" (12,1-6; 12,13-17).

Aufgrund des bevorstehenden Jahrtausendwechsels sind viele davon überzeugt, dass sich die Voraussagen der ,,Offenbarung des Johannes"bald erfüllen werden. Man sollte jedoch bedenken, warum Johannes diese Schrift verfasst hat und dass sich die ,,Apokalypse" auf die römische Kaiserzeit bezieht. Ich denke nicht, dass Johannes wirklich den Weltuntergang voraus sagen wollte, sondern nur den Christen der damaligen Zeit Mut und Kraft geben wollte, an ihrem Glauben festzuhalten bis zum Tod.

Beate Hagl

Das Buch Ester

Überblick über den Inhalt (hebräische Fassung):

Das Buch Ester handelt von der Abwendung einer drohenden Judenverfolgung.

Kap. 1: Im Rahmen eines großen Festmahls weigert sich Königin Waschti, Frau des mächtigen Perserkönigs Xerxes, dem Volk ihre Schönheit zu zeigen. Dieser verstößt sie, aus Angst davor, dass alle Frauen im Land ihren Männern sonst nicht mehr gehorchten.

Kap. 2: Daraufhin beschließt er eine andere Frau zur Königin zu machen und lässt besonders schöne Mädchen aus dem ganzen Reich zu seiner Residenz in Susa zu holen. Unter ihnen ist auch die Jüdin Ester, die Nichte und Pflegetochter von Mordechai, einem Palastangestellten, deren Familie unter Nebukadnezzar nach Babylon deportiert worden ist. Sie gefällt Xerxes am meisten und er macht sie zur Königin. Ester aber erzählt nichts von ihrer Abstammung, so wie es ihr Mordechai geraten hat.

Eines Tages erfährt Mordechai, dass zwei unzufriedene Kämmerer einen Anschlag auf den König planen. Er informiert Ester, die es wiederum dem König erzählt. Die Verschwörung wird aufgedeckt und das Ereignis in der Chronik des Königs festgehalten.

Kap. 3: König Xerxes zeichnet den Fürsten Haman besonders aus und macht ihn zu seinem Stellvertreter. Alle Leute müssen vor ihm niederfallen, doch Mordechai weigert sich mit der Begründung, er sei Jude. Daraufhin will Haman alle Juden im Reich umbringen. Durch Los (pûr) wird der Tag der Ausrottung festgelegt. Das Los fällt auf den 13. Tag des zwölften Monats Adar (Februar/März). Mit dem Einverständnis von Xerxes läßt Haman einen schriftlichen Erlass an alle Provinzen herausgeben, an dem festgelegten Tag alle Juden zu töten und ihren Besitz zu plündern.

Kap. 4: Mordechai und sein ganzes Volk trauern deswegen. Über einen Diener erfährt Ester davon und wird von Mordechai gebeten, den König um Gnade anzuflehen. Obwohl sie getötet werden kann, wenn sie ungefragt zum König geht, willigt sie ein.

Kap. 5: Xerxes empfängt sie und will ihr jeden Wunsch erfüllen. Ester bittet ihn, mit Haman zum Essen zu kommen. Bei diesem will sie dem König aber immer noch nicht sagen, was sie will, sondern lädt beide für den nächsten Tag wieder ein. Auf dem Nachhauseweg sieht Haman Mordechai und ärgert sich wieder über ihn. Er beschließt Mordechai an einem sehr hohen Galgen aufhängen zu lassen.

Kap. 6: Weil er nicht einschlafen kann, lässt sich der König in dieser Nacht aus der Chronik etwas vorlesen, unter anderem den Bericht über die Verschwörung, die Mordechai angezeigt hat, wofür er aber noch keine Belohnung erhalten hat. Da kommt Haman zu ihm und Xerxes fragt ihn, was mit einem Mann geschehen soll, den er besonders ehren will. In der Annahme er selbst sei gemeint schlägt Haman vor, dass der Mann in einem königlichen Gewand auf einem Pferd durch die Stadt geführt werden solle. Xerxes befiehlt ihm, den Juden Mordechai so zu ehren.

Kap. 7: Beim zweiten Festmahl von Ester fragt Xerxes wieder nach ihrem Wunsch. Sie bittet ihn, ihr und ihrem Volk das Leben zu schenken und erzählt ihm von dem Plan die Juden auszurotten. Auf die Frage, wer dafür verantwortlich sei, antwortet Ester, dass es Haman sei. Aus Zorn über Hamans Verhalten lässt der König ihn deshalb an dem ursprünglich für Mordechai bestimmten Galgen aufhängen.

Kap. 8: Xerxes setzt nun Mordechai an Hamans Stelle ein. Auf Bitten Esters gestattet der König Mordechai, einen schriftlichen Erlass zum Schutze der Juden herauszugeben, in dem er ihnen erlaubt, ihre Gegner zu erschlagen und ihren Besitz zu plündern. Diese freuen sich über ihre Rettung und feiern.

Kap. 9: Am 13. Tag des zwölften Monats schließen sich die Juden in allen Provinzen zusammen und töten ihre Feinde. In Susa wird ihnen das auch noch am 14. Tag erlaubt. Es gibt ein großes Blutbad. So werden die zehn Söhne des Haman an Galgen aufgehängt. An dem Besitz ihrer Gegner vergreifen sie sich aber nicht. Am darauffolgenden Tag veranstalteten die Juden ein Freudenfest.

Mordechai schreibt alle Ereignisse auf und ordnet an, dass von nun an jedes Jahr zum Gedenken der 14. bzw. auf dem Land der 15. Tag des zwölften Monats ein Feiertag ist. Das Fest wird Purimfest genannt nach dem Wort "pûr" (Los).

Kap. 10: Der König verpflichtet seine Untertanen zum Frondienst. Mordechai ist der zweitwichtigste Mann im Perserreich, ist sehr beliebt und setzt sich für sein Volk ein.

Das Esterbuch ist eines der jüngsten Bücher des Alten Testaments, vermutlich um 300 v. Chr. abgefasst. Personennamen lassen darauf schließen, dass es in Persien entstanden ist. Es berichtet vom Leben der Juden im Perserreich, das bis 330 v. Chr. Bestand hatte. Das Buch hat einen geschichtlichen Hintergrund, weil es schon in alter Zeit Judenverfolgungen gab. Die Geschichte spielt zur Zeit des Königs Xerxes, der 485-465 v.Chr. regierte. Handlungsort ist Susa, eine persische Residenz nahe des Persischen Golfs. Der Verfasser ist gut über die Zustände am Hof informiert, verfährt aber ziemlich frei mit geschichtlichen Tatsachen. So lässt er den Perserkönig Xerxes unmittelbar auf den Babylonier Nebukadnezzar folgen, außerdem ist eine persische Königin Waschti sonst nicht bekannt.

Das Buch Ester ist eine novellenartige Erzählung mit märchenhaften Zügen. Es will in erster Linie die Entstehung des Purimfestes erklären und ist nicht als geschichtlicher Tatsachenbericht aufzufassen. Auffällig ist, dass es fast keinen religiösen Inhalt hat und in der hebräischen Fassung Gott nicht einmal erwähnt wird. Deswegen wurden in der griechischen Fassung zusätzlich einige Passagen eingefügt. So steht am Anfang, vor dem ersten Kapitel, ein Traum von Mordechai, in dem er ein Unglück, das den Juden droht, vorausahnt. Dieser wird dann am Schluß gedeutet. Außerdem wurden noch Gebete von Ester und Mordechai eingefügt. An diesen Stellen wird Gott wiederholt genannt und seine Rolle betont. Darüber hinaus ist der Text um eine ausführliche Schilderung der Audienz Esters bei dem König, den judenfeindlichen Erlass, sowie den Gegenerlass ergänzt worden. Diese Erweiterungen stehen in der griechischen Bibel an der jeweils passenden Stelle, in der lateinischen Bibel sind sie als gesammelter Anhang an den Schluss gestellt. Aus Stil, Sprachcharakter und Denkweise ist erkennbar, dass diese Teile von Anfang an in Griechisch geschrieben wurden.

Besonders deutlich wird der erzählerische Charakter der Geschichte an den vielen Ausschmückungen. "Geletzt wurde aus goldnen Gefäßen, mannigfach Gefäß um Gefäß, und königlichen Weins die Fülle, nach des Königs Vermögen, (...)" (Ester 1,7; Buber-Rosenzweig-Übersetzung). Dies kommt allerdings in der Einheitsübersetzung nicht immer so zur Geltung: "Man trank aus goldenen Gefäßen, von denen keines den andern gleich war. Großzügig ließ der König seinen Wein ausschenken." (Ester 1,7; Einheitsübersetzung).

Das Purimfest, das durch die Geschichte erklärt werden soll, ist das Freudenfest nach dem 13. Tag des zwölften Monats Adar (Februar/März), an dem die Juden umgebracht werden sollten. Aus Dankbarkeit über ihre Rettung wurden der 14. und der 15. Tag Feiertage, was bis heute noch erhalten ist. Der Name kommt von dem Wort "pûr", das aus dem Babylonischen kommt und soviel wie Los bedeutet. Damit ist das Los gemeint, das Haman geworfen hat um den Tag der Vernichtung für die Juden zu bestimmen. Das Purimfest ist ein eher weltliches Fest, was zusammen mit der Tatsache, dass der Originaltext ebenfalls nicht sehr religiös geprägt ist, dazu geführt hat, dass die Aufnahme des Esterbuches in das Alte Testament erst nach längeren Debatten der Schriftgelehrten erfolgt ist. Dennoch steht es in der hebräischen Bibel sogar im dritten Teil des Alten Testaments (Ketubim) unter den Fünf Festrollen (Megiloth), die zu bestimmten Anlässen gelesen wurden; das Buch Ester beispielsweise am Purimfest.

Der Name Ester ist persisch und bedeutet Stern. Er kommt von der babylonischen Göttin Ischtar, einerseits Göttin der Liebe, andererseits aber auch Göttin des Krieges. Ihr Symbol ist der Venusstern (Astarte). Auf hebräisch lautet der Name Hadassa, was Myrte heißt, eine Pflanze, deren Tradition als Brautschmuck babylonischen-jüdischen Ursprung hat und auch heute noch bei Hochzeiten verwendet wird.

Mardochai wird von dem Stadt- und später auch Reichsgott Babylons Marduk abgeleitet.

Xerxes lautet auf Hebräisch Ahasver(us), bzw. Achaschwerosch, was Fürst bedeutet. Manche Übersetzungen lesen den Namen Artaxerxes, den Sohn des Xerxes. Gemeint ist aber Xerxes.

Insgesamt kann man sagen, dass das Buch Ester eine durchaus spannende Geschichte ist, die es wert ist zu lesen. Auch wenn Gott in der hebräischen Fassung nicht ausdrücklich genannt wird, wird doch der Glaube an ihn als Retter und Befreier deutlich.

Maria Kollmannsberger

Das Erste Buch der Könige

Das Erste Buch der Könige erzählt die Geschichte Israels vom Tode Davids bis zum Amtsantritt von König Ahasja. Teilweise wird es auch als das Dritte Buch der Könige bezeichnet, weil auch schon die zwei Samuel-Bücher von der Geschichte der Königszeit berichten. Ursprünglich stellten das Erste- und Zweite Buch der Könige ein einheitliches Werk dar, welches erst später in zwei Bücher aufgeteilt wurde, wie sich am fortlaufenden Text erkennen lässt. Im Buch der Könige ist größtenteils der deuteronomische Stil zu erkennen. Obwohl es teilweise als unvollständig und unausgewogen empfunden wird, so ist das Buch der Könige doch das erste zusammenhängende Geschichtsbuch, welches aus dem alten vorderen Orient überliefert ist. Vermutlich wurde es von einem einzelnen Verfasser in Palästina unter Verwendung verschiedener Quellen geschrieben und eventuell später teilweise überarbeitet.

Zu Beginn des Ersten Buchs der Könige stirbt der alte König David. Aus den nachfolgenden Machtkämpfen geht Salomo als neuer König hervor, obwohl er nicht ältester Sohn Davids ist. Er heiratet eine Tochter des ägyptischen Pharao. Als ihm in einem Traum Gott erscheint und einen Wunsch zu erfüllen verspricht wünscht sich Salomo anstatt persönlicher Vorteile ein einsichtiges Herz. Gott erfüllt ihm diesen Wunsch und schenkt ihm Verstand, Reichtum, Ansehen, ein langes Leben und seine berühmte Weisheit. Diese wird besonders in dem "salomonischen" Urteil im Streit der zwei Frauen um das Kind deutlich (3,16-28). Salomo lässt schließlich auch den Tempel bauen und die Bundeslade darin aufbewahren. Die Beschreibung der Tempelausstattung enthält u.a. die Szene, die bis heute von manchen als Aussage darüber interpretiert wird, dass die Zahl Pi genau 3 sei (7,23). Gott verspricht Salomo, auch seine Nachkommen zu Königen zu machen, solange sie sich an die Gebote halten würden. Er drohte aber auch damit, dass andernfalls der Tempel zu einem Trümmerhaufen und das Land verwüstet werde. Nachdem Salomo verschiedene andere Gottheiten verehrt, und ihnen sogar Tempel erbauen lässt, bestraft Gott ihn durch Feinde und Aufstände, was schließlich zur Teilung des Reiches führt. Nach 40 Jahren Herrschaft stirbt Salomo und sein Sohn Rehabeam wird König. Weil dieser zu viele Abgaben und Zwangsarbeiten verlangt, spalten sich schließlich die 10 Stämme nördlich von Jerusalem, endgültig ab und bilden das Königreich Israel mit Jerobeam als König. Rehabeam will anfangs das Nordreich zurückerobern, was ihm jedoch von Gott verboten wird. Jerobeam stellt zwei Stierbilder auf, die Gott verkörpern sollen, damit die Israeliten nicht zum Tempel in Jerusalem pilgern und so vielleicht Rehabeam als alleinigen König anerkennen würden. Weil diese Stierbilder bald als Götzen verehrt werden, tötet Gott alle männlichen Nachkommen von diesem und beschließt, einen neuen König aus einer anderen Familie einzusetzen. Es wechseln sich nun in beiden Reichen verschiedene Könige ab, die ebenfalls Götzendienst leisten und auch nicht besser sind. Bei einem Überfall der Ägypter werden Tempel und Palast geplündert. Der Prophet Elija kündigt eine Trockenzeit an und muss aus Angst vor Bestrafung fliehen. Auf der Flucht erlebt er verschiedene Wunder.
Als Beweis gegen Baal und für Gott werden auf Vorschlag von Elija nach dessen Rückkehr zwei Opfertiere, eines für Gott und eines für Baal, auf Holzhaufen gelegt, diese jedoch nicht angezündet. Das Feuer soll vom wahren Gott persönlich kommen. Während die Baal-Anhänger sich vergeblich um Feuer bemühen, lässt Gott bei seinem Opferstier Feuer vom Himmel fallen, aber das Opfer für Baal bekommt kein Feuer. Daraufhin erkennen die Israeliten Gott als einzigsten Gott an und töten die Baal-Propheten, woraufhin die Trockenzeit endet. Aus Angst vor Rache flieht Elija ein zweites Mal. Es geschehen wieder verschiedene Wunder. Elija bekommt von Gott den Befehl, neue Könige einzusetzen und Elischa zu seinem Nachfolger zu ernennen. Die Israelische Hauptstadt Samaria wird nun von Ben-Hadad  aus Damaskus belagert. Durch Gottes Hilfe gewinnen die Israeliten den Kampf. Nachdem sich später auch der König Israels sowie dessen Frau durch einen Mord schuldig machen, muss Elija nun das Ende dieser Königsfamilie voraussagen. Da der König seine Schuld bereut, wird diese Strafe jedoch bis zu seinem Tod aufgeschoben. In einer Kriegsniederlage gegen die Syrer stirbt der König von Israel, trotzt der Unterstützung durch Judas König, wie einzig vom Propheten Elischa vorhergesagt wurde. Der Sohn des verstorbenen Königs wird neuer König. von Israel. Auch dieser wird Gott untreu und verehrt den Baal.

Hier endet das Erste Buch der Könige ohne richtigen Schluss, was ein Hinweis darauf ist, dass das Erste- und das Zweite Buch der Könige früher ein einziges Buch war.

Weil all diese Texte in hebräischer Sprache geschrieben wurden, unterscheiden sich die verschiedenen Übersetzungen teilweise erheblich voneinander.

So heißt es z.B. in der Erzählung über das salomonische Urteil (3, 16-28) in der Übersetzung des Oldenbourg Verlags:

  • Zwei Frauen, die in schlechtem Ruf standen, lebten im gleichen Hause. Die eine von ihnen gebar im Beisein der anderen ein Kind. [...]

Was mit dem schlechten Ruf gemeint ist steht direkter in der Einheitsübersetzung:

  • Damals kamen zwei Dirnen und traten vor den König. Die eine sagte: Bitte, Herr, ich und diese Frau wohnen im gleichen Haus, und ich habe dort in ihrem Beisein geboren. [...]

Ebenso deutlich wird es in der Buber-Übersetzung ausgedrückt:

  • Damals kamen zwei Weiber, Huren, zum König, sie stellten sich vor sein Antlitz. Das eine Weib sprach: Ach, mein Herr! ich und dieses Weib sind ansässig in einem Haus, ich habe in ihrem Beisein im Hause geboren, [...]

In der Luther-Bibel schließlich heißt es:

  • ZV DER ZEIT KAMEN ZWO HUREN ZUM KÖNIGE / vnd tratten fur in. Vnd das eine Weib sprach / Ah mein Herr / Jch vnd dis Weib wonten in einem Hause / vnd ich gelag bey jr im hause. [...]

Die Stellen, in denen wie hier in der Oldenbourg Übersetzung der Inhalt teilweise verändert und beschönigt wird oder sich durch verschiedene Übersetzungen inhaltlich wesentlich unterscheidet sind jedoch eher in der Ausnahme.

Die verschiedenen sprachlichen Formen in der Übersetzung sind aber deutlich zu erkennen:

Während die Oldenbourg-Übersetzung sowie die Einheitsübersetzung sich um eine leicht verständliche Sprache bemühen (und Oldenbourg zusätzlich noch beschönigt), so versucht hingegen die Buber-Übersetzung möglichst sich am originalen Wortlaut zu orientieren. Die Lutherbibel fällt hier aus der Reihe, da sie im frühen Neuhochdeutsch geschrieben ist.

Hartmut Nitsche

 





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