Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Nachrichten | intern | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        










09.03.2018
  Von: Max Umlauft, Felix Wolff (Klasse 9c)

Fahrt der 9. Klassen in die KZ-Gedenkstätte Dachau

 

Am 9. März 2018 machten sich die 9. Klassen des Gymnasiums wie jedes Jahr auf den Weg nach Dachau. Ziel war die dortige KZ-Gedenkstätte. Die Schülerinnen und Schüler wurden klassenweise aufgeteilt durch das Gelände geführt.

Fotos: Stephan Hager

Unsere Gruppe wurde von Frau Düring geleitet. Sie führte die Schüler zunächst zum Eingang des Gefangenenbereichs und erklärte hierzu einige Aspekte. Hierbei erwähnte sie zum Beispiel, dass die SS in Dachau auch ausbildete, wobei einer der in Dachau Ausgebildeten als Aufseher nach Auschwitz ging und es dort bis in die Führungsebene schaffte. Ebenfalls versuchte unser Guide zu verdeutlichen, dass man, wenn man an Konzentrationslager denkt, nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter sehen sollte.

Nächste Etappe war der Appellplatz, der bis zu 50.000 Menschen fassen konnte, aber jetzt aufgrund eines Mahnmals etwas kleiner ist. Hier mussten sich alle Gefangenen zweimal täglich zur Anwesenheitskontrolle versammeln. Wer fehlte, wurde gesucht, und bis er gefunden wurde, mussten alle anderen Gefangenen stehen bleiben. Da die Gefangenen hart arbeiten mussten und wenig zu essen bekamen, wurden sie immer schwächer. Ein ausgewachsener Mann hatte manchmal nur noch ein Gewicht von 35 Kilogramm. Das ist auch ein Grund dafür, dass während der längsten Appellversammlung, die 26 Stunden andauerte, 120 Menschen umfielen und starben.

Als nächstes zeigte Frau Düring eine der zwei teils rekonstruierten Baracken, in der die Häftlinge schliefen. Hier waren in primitiven dreistöckigen und aneinandergereihten Betten sehr viele Häftlinge in einem einzigen Raum untergebracht. Weiter ging die Führung an den Fundamenten der 32 übrigen Baracken vorbei. Anschließend wurde bei einer Synagoge, einer katholischen Kapelle und einer evangelischen Kirche ein kurzer Stopp eingelegt. Diese Gotteshäuser wurden allerdings erst nach der Befreiung des Lagers als Gebetsstätten errichtet.

Der letzte Punkt der Führung war die Besichtigung der Krematorien und der Gaskammer. Im KZ Dachau starben offiziell über 30.000 Menschen, man geht aber von knapp über 40.000 aus (einige Häftlinge, die zu schwach zum Arbeiten waren, wurden allerdings in andere Lager gebracht und dort durch Gas getötet, diese Anzahl an Toten gehört aber nicht zu eben genannten Zahlen). Da die Verbrennung der Toten außerhalb des Konzentrationslagers der SS zu teuer wurde, wurde dort ein erstes Krematorium gebaut. Da klar wurde, dass auch dieses alleine nicht ausreichte, mussten Häftlinge diesem gegenüber eine Anlage mit deutlich größeren Verbrennungsöfen errichten. In diesem Gebäude war auch eine Gaskammer integriert. Ob diese jedoch jemals in Betrieb war, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, da viele Dokumente vor Kriegsende vernichtet wurden. Hinzu kommen widersprüchliche Zeugenaussagen.

Im KZ Dachau hatten die Häftlinge im Vergleich zu anderen Lagern sogar eine relativ gute Überlebenschance, so überlebten drei Viertel der Häftlinge die grausame Zeit dort. Zu den Häftlingen, zu denen nach Frau Düring nicht nur Juden gehörten („nur“ ca. 10% der Inhaftierten in Dachau), zählten größtenteils politische Gegner des NS-Regimes und auch im Nazi-System unerwünschte Volksgruppen wie die Sinti und Roma. Aber auch aus religiösen Gründen wurden viele Menschen in Dachau inhaftiert.

Nachdem die Führung beendet war, besuchten einige Schüler noch den „Bunker“, das gefürchtete Lagergefängnis. Dort wurden einige sogenannte Sonderhäftlinge interniert, so auch Georg Elser, der am 8.11.1939 ein knapp gescheitertes Attentat auf Adolf Hitler und fast die gesamte NS-Führungsspitze im Münchner Bürgerbräukeller verübte. Nach diesem kurzen Abstecher gingen alle Teilnehmer wieder zurück zu den Bussen und machten sich auf den Heimweg. Dieser Tag hat bei allen Schülern bleibende Eindrücke hinterlassen und diese dunkle Zeit der deutschen Geschichte aus einer ihrer übelsten Perspektiven dargestellt.





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

test