Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Nachrichten | intern | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        












24.03.2017
  Von: Lena Schauer, Klasse 9d

Exkursion der 9. Klassen in die KZ-Gedenkstätte Dachau

 

„Arbeit macht frei“ – Diese berühmten Worte begrüßten uns am Tor des Konzentrationslagers Dachau. Davon, dass dieser Spruch nichts als Zynismus ist, konnten wir – die 9. Klassen – uns auf unserer Exkursion in die KZ-Gedenkstätte am 24.03.2017 selbst überzeugen.

Nachdem wir uns in den vorangegangenen Wochen bereits intensiv mit den Themen 2. Weltkrieg, Nationalsozialismus und Holocaust im Geschichtsunterricht beschäftigt hatten, brachen wir an diesem Tag um 8.00 Uhr mit zwei Bussen zu diesem historischen Ort auf, wobei uns die Lehrkräfte Frau Rödl, Frau Blöchl, Herr Engl und Herr Huber begleiteten. Dort angekommen wurden wir dann klassenweise durch die Gedenkstätte geführt. Zunächst zeigte uns unsere Führerin das ursprüngliche Konzentrationslager, ein ehemaliges Fabrikgelände, in das schon 1933 die ersten politischen Gegner der Nationalsozialisten eingeliefert wurden. Dann ging es weiter in das spätere und heute bekanntere KZ. Durch das besagte Tor betraten wir den riesigen Appellplatz. Da es an diesem Tag ziemlich kalt und windig war, konnten wir uns besonders gut vorstellen, wie es wohl für die um 1944/45 über 30.000 Häftlinge war, bei jeder Temperatur und Witterung stundenlang am Tag hier stehen zu müssen. Da begab sich unsere Gruppe doch gerne wieder ins wärmere Innere des alten Wirtschaftsgebäudes, das heute als Museum dient. Hier lernten wir den Ort kennen, an dem die Gefangenen in die Statistik der SS aufgenommen wurden: Jeder musste seine eigene Kleidung ablegen, neue Einheitskleidung - meist in der völlig falschen Größe- anziehen und bekam eine Nummer, die von nun an den Namen ersetzte. Auf einer alten Karte der Nazis kann man sogar erfahren, wie das KZ funktionierte. Alle Häftlinge bekamen einen Wimpel an ihre Ärmel angenäht, auf dem für jeden sichtbar der Grund für seine Festnahme vermerkt war. Das sollte unter den Gefangenen Abscheu gegen manche andere hervorrufen und die Gruppe spalten, um so einem gemeinsamen Aufstand mit Fluchtversuch vorzubeugen – dieser Plan verfehlte seine Wirkung auch nicht. Anschließend ging es weiter in die Rekonstruktion der Baracken, welche die Wohnbereiche der Häftlinge waren. Das zeigte uns, unter welch grausamen Umständen hier gewohnt wurde. In den härtesten Zeiten mussten die Gefangenen nicht nur in nicht schmalen Dreierstockbetten schlafen - zu viert pro Stock. Viele wurden zu 800 in einen Raum ohne Betten gepfercht! Daraufhin ging es weiter auf der Straße zwischen den ehemaligen Baracken, von denen heute nur noch ein mit der Nummer der Baracke gekennzeichneter Stein zu sehen ist, in Richtung Krematorium. An diesem Ort, der zur Verbrennung der Toten diente, erfuhren wir auch, was sich hinter dem Gebäude mit dem Decknamen „Baracke x“ gleich nebenan verbirgt: eine Gaskammer! Allerdings kam sie wohl nie groß zum Einsatz und der Grund für ihren Bau ist Historikern bis heute ein Rätsel, da die Nazis ja schon die Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau im Osten betrieben. Wer wollte, konnte nun selbst durch Baracke x gehen – ein für mich berührendes und besonderes Erlebnis. Im Anschluss lernten wir noch die Bewachungsanlage um das Konzentrationslager kennen, mit der die Aufseher die Flucht von Gefangenen verhinderten. Abgesehen davon, dass sich um das Lager ein riesiges Ausbildungs-gelände der SS befand, das man bei einer Flucht auch noch hätte durchqueren müssen, wurde man bei Betreten des Grünsteifens vor dem Schutzwall sofort von einem der dort positionierten Wachtürme herab erschossen. Ein Fluchtversuch war also zum Scheitern verurteilt. Zuletzt hatten wir noch genügend Zeit, um den Bunker zu besichtigen. Hier wurden die in den Augen der Nazis „besonders schlimmen Verbrecher“ wie beispielsweise Georg Elsner unter noch schlechteren Bedingungen als „gewöhnliche“ KZ-Insassen gefangen gehalten und zusätzlich noch brutal gefoltert. Schließlich mussten wir uns beeilen, um pünktlich zu unserem Bus zu kommen.

Ich glaube, insgesamt war es ein für alle sehr interessanter und prägnanter Ausflug, an den wir uns noch lange erinnern werden!





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

Piwik Deaktivieren

test