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27.03.2014
  Von: Lea Feistl

Ein "Mini-Asylheim" hautnah in der Schule

 

Fotos: Michaela Reimann, Stephan Hager

Asylbewerber in Deutschland – ein immer wieder heiß diskutiertes Thema, mit dem sich jetzt auch das diesjährige P-Seminar „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ unter der Leitung von Frau Rödl auseinandersetzte. Unser gemeinsames Ziel war es, Mitschüler und auch Lehrkräfte über die Lebensbedingungen und Einschränkungen solcher Flüchtlinge aufzuklären. Dabei nutzten wir das „Theaterkammerl“ im Schulkeller und verwandelten es zügig in das „Mini-Asylheim“. Für den eigentlichen, nachgebauten Wohn- und Schlafraum der Asylbewerber wurde nur etwa ein Drittel des Raumes benötigt, der Rest wurde mit informativen Fotos und Plakaten und einem üblichen Asylantrag (sechzehnseitig!) gestaltet.

Dann folgte auch schon der Startschuss: Ab dem 20.03 führten wir eine Woche lang Schulklassen von der 5. bis zur 10. Klasse durch unser „Asylheim“, welches auch in der großen Pause für jedermann offen stand, und brachten ihnen die Probleme und beengten Wohnverhältnisse der Flüchtlinge näher. Beim ersten Betreten schien der Aufenthaltsraum recht passabel, ja sogar fast gemütlich zu sein, aber die Vorstellung, sich knapp 20 Quadratmeter mit drei anderen Personen, möglicherweise aus einem anderen Land mit anderer Sprache teilen zu müssen, veranlasste die Meisten dann doch, ihr eigenes Zimmer zu bevorzugen, selbst wenn man dort mit kleineren Geschwistern auskommen musste. Auch die Tatsache, dass Asylbewerber mit 1.30 Euro am Tag auskommen müssen sorgte für Entsetzten, brauchen doch die meisten Schüler schon ungefähr drei Euro allein in der Mittagspause. Selbst gewöhnliche Freizeitaktivitäten bleiben den Asylbewerbern verwehrt, da das Geld für Computer oder Ähnliches fehlt und Flüchtlingen der Zutritt zu Schwimmbädern etc. nicht gestattet ist. Während es immer wieder der Fall ist, dass sich viele Leute mit solchen Tatsachen nicht konfrontieren wollen, sind die Probleme doch näher als so mancher denkt.

So hatte das P-Seminar die Möglichkeit, dem Asylbewerberheim in Mauern einen Besuch abzustatten. 35 Personen sind dort in einer Doppelhaushälfte auf zwei Etagen untergebracht, nur mit dem Nötigsten versorgt und mit jeweils nur einem Bad pro Stockwerk. Eines davon war sogar gerade wegen einer defekten Waschmaschine überflutet. Man hat gemerkt, wie unangenehm es den Flüchtlingen war, dass Besucher wie wir dieses Chaos sehen, werden Asylbewerber doch nicht selten von der Gesellschaft verachtet und als dumm und unhygienisch dargestellt. Doch solche Vorurteile waren schnell widerlegt, denn die Asylbewerber erwiesen sich als unglaublich freundlich und kooperativ und bereicherten somit unsere Ausstellung mit Informationen ungemein.

Im Nachhinein lässt sich sagen, dass das ganze Projekt eine völlig neue Erfahrung für uns war und wir hoffen, dass wir auch Anderen die Augen öffnen konnten, damit zu unserem kleinen Schritt in Richtung Gerechtigkeit für Asylbewerber noch viele weitere hinzukommen können.





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