Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Nachrichten | intern | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        











23.12.2009
  Von: Andreas Raith (Moosburger Zeitung)

Eltern schlagen Alarm - zu viel Stoff, zu hohe Anforderungen

 

Probleme mit der neuen Oberstufe am Gymnasium

Moosburg.Weihnachtsferien – das heißt Schulranzen in die Ecke stellen und zwei Wochen lang nicht an Mathematik-Formeln, Goethes Faust oder Mendelsche Regeln denken. So stellt man sich das vor. Ob auch die Schüler der Qualifizierungsstufe 11 am Gymnasium so einfach vom Schulalltag abschalten können? Glaubt man Elternverbänden, ächzen die Jugendlichen unter vollgestopften Lehrplänen und zu schwierigem Stoff und haben Angst, das Abitur nicht zu schaffen. Deshalb schlägt die Landeselternvereinigung (LEV) jetzt Alarm und fordert von der Staatsregierung schnelle Reformen. Auch der Elternbeirat des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums unterstützt den Vorstoß.

„Die Schüler sind wirklich völlig überlastet“, sagt Franz Waldherr, Vorsitzender des Elternbeirats am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium. Seine Tochter gehört zum ersten Jahrgang, der am G8 die neue Oberstufe besucht. „Sie kommt auf eine Arbeitswoche von 45 Stunden“, erklärt der Vater. Seine beiden Söhne, die noch neun Jahre aufs Gymnasium gegangen sind, hätten wesentlich weniger Druck und mehr Freizeit gehabt. In den vergangenen Wochen habe er viele Rückmeldungen von Eltern bekommen, die darüber klagen, dass ihre Kinder einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt sind. „Das geht an die Schmerzgrenze“, sagt Waldherr.

Diese Erfahrung hat auch Harald Renz aus Neufahrn gemacht, der im Vorstand der Landeselternvereinigung der Gymnasien sitzt. Er gibt zu bedenken, dass die Q11-Schüler in der Regel ein Jahr jünger und damit unreifer sind als die der alten Kollegstufe. Schon nach den ersten Wochen des Schuljahres hätten viele Jugendliche Versagensängste geplagt: „Oft hat man gehört: Das stehe ich sowieso nicht durch.“ Eltern befürchten, dass die ersten G8-Abiturienten schlechtere Notendurchschnitte erreichen werden als die letzten Absolventen des neunjährigen Gymnasiums – mit denen müssen sie aber um Jobs oder Studienplätze konkurrieren.

Das Hauptproblem, da sind sich Waldherr und Renz einig, ist der Lehrplan. Der sei viel zu umfangreich. Es gibt fünf statt bisher vier Abiturfächer, verpflichtend sind Mathe, Deutsch und eine Fremdsprache. Doch für Pflichtfächer seien die Anforderungen einfach zu hoch. „Sie entsprechen dem früheren Leistungskursniveau“, kritisiert Waldherr. „Mit dem Abitur sollte jemand nicht schon ein halbes Literaturstudium hinter sich haben“, fügt Renz an. Die Verbände beklagen auch, dass zu wenig Zeit bleibt, um den Stoff zu vertiefen. Das liege an zu großen Klassen und Lehrermangel.

Die Lehrkräfte nehmen die Elternbeiräte allerdings ausdrücklich von ihrer Kritik aus. „Die Lehrer bemühen sich, den Druck zu nehmen“, sagt Franz Waldherr. „Aber sie haben es schwer, weil sie starre Vorgaben haben.“ Bei der Stofffülle sei oft nur klassischer Frontalunterricht möglich, für neue Lehrmethoden bleibe kein Platz, erklärt der Moosburger, der selbst Hochschullehrern das Lehren beibringt: als Direktor des Didaktikzentrums der bayerischen Fachhochschulen.

Am Moosburger Gymnasium soll es ab Januar einen runden Tisch geben, an dem jeweils drei Lehrer, Schüler und Elternvertreter die Probleme mit der Q11 diskutieren. „Wir sind in einem ständigen Dialog“, bestätigt auch Rektorin Karolina Hellgartner. Man sei bemüht, den Übergang in die Qualifizierungsstufe für die Schüler so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Daran, dass die Schulen das alleine leisten können, glaubt die Landeselternvereinigung nicht. Deshalb fordert die LEV in einem Schreiben an Ministerpräsident, Kultusminister und alle Landtagsabgeordneten die Politik zum Handeln auf. Als schnelle Maßnahmen werden einfachere Abituraufgaben gefordert. Außerdem müsse im Lehrplan klar festgelegt werden, welche Inhalte für die Abiturprüfung relevant sind. Eine weitere Forderung ist die nach mehr Wahlmöglichkeiten für die Schüler – zum Beispiel sollen sie statt Mathematik ein anderes naturwissenschaftliches Fach für die Abi-Prüfung wählen können. Mittelfristig sollen die Lehrpläne komplett überarbeitet und die Stundenzahlen gesenkt werden. „Zunächst erwarten wir aber, dass sich kurzfristig etwas ändert“, betont Harald Renz. Denn die ersten Jugendlichen, die am G8 Abitur machen, sollen nicht die Versuchskaninchen für künftige Schüler-Generationen spielen.





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

Piwik Deaktivieren

test