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01.02.2010
  Von: Karin Alt (Moosburger Zeitung)

NAVIS-Helfer werden am Donnerstag abgelöst Zwölfköpfiges Team zusammengestellt

 

Spendenbereitschaft für Erdbebenopfer hält an

Im Beisein von stellvertretendem Schulleiter Hans Loibl (v.l.), Direktorin Karolina Hellgartner und Musiklehrer Stefan Pellmaier (r.) nahm Wolfgang Wagner eine Spende über 1000 Euro entgegen. Lisa Hölzl (v.l.), Petra Balazova und Anne Krüger von der SMV hatten sich am Kuchenverkauf beteiligt.

Moosburg.In und um Moosburg hat der Einsatz der Hilfsorganisation NAVIS im Erdbebengebiet in Haiti eine Welle der Spendenbereitschaft ausgelöst, die ungebremst weiterrollt. Am Montag war NAVIS-Vorsitzender Wolfgang Wagner an der Moosburger Außenstelle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Pulling und am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium, um Spenden entgegenzunehmen. Unterdessen steht das Team fest, das die Helfer um Dr. Thomas Geiner vor Ort ablösen wird. Am Donnerstagmittag werden die zwölf Ehrenamtlichen den Flieger besteigen und wiederum etwa drei Tonnen Hilfsgüter mitnehmen.

„Was brauchen die Menschen in Haiti?“, fragt Uschi Schmid. „Sauberes Wasser“ und „Pflaster“ schallt es aus der Kinderschar, die vor der Förderlehrerin des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Moosburg sitzt. Die Schüler haben ihre Sparschweine geplündert und einen Gesamtbetrag von 425,88 Euro gesammelt, den Schmid am Montag an Wolfgang Wagner von NAVIS übergab. Spontan legten der kleine Paul nochmal zehn Euro und André fünf Euro in die Sammelbox.

Wagner war überwältigt davon, dass sich auch so viele Kinder für die gute Sache einsetzen. Er erzählte ihnen, dass er mit Rainer Irlbauer telefoniert habe. Der Rettungssanitäter ist derzeit in Haiti und sei „sehr traurig“, weil so viele Kinder medizinisch versorgt werden müssen. Ein Bub, den er behandelt hat, habe ihm mit den Worten „I love you“ seinen Dank ausgesprochen. „Das berührt auch einen erfahrenen Rettungssanitäter“, so Wagner.

Gleich anschließend fuhr Wagner weiter zum Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium. Dort hatte die SMV einen Kuchenverkauf zum Geburtstag von Direktorin Karolina Hellgartner organisiert. „Ich durfte entscheiden, wohin der Erlös gehen soll“, sagte Hellgartner. „Und wir waren uns schnell einig, dass es Haiti sein soll.“ 281,50 Euro brachte der Kuchenverkauf ein. Zudem spendet die Schule einen Teil des Erlöses aus den Weihnachtskonzerten. Die Schulleitung legte nochmal etwas drauf, so dass Wolfgang Wagner insgesamt 1000 Euro in Empfang nehmen konnte. Jeweils weitere 500 Euro gehen an die Kinderhilfe Afrika der ehemaligen Schülerin Nathalie von Pressentin sowie an den Krebsverein „Christoph und Maria“ in Freising.

Eine spontane Hilfsaktion für die Erdbebenopfer hat das Café Woch’nblatt zusammen mit weiteren Moosburger Wirten gestartet. An der Theke wird das Woch’nblatt ein „Hilfs-Sparschwein“ aufstellen, in das die Gäste der Wirtschaft spenden können.

Den NAVIS-Helfern vor Ort geht es unterdessen gut. „Sie spüren zwar immer noch, dass der Boden unter ihren Füßen wackelt“, sagte Wagner derMoosburger Zeitung. Ein besonders schweres Nachbeben gab es am Sonntag, da haben auf dem OP-Tisch – ein einfacher Biertisch – die Instrumente gewackelt: so hat es Dr. Thomas Geiner erzählt.

Dieser hat gestern nach einem „Weckanruf“ durch den Radiosender Bayern1 um 5 Uhr morgens die offensichtlich funktionierende Satellitenleitung genutzt, um sich bei seinen Eltern, der Freundin und NAVIS zu melden. Dabei hat er erzählt, dass in den vergangenen Tagen gemeinsam mit einem kubanischen und einem amerikanischen Team ein großes Feldlazarett in Leogane aufgebaut wurde, in dem zahlreiche Operationen durchgeführt wurden – darunter noch immer viele Amputationen, weil eigentlich leichtere Verletzungen nach der langen Zeit zu Blutvergiftungen geführt hatten. Schwerstverletzte Patienten würden per Hubschrauber ausgeflogen. Mittlerweile fahre ein NAVIS-Team raus auf die Dörfer, um die Opfer dort medizinisch zu versorgen, während ein kanadisches Team in Leogane ein modernes Container-Hospital errichte.

„Wir sind sehr sicher“, hat Geiner seine Angehörigen beruhigt, die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen funktioniere bestens und die Haitianer seien sehr dankbar für jede Hilfe, insbesondere auch für das Trinkwasser, das die Moosburger mit der mitgebrachten Anlage aufbereiten. Der Anblick lachender Kinder, die mit einem aufgeblasenen Gummihandschuh Ball spielen, entschädige für vieles. Und natürlich auch die Tatsache, dass man zehn Tage nach dem Beben noch einen jungen Mann lebend aus den Trümmern von Leogane gerettet habe. Das mache den Helfern Mut und sei sicher auch für alle daheim ein Lichtblick, die sich für NAVIS engagierten. Man habe von der großen Spendenbereitschaft in der Bevölkerung gehört und sei unendlich dankbar dafür, so Geiner.

Weiter hat der Arzt erzählt, am Sonntag habe man sich gewundert, dass keiner ins Lazarett kam. Später habe sich dann herausgestellt: „Die waren alle in der Kirche.“ Die Haitianer seien zutiefst christlich, viele seien überzeugt davon, dass es schon einen Grund haben werde, warum Christus die Insel mit einem so schweren Schicksal bedacht habe.

Die Mannschaft, die jetzt seit einer Woche im Erdbebengebiet ist, wird am Donnerstag abgelöst. NAVIS hat mittlerweile ein weiteres zwölfköpfiges Team zusammengestellt, darunter vier Chirurgen, ein Anästhesist und einige Rettungsassistenten. „Ich bin total überrascht, dass sich so viele Ärzte unentgeltlich in den Dienst der guten Sache stellen“, betonte Wagner. Auch ein drittes Team ist fast komplett, das in etwa zwei Wochen auf die Insel Hispaniola fliegen soll. NAVIS wird auch diesmal etwa drei Tonnen Fracht mitnehmen. Unter anderem hat man Campingtoiletten und eine zweite Campingdusche organisiert. Um 12.15 Uhr hebt das Flugzeug am Donnerstag ab. Tags darauf werden dann die ersten drei der Moosburger Helfer zurück in der Heimat erwartet.

 





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