Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Nachrichten | intern | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        










09.02.2010
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Jenseitsvisionen und tänzerische Rhythmen

 

Benedikt Celler bewies im Münster ein hohes technisches und künstlerisches Niveau

Überzeugend: Benedikt Celler an der Orgel (Foto: fi)

Moosburg.Kann sich der Mensch ein detailliertes Bild von der Herrlichkeit der ewigen Kirche machen? Nach christlichem Glauben nicht, wohl sind aber Strukturen vorgegeben. In diesem Kontrastfeld haben zahlreiche Komponisten Fruchtbares für Orgel geschaffen, und eine Auswahl dieses Schaffens servierte Benedikt Celler am Sonntagnachmittag im sehr gut besuchten Kastulusmünster. Anlässlich dessen Wiedereröffnung und anlässlich Cellers Aufnahme als Jungstudent an die Musikhochschule München finde das Konzert statt, so Professor Stephan Zippe in seiner Begrüßung.

Am meisten spielte das oben genannte Spannungsfeld bei Olivier Messiaens „Apparition de l'église éternelle“ eine Rolle. Durch eine geschickte, französische Registrierung wurden harte Dissonanzen milde, verschwammen in der Akustik des Münsters zu einem andauernden Klang mit zahlreichen flirrenden Nuancen ähnlich wie in Ligetis vokalem „Lux aeterna“. Dieser Eindruck einer Jenseitsvision wurde durch perpetuierende Pedaltöne und markant herausgearbeitete Ganztonschrittfolgen in den tiefen Lagen kontrastiert, die das Werk horizontal gliederten. Leere Quinten besorgten diese Aufgabe in der Vertikalen. Mysteriös wirkte der Schlussklang: In der Doppelquinte aus „c“ und „g“ stach der oberste Ton etwas hervor, stellte beinahe aphoristisch eine Frage mit einer entfernten Ähnlichkeit zum überhängenden Violinton nach rund 20 Takten in Beethovens fünfter Sinfonie.

Messiaen war keine leichte Kost, wie Zippe bereits angedeutet hatte. Also eskortierte ihn Celler programmatisch geschickt vorne und hinten mit Bach. Der tänzerische 9/8-Takt des C-Dur Präludiums erklang zu Beginn des Konzerts dank einer gekonnten Artikulation fein abgestimmter Portati als ein solcher und nicht als Aneinanderstückelung von drei 3/8-Takten. Die silbrige, strahlende Registrierung fand einen Kontrast in der dichten und über weite Strecken hinweg ruhigen Fuge. Ein konsequentes Tempo und ein nachdenklicher Gesamtduktus mündeten erst gegen Ende in ein Crescendo, das in melancholisch wirkenden verminderten Septakkorden und ähnlichen Akkordkonstrukten seinen Höhepunkt fand.

Auf Messiaen folgte die Bearbeitung Franz Lehrndorfers von „Jesu bleibet meine Freude“. Der elegante 12/8-Takt wirkte fast etwas romantisch oder zumindest so, als habe Bach das Werk nicht für die Thomaskirche, sondern das Zimmermannsche Kaffeehaus in Leipzig komponiert.

César Francks dritter Choral in a-Moll beendete offiziell das Konzert. Celler, der auch hier seine herausragenden technischen Qualitäten unter Beweis stellen konnte, zeigte auf, dass Messiaen ohne die französische Orgelromantik nicht vorstellbar wäre: Im ersten Innenteil des rondoartigen Werks schuf er Analogien dank einer steten Pedalstimme und kammartig vorgetragenen vertikalen Linien. Sehr verspielt und schön hierzu kontrastierend geriet wiederum das zweite Couplet. Die Ritornelle zeigten wiederum auf, dass Franck Bachs Orgelpräludien verinnerlicht hatte.

Mit Bach als Zugabe endete das Konzert: Es gab quasi das „opus 1“, die berühmte d-Moll-Toccata – also den perfekten „Rausschmeißer“ für ein Konzert auf hohem programmatischen und technischen Niveau.

 





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

Piwik Deaktivieren

test