Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Nachrichten | intern | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        








27.10.2004
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Schubertiade

 

Orchester

Franziska und Mathilde Betz

Männerchöre

Moosburg. Zu einer „Schubertiade“ hatte das Karl Ritter von Frisch-Gymnasium am Mittwoch in die Aula der Schule eingeladen, und trotz Fußball und Bullen von Tölz war die Aula sehr gut besucht. Dabei gingen Finanznot und Kunst Hand in Hand: Rund 10000 Euro Anschaffungskosten muss das Gymnasium für den neuen Flügel erwirtschaften. Dazu trug unter anderem das Konzert bei, da die Lehrer des Gymnasiums verständlicher Weise wenig Lust hegen, am Bahnhof  Reisende zu fragen, ob sie einen Euro übrig hätten – man ist schließlich nicht in Berlin. Man befinde sich, so Schulleiter Wolfgang Hansjakob, „auf der Zielgeraden“.

Und so formierte sich eine „Große Koalition“ Moosburger Musiker, die unter Leitung von Hans Grichtmaier einen hohen Kunstgenuss bot, statt zu betteln. Dies zeigte bereits das Andante aus dem „Rosamunde“-Ballett, das das Schulorchester mit Ruhe und durchdachter Intonation beisteuerte.

Karin Loibls strahlender Sopran und Angelika Pollands profunder Alt setzten Akzente in diversen Kunstliedvertonungen. Bei durchkomponierten Liedern gestalteten sie strophenweise den Aufbau und zelebrierten viel Klangkultur. Susanne Hensel und Bernhard Huber stellten sich in den Dienst der Solistinnen und ergänzten die gesangliche Virtuosität mit einer durchdachten Klavierbegleitung. Sascha Altschäffl wiederum musizierte mit Karin Loibl einen zum Träumen anregenden Dialog mit Karin Loibl im „Hirt auf dem Felsen“.

Dass Schubert auch viel von Klavierkompositionen verstanden hatte, demonstrierten anschließend Susanne Hensel sowie Franziska und Mathilde Betz mit dem c-Moll-Impromptu und dem D-Dur-Militärmarsch. Die drei Schülerinnen überzeugten durch ein stringentes und technisch durchdachtes Spiel und integrierten melancholische Momente ebenso in ihre Interpretation wie aufbrausende Freude.

Christine Höcht (Klavier), Dr. Johannes Höcht (Violine), Christian Pompl (Viola), Ludger Mintrop (Cello) und Juliane Meding (Kontrabass) interpretierten drei Sätze aus Schuberts Forellenquintett. Die Variationen des Liedes erlangen in unterschiedlichen Lagen, das Fischlein tauchte quasi auf und ab, in der Moll-Variation deutete sich die Dramatik des Todeskampfes eindrucksvoll an. Ein beruhigendes Finale verriet jedoch, dass es zwar des Fischleins Schaden sein mag, geangelt zu werden, dass davon aber der Mensch als nächstes Glied der Nahrungskette erfreulicherweise profitiert.

Männerchöre mit und ohne Sologesang beendeten den regulären Teil des Abends. Angelika Polland als Altistin und die Tenöre Oliver Neumann und Dr. Anton Pongratz interpretierten zwischen lyrischen Momenten und kraftvollen Passagen rochierende Kompositionen. Pongratz firmierte einmal in einem Trinklied gar als Vorsitzender statt als Solist – so hatte Schubert den Part deklariert.

Nach dem Konzert gab es Erlesenes für den Gaumen – wie seinerzeit bei einer Schubertiade. Diverse österreichische O’batzn-Varianten standen auf dem Speisenplan, kalter Brater, eine Wurst mit Fenchel und österreichscher Weißwein. Und spontan entschlossen sich einige Musiker während des Schnabulierens, mit Wiener Liedern weiter zu musizieren. Im Prater blühte es den Liedtexten zufolge wieder und der Herrgott musste ein Wiener sein. So hätte auch Schubert eine Schubertiade ausklingen lassen.

 

 





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

test