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13.02.2010
  Von: Barbara Vetter (Moosburger Zeitung)

Ein ungewöhnlicher Unterrichtstag

 

Gymnasiasten informieren sich über Personalauswahlverfahren

Thomas Scheibling, Referent für Personal- und Organisationsentwicklung der Flughafen München GmbH,

informierte die Elfklässler des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums

über Personalauswahlverfahren in Unternehmen.

Moosburg. Mit weißem Hemd, schwarzer Hose und Krawatte sitzen Mario Müller und Jonas Hennrich im Klassenzimmer. Während ein paar der Mitschüler lächeln ob der für einen Schultag ungewöhnlichen Etikette, stellt Thomas Scheibling anerkennend fest: „Schublade auf – passt!“ und kommentiert zugleich die weiten Jeans und den Pulli eines anderen Schülers: „Schublade auf – passt nicht!“

Ein ungewöhnlicher Unterrichtstag stand dem BuS-Kurs am vergangenen Montag bevor: Thomas Scheibling, Referent für Personal- und Organisationsentwicklung der Flughafen München GmbH, kam auf Einladung von Lehrer Florian Kirch in das Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium, um über Bewerbungs- und Auswahlverfahren von Unternehmen, insbesondere das Assessmentcenter, zu informieren. Zum Abschluss des Berufs- und Studienorientierungsseminars (BuS), das im Zuge der neuen gymnasialen Oberstufe eingeführt wurde und das ein Halbjahr lang zwei Stunden pro Woche stattfand, hatten die Schüler Gelegenheit, sich Tipps und Erfahrungsberichte aus der Praxis einzuholen.

Dass ein Assessment-Center ein Personalauswahlverfahren ist, in dem die Bewerber verschiedene Probleme und Aufgabenstellungen lösen müssen, um sich als geeignet für die zu besetzende Stelle zu qualifizieren, war den jungen Leuten längst bekannt. In Referaten und dem Unterricht von Florian Kirch hatten sie die Thematik erarbeitet. Umso gespannter hören sie Thomas Scheibling zu, dessen Arbeitsplatz am Flughafen München allemal Gelegenheit gab, aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Bewerbungsunterlagen mit Rechtschreibfehlern, fehlende Zeugnisse bei den Unterlagen, mangelnde Kenntnisse über das Unternehmen, Kandidaten in ausgewaschenen Jeans, - „das kommt immer wieder vor“, erklärt Scheibling. Bei etwa 400 Bewerbern und letztlich acht Leuten, die zum persönlichen Gespräch eingeladen würden, lande man damit schnell in der falschen Schublade und sei aus dem Rennen. Sein Tipp lautet daher nicht nur, auf ein korrektes Äußeres zu achten, sondern sich auf die Auswahlverfahren intensiv vorzubereiten. „Wer bin ich? Warum will ich den Job? All das kann man Zuhause vorbereiten. Persönlichkeitskompetenz ist schließlich eine Frage der Selbstvermarktung.“

Bei Prüfungstests jedweder Art rät er den Schülern, mit Hilfe von Büchern oder dem Internet zu trainieren. Mit Blick auf Diskussionsrunden im Rahmen von Auswahltagungen fordert er sie zur Kreativität auf: „Wenn ihr das Thema vorschlagen könnt, sucht euch etwas aus, das irgendwo herkommt, nur nicht aus dem Bereich, in dem ihr euch bewerbt. Wenn man bei uns beispielsweise unter Nervosität und der Beobachtung von Experten anfängt, über Flughafenspezifika zu reden, kann das nur in die Hose gehen.“ Über das Wahlalter ab 16, ein Tempolimit auf Autobahnen oder auch schon mal das Backen eines Marmorkuchens – darüber lasse sich wunderbar diskutieren.

Rege stellen die jungen Leute immer wieder Fragen: Darf man im Bewerbungsgespräch Bayerisch reden? Scheibling bejaht: „Was den Flughafen München angeht, auf jeden Fall. Er ist ein Aushängeschild für Bayern, und da gehört Dialekt einfach dazu.“ Wie wichtig sind Noten? „Noten sind nachrangig, praktische Erfahrung ist viel wichtiger. Wenn ihr einen Job ausübt, egal ob im Fast-Food-Restaurant oder bei einem anderen Arbeitgeber, lasst euch ein Zeugnis ausstellen!“ Wie lange dauert es von der Stellenausschreibung bis zum Assessmentcenter? „Im Normalfall circa sechs Wochen, es kann aber leider auch manchmal ein halbes Jahr vergehen.“ Wie teuer ist diese Art des Auswahlverfahrens? „Eine durchschnittliche Ehe dauert sieben Jahre, die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 14 Jahren. Eine Firma sollte daher soviel Geld investieren wie möglich, um freie Stellen bestmöglich zu besetzen“, antwortet Scheibling. Generell bewege sich die Summe im vierstelligen Bereich.
Am Ende der Veranstaltung ziehen die Gymnasiasten ein positives Resümee: „Für spätere Bewerbungen war’s auf jeden Fall gut, weil man mal eine Ahnung kriegt, wie so was läuft“, sagt Eva Stuckenberger. Bevor sie die Bewerbungsphase ereilt, haben die Schüler zunächst noch Zeit, um erst einmal ihre Studien- oder Ausbildungspläne zu konkretisieren, die trotz eines halben Jahres BuS bei vielen noch nicht feststehen. Für erste können Hemd und Schlips also getrost  wieder in den Kleiderschrank.

 





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