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18.10.2002
  Von: Karl Rausch

Prof. Hubert Miller (LMU) - Thema: Antarktisforschung

 

Im "Jahr der Geowissenschaften" konnte das Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium Moosburg Dr. Hubert Miller, Professor für Allgemeine und Angewandte Geologie an der LMU München, für einen Vortrag an unserer Schule gewinnen.

Am letzten Freitag drängten sich etwa 60 Kollegiaten aus den drei Erdkunde-Grundkursen der K 12 und K13 im Mehrzweckraum, um Neues über die Antarktis zu erfahren.

Herr Miller, ein ausgewiesener Experte für die Geologie der Alpen und der Anden kam eher durch Zufall zu diesem "exotischen" Forschungsgebiet, als er 1965 und 1973 für jeweils zwei Jahren an den Universitäten Santiago-de-Chile und Valdivia lehrte. Seither hat er den zu 95 % vereisten Kontinent bereits fünfmal bereist, der übrigens korrekt "Antarktika" heißt, da der Begriff "Antarktis" auch die bis etwa zum 60. Breitengrad reichenden Meere mit einschließt. Als Grenze gibt man hier allgemein das Untertauchen des kalten und nährstoffreichen Wassers aus dem Süden unter das warme Wasser aus dem Norden an (Antarktische Konvergenz).

Der mit vielen Dias unterlegte Vortrag dokumentierte eindrucksvoll die Schönheit der Antarktis, die trotz der abseitigen Lage und der extremen Klimabedingungen selbst vor dem modernen Tourismus nicht ganz sicher ist. Trotzdem wagen sich auch heute noch in erster Linie Wissenschaftler dorthin, deren Arbeit durch das "Madrider Protokoll" geregelt ist. U. a. verpflichtet es die Forscher zur internationalen Zusammenarbeit und legt fest, dass nur die Staaten berechtigte Interessen an der Antarktis geltend machen dürfen, die dort ernsthafte wissenschaftliche Arbeit betreiben.

Die meisten der kostenintensiven Stationen findet man auf den "Nunataks", den wenigen eisfreien Bergen am Rande des Kontinents. Nur dort ist es überhaupt möglich geologische Feldforschung zu betreiben. Inzwischen ist man sich sicher, dass die Kohle- und Erzlagerstätten unter dem Eis wohl niemals abgebaut werden können, weil dies unrentabel ist. Das gilt auch für die Erdöl- und Erdgaslager in den angrenzenden Schelfbereichen bis 600 m Tiefe.

Wichtiger erscheint heute die Klimaforschung, die das teilweise 3000 Meter dicke Eis als Archiv unserer Erdatmosphäre in den letzten ca. 400 000 Jahren auswertet. Dass die Erde sich global erwärmt, kann man nicht zuletzt am Abschmelzen der Gletscherränder beobachten. Mit zwei Grad Celsius war die Temperaturzunahme hier im letzten Jahrhundert weltweit am höchsten.

Große Bedeutung räumt Herr Miller in Zukunft der Bioforschung ein, die besonders daran interessiert ist, wie Mikroorganismen aber auch Robben und Pinguine bei permanenten Temperaturen am und unter dem Nullpunkt und in monatelanger Dunkelheit überhaupt im Wasser existieren können.

Das wohl spannendste Unternehmen ist aktuell die Bohrung bei der russischen Inlandstation Wostok. Unter dreitausend Meter Eis verbirgt sich ein Süßwassersee, in dem man Mikroorganismen vermutet, die seit 15 Millionen Jahren isoliert von der übrigen Biosphäre existieren. Da nach dem derzeitigen Stand der Technik das Gestänge nicht hundertprozentig keimfrei gehalten werden kann, verharrt die Bohrung knapp oberhalb des Schmelzwassers, um eine Verunreinigung von außen her zu vermeiden.

An den 50minütigen Vortrag schloss sich eine Diskussion der Schüler und Erdkundelehrer mit dem Referenten an, der am Ende noch eine Lanze für das Geologiestudium brach. Grundvoraussetzungen sind für Herrn Professor Miller eine gute Kondition (Geologen reisen viel), Interesse am Fach und nicht zuletzt eine sichere Beherrschung der Mutter- und am besten mehrerer Fremdsprachen. Engagierte Geologen werden immer gebraucht und schlagen sich auch in anderen Berufsfeldern meist recht beachtlich.

Die Schüler quittierten den Vortrag mit lang anhaltendem Beifall, zumal Herr Professor Miller es als Ehrensache ansah, auf ein Honorar zu verzichten. Die Diskussion wurde anschließend im kleinen Kreise beim Mittagessen im Gasthaus "Alter Wirt" in Mauern fortgesetzt.

 

 

 





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