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11.03.2010
  Von: Robert Stangl (Moosburger Zeitung)

Erhebliche Brandschutzmängel am Gymnasium

 

Knapp 600 Schüler werden in Container ausgelagert – Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro

Ortstermin im Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium:Dort wo Landrat Michael Schwaiger steht, wird eine provisorische Trennwand errichtet, um die Geschosse in kleinere Einheiten zu unterteilen.

Im Untergeschoss wurden bereits Brandschotte über den Rauchschutztüren installiert

Oberhalb dieser abgehängten Decke ist ein Hohlraum, der Klassenzimmer mit den Fluren verbindet (Fotos: sr)

Moosburg. Im Februar 1978 wurde das Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium eingeweiht. Bei den Bauarbeiten sind damals Fehler gemacht worden, die zu gravierenden brandschutztechnischen Mängeln geführt haben. Entdeckt wurden diese aber erst jetzt „per Zufall“, wie Landrat Michael Schwaiger am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vor Ort sagte – bei Vorbereitungsarbeiten für die energetische Sanierung der Schule, die heuer stattfinden soll. Weil gewisse Risiken sofort beseitigt werden müssen, muss der Landkreis tief in die Tasche greifen. Allein die Maßnahmen für den Brandschutz werden etwa 2,2 Millionen Euro kosten. Belastet werden auch die Schüler, denn 20 Klassen müssen in Container umziehen.

Im Zuge der energetischen Sanierung des Moosburger Gymnasiums wurden im Bauteil 1 die Decken daraufhin untersucht, wo die geplante Beleuchtung sowie Kabel- und Lüftungskanäle angebracht werden können. Dabei entdeckten die Arbeiter, dass die Systemtrennwände zwischen Fluren und Klassenzimmern nur bis zur Unterkante der abgehängten Decken führen, darüber aber ein Hohlraum ist. Die gesamte Etage ist deshalb aus brandschutztechnischer Sicht nur ein Raum. Bricht Feuer in einem Klassenzimmer aus, so könnte der Rauch über diesen Hohlraum in die Flure gelangen und diese als Fluchtweg unbrauchbar machen. Das Material der Akustikdecken und Elektrokabeltrassen stellen zudem eine erhöhte Brandlast dar.

„Das haben wir 35 Jahre lang nicht gewusst“, sagte Landrat Schwaiger, „Gott sei Dank ist nix passiert.“ Als die Mängel bekannt wurden, hat die Verwaltung am Landratsamt reagiert und einen Plan erstellt. Nun sollen die Brandschutzmaßnahmen zusammen mit der energetischen Sanierung gemacht werden. Die 20 Klassen der Unter- und Mittelstufe, die im hauptsächlich betroffenen Bauteil 1 untergebracht sind, sollen in ein Containerdorf ausgelagert werden, damit die Arbeiten den Unterricht so wenig wie möglich stören. Knapp 600 Schüler müssen also umziehen.

Die Container sollen auf dem Sportplatz hinter dem Gymnasium aufgestellt werden, drei Stockwerke übereinander, damit noch Fläche für den Sportunterricht verbleibt. Diese müssen jedoch noch bestellt, aufgestellt sowie ans Stromnetz angeschlossen werden. Landrat Schwaiger rechnet damit, dass sie in sechs bis acht Wochen bezugsfertig sind. Um das Risiko bis dahin zu minimieren, wird bis zur Fertigstellung der Container eine Reihe von Sofortmaßnahmen ergriffen. So wurden über den Brandschutztüren im Untergeschoss bereits Brandschotte eingebaut sowie die Kabel und Leitungen brandsicher gemacht. In den Fluren, Decken und Klassenräumen im ersten und zweiten Stock des Bauteils 1 werden Rauchmelder installiert und es wurden selbstlöschende Abfallbehälter geordert.

Beide Geschosse werden vorübergehend durch provisorische Trennwände und Rauchschutztüren in kleinere Abschnitte unterteilt und nächste Woche wird eine außerplanmäßige Elektroprüfung durchgeführt. Alle weiteren Maßnahmen müssen in einem umfassenden Brandschutzkonzept erarbeitet und festgelegt werden.
Mit dem Vorgehen sind Landrat wie auch Schulleitung zufrieden. Man werde das Risiko auf ein Minimum reduzieren, mit diesen Sofortmaßnahmen „kann ich gut schlafen“, so Schwaiger. Direktorin Karolina Hellgartner betonte, ihr sei es lieber, wenn die Kinder in Container ausgelagert werden. Man könne sich besser konzentrieren als wenn „über oder unter mir mit dem Bohrer hantiert wird“.

Der dringend erforderliche Brandschutz kommt den Landkreis teuer zu stehen. Neben den drei Millionen Euro für die energetische Sanierung und den 250000 Euro für eine geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gymnasiums rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe etwa 2,2 Millionen Euro für den Brandschutz. Hinzu kommen rund 350000 Euro für die Klassencontainer. Summa summarum: knapp sechs Millionen Euro. „Wir waren relativ bescheiden glücklich, als wir das erfahren haben“, sagte Landrat Schwaiger. Denn mit diesen Kosten habe man nicht gerechnet.

Die Energiesanierung wird mit 2,25 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II bezuschusst, man wolle eruieren, ob der Landkreis für den Brandschutz Mittel aus der FAG-Förderung der Regierung von Oberbayern bekommen kann. Diese könnten etwa 30 Prozent der Kosten betragen.
Ob der beim Bau verantwortliche Architekt oder die ausführende Baufirma rechtlich belangt werden können, soll laut Schwaiger geprüft werden. Der Landrat glaubt, dass „der Brandschutz schon damals nicht ausreichend war“. Weil die Errichtung aber schon über 30 Jahre zurückliegt, sieht er keine großen Erfolgschancen für eine Klage.

 





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