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18.11.2000
  Von: veronika Beer (Moosburger Zeitung)

Studium im Ausland ist empfehlenswert

 

Traditioneller Berufsinformationsabend am Gymnasium - Wertvolle Tips aus der Praxis

Moosburg. Ein weiteres Mal hatten Schüler und Eltern am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium die Möglichkeit, sich bei einem Berufsinformationsabend wertvolle Tips zu holen. Organisation und Leitung hatte Studiendirektor Werner Fleischmann. Der erfahrene Pädagoge referierte selbst zum Thema "Von der Schule über das Studium zum Beruf und überließ es im weiteren Ingrid Rentz, einer "Ehemaligen", über ihre Auslandserfahrungen zu berichten. Dieses "Moosburger Konzept" wurde praxisnah ergänzt durch Frage-Antwort-Gespräche der Schüler mit den insgesamt 29 Abiturienten früherer Jahre, die inzwischen in den verschiedensten Berufen Erfahrungen gesammelt haben. Aktuell Iag das Schwergewicht auf den High-Tech-Berufen. An der Veranstaltung nahmen rund 200 Personen teil.

Werner Fleischmann sprach über den Weg "Von der Schule über das Studium zum Beruf", der teilweise in Sackgassen ende, zur Umkehr zwinge, zumindest aber viel Zeit in Anspruch nehmen könne. Im Vergleich zu 1970 absolviere heutzutage gut ein viertel einer Altersjahrgangs das Abitur, doch nur rund zehn Prozent erreichten einen Universitätsabschluß. Als mögliche Gründe nannte der Redner den zunehmenden Studienverzicht und einen drastischen Anstieg der Abbruchquote im Studium. Diese habe sich seit den siebziger Jahren auf 30 Prozent verdoppelt.
Das praxisorientierte Arbeiten an den Fachhochschulen liege mit einer Abbruchquote von einem Fünftel deutlich unter der von Universitäten Sowohl die Studiengänge der Physik und Elektrotechnik (50 Prozent), als auch die der Wirtschaftswissenschaften und Informatik (60 Prozent) seien hiervon betroffen. An der Spitze der vorzeitigen Exmatrikulation liege weiterhin das Fach Mathematik, bei dem nur knapp ein Drittel bis zum Schluß durchhalte. "Bildungsforscher prophezeien einen erheblichen Akademikermangel für die nächsten Jahre", meinte Werner Fleischmann. "Die Green-Card-Diskussion ist nur ein Vorbote dieser Probleme".

Die fehlende Sicherheit
Schlechte Berufs- und Arbeitsmarktchancen sowie die Wahl des falschen Studienfachs aufgrund mangelnder Vorstellungen bezeichnete er als Ursachen. "Vielen fehlt es an Sicherheit darüber, warum das gewählte Fach für sie geeignet ist, was sie erwartet und welche Ziele sie mit ihrem Studium verfolgen wollen und können", mahnte der Studiendirektor.
Mehr denn je würden auch finanzielle Probleme zum Studienabbruch führen. "Die Unvereinbarkeit von Nebenerwerbstätigkeit und Studienanforderung machen jedoch nicht nur den Universitäten Sorgen. Auch wir Gymnasiallehrer hoffen immer mehr, daß unsere Schüler neben ihren Jobs am Flughafen oder bei McDonalds genügend Zeit finden, der Unterrichtsverpflichtung nachzukommen", so Fleischmann.
Wer nach dem ersten Semester abgehe, weil er sich andere Prioritäten setze, sei nicht zu kritisieren, meinte der Redner. Er wies aber darauf hin, daß ein Drittel der Abbrecher oft sieben Semester bis zur Einsicht verschwende. Laut Werner Fleischmann könnte dem eine frühzeitige Konfrontation der Schüler mit den beruflichen Möglichkeiten entgegenwirken. "Und welche Information ist besser, als die Diskussion mit dynamischen jungen Leuten über ihre eigenen Studien- und Berufserfahrungen?" stellt er zuletzt die rhetorische Frage.
Ingrid Rentz war aufgrund ihrer Auslandserfahrung als Referentin ausgesucht worden. Vor 13 Jahren hatte sie am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium ihr Abitur gemacht und sich für ein Studium der" Informatik in der Wirtschaft" entschieden. Im Anschluß daran arbeitete sie in der Unternehmensberatung einer Münchner Firma. Als" Master of Management" versuchte sie sich in Chicago und danach in Ghana. Hier war sie am Entwicklungsprojekt "Women's Center" beteiligt. Weiter führte sie der Weg als Unternehmensberaterin nach London. Seit Oktober leitet sie eine eigene Abteilung bei Siemens in München.

Zahlreiche Möglichkeiten
Mit Hilfe von Folien, die von einer Lichtquelle an die Wand projiziert wurden, versuchte sie den Anwesenden die Vor- und Nachteile eines Auslandsstudiums näherzubringen Zu diesem Zweck hatte sie im Vorfeld eine Befragung durchgeführt. Die Angesprochenen hatten auf die Frage "Würdest du dich erneut dafür entscheiden, einen Teil deines Studiums im Ausland zu absolvieren?" mit einem eindeutigen "Ja" geantwortet. Als wichtiger Grund wurde angegeben, daß man seine Berufschancen und Sprachkenntnisse verbessern könne und fürs Leben lerne, da der Horizont merklich erweitert und man automatisch viel selbständiger werde.
Die größte Hürde bei der Realisierung der Auslandspläne sei für viele die Finanzierung. Ingrid Rentz riet zu einer umfassenden Informationseinholung über Stipendienprogramme. "Es gibt tatsächlich viel mehr Möglichkeiten als man denkt", motivierte sie die Schüler. Sie selbst habe zuerst im Studentenwohnheim gelebt, sich aber bald für die billigere Variante der Wohngemeinschaft entschieden.
Noch heute pflegt die erfolgreiche Unternehmensberaterin ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu ihren ausländischen Freunden und Bekannten. Ein Studium dieser Art könne sie daher nur empfehlen. Die Frage "Kann ich das schaffen?" beantwortete sie mit den Worten ja, mit ein bißchen Mut, Flexibilität und Durchhaltevermögen bestimmt."

"Identität und Freiheit"
Anschließend konnten die Anwesenden an den 45minütigen Diskussionen in den Klassenzimmern teilnehmen. Im lockeren und ungebundenen Frage-Antwort-Gespräch war eine persönliche und umfassende Informationsmöglichkeit für verschiedene Berufsfelder vorhanden. Engagiert plauderten die 29 Ehemaligen aus dem Nähkästchen. So entstand eine freundschaftliche Atmosphäre, die nichts mit dem nüchternen Schulalltag gemeinsam hatte.
Großes Interesse galt unter anderem dem selbständigem Designer Michael Kerscher, der jeweils mehr als 30 Schüler in seiner Runde versammelte. Schnell gelang es ihm die Anwesenden mit seinem Projekt eines beweglichen Aussichtsturmes in seinen Bann zu ziehen. "Identität, Individualität und Freiheit " lautete seine ermutigende Parole.

Organisator Werner Fleischmann und die Anwesenden waren zufrieden mit dem Ablauf des Berufsinformationsabends, der so am Gymnasium bereits zur Tradition wird. Nach 1996 und 1998 fand er bereits zum dritten Mal statt. Die Fortführung dieser Reihe dürfte schon programmiert sein.





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