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14.11.1998
  Von: Veronika Beer (Moosburger Zeitung)

Wertvolle Fingerzeige von Texas-Experten

 

Guter Besuch bei Berufsinfoabend des Gymnasiums – "Ehemalige" sprachen aus ihrer Erfahrung

Moosburg. Wenn Oberstudienrätin Rotraud Grottenthaler die Hoffnung aussprach, der Berufsinfoabend möge sich für die Anwesenden in der Aula des Gymnasiums lohnen, so erwartete sie nicht zuviel. Der Verlauf der Veranstaltung war sicherlich für die meisten Schüler der Jahrgänge 9 bis 13 ausgesprochen wertvoll. Dafür garantierte das Referat von Dieter Genth, Personaldirektor von Texas Instruments in Freising, ebenso wie das von Hans Seitenberger, Personalleiter beim gleichen Unternehmen. Den Rahmen bildeten die Einführung von OStR Grottenthaler und das Resümee ihres Kollegen OStR Werner Fleischmann, dem Initiator und Organisator des Ganzen. Wie schon vor zwei Jahren hatte man wieder zahlreiche einstige Schüler des Karl-Ritter-von-Frisch- Gymnasiums dafür gewinnen können, den Nachkommenden Erfahrungen und Fingerzeige für die bevorstehende Berufswahl zu vermitteln.

Dieter Genth von Texas Instruments gab einen Einblick in den von ihm repräsentierten Betrieb. Er sprach von 1150 Mitarbeitern, von denen 800 den Beruf des Ingenieurs bzw. des Technikers ausüben. Die Konkurrenz sei groß, und um sich einen Vorteil zu erarbeiten, müsse ständig dazugelernt werden, so Genth. Bei Texas Instruments müßten 40 Stunden im Jahr für ein berufliches Weiterbildungstraining aufgewendet werden. Nur so habe sich das Unternehmen zum Marktführer bei elektronischen Bauteilen für das Handy entwickeln können. Weiter erwähnte der Redner die exzellente Ausbildung, wodurch deutsche Abiturienten den amerikanischen um zwei Jahre voraus seien. Die Welt ändere sich ständig. Es entstünden neue Berufsbilder, und viele Berufe seien verschwunden, wie zum Beispiel der des Schriftsetzers. Dieter Genth erzählte auch aus seinem persönlichen Umfeld und zeigte auf, wie man wegen mangelnder Information oder kurzfristigem Desinteresse nur über große Umwege zu seinem Traumberuf finden könne. Er sprach die Technisierung der heutigen Zeit und weitere Entwicklungen wie virtuelle Schulen der Zukunft und Möglichkeiten des Einkaufens über das Internet an.

Rückschluß auf Belastbarkeit

Abschließend ging der Personaldirektor auf Anforderungen seines Betriebes im Hinblick auf Zeugnisnoten ein. Genth nannte neben den Haupt- und Lernfächern auch Sport als Rückschluß auf die Belastbarkeit von Bewerbern. Personalleiter Hans Seitenberger von Texas Instruments veranschaulichte anhand von Folien die Anforderungen der Wirtschaft. Er begann mit dem Teilgebiet der Kompetenz, die er in einen persönlichen, fachlichen und sozialen Bereich gliederte. Bei ersterem erschienen ihm vor allem folgende Grundhaltungen und Werteinstellungen wichtig: Zuverlässigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Konzentrationsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Selbständigkeit sowie die Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik.

"Ein ständiges Dazulernen ist sehr wichtig", meinte Seitenberger und fuhr fort, "denn ansonsten wird man seinen Job nicht lebenslang behalten können." Zur fachlichen Kompetenz gehöre das Grundwissen in den bedeutendsten Lern- und Lebensbereichen. Dazu zähle man unter anderem eine gute Beherrschung der deutschen Sprache sowie der elementaren Rechentechniken. Letztere hat er in der Vergangenheit bei Industriekaufleuten mit Abitur oftmals vermißt. Hinzu kommen die Kenntnisse unserer Kultur und die der englische Sprache, die heute auch bei Medizinern und Psychologen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Am essentiellsten erscheint Hans Seitenberger eine Kompetenz der sozialen Art, wie Kooperations- bereitschaft, Teamfähigkeit, Toleranz und das kollegiale Austragen von Konflikten. Der Ärger dürfe keinesfalls verdrängt werden, um ein gutes Arbeitsklima im Betrieb aufrecht zu erhalten. Die soziale Kompetenz bezeichnete er als eine der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl neuer Mitarbeiter und bei der Selektion von Führungskräften. Sie beinhaltet die Fähigkeit zur Kommunikation, Integration, Adaptation und zur Selbstkontrolle.

Scheitern bei der Bewerbung

Seitenberger gab auch zu bedenken, daß viele Bewerber schon am Problem der Bewerbung scheitern. Für deren Abfassung gab er den Anwesenden Ratschläge. In ein Anschreiben müsse man Arbeit und Gehirnschmalz zur glaubwürdigen Begründung von Aussagen investieren. Es sei deutlich zu machen, ob es um Nebenjob, Hobby, Ferienarbeit oder Praktikum gehe. Sorgfältig sollte auch begründet werden, warum man sich gerade bei diesem Unternehmen bewerbe. Daß man auch dabei der Wahrheit die Ehre gebe, sei selbstverständlich.

Natürlich hatte der Texas-Personalleiter auch Negativbeispiele parat, von denen hier eines wörtlich zitiert sei: "Als logisch- analytisch denkende und zielorientiert planende Persönlichkeit bringe ich all die Voraussetzungen mit, die man in einem weltweit tätigen Unternehmen unabdingbar benötigt."

Nach einem Schlußwort der Schülersprecherin drängten die etwa 200 Anwesenden in die Klassenzimmer, um sich für eine Berufsfeld beraten zu lassen. Die Gymnasiasten zeigten sich begeistert von der offenen Art und dem persönlichen Einsatz der Referenten. Erwartungsgemäß war der Zustrom, entsprechend den beruflichen Vorstellungen, individuell sehr verschieden.

Im Dezember ist am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium die Durchführung eines Berufseignungstests geplant, der von der Süddeutschen Zeitung und der Allianz-Versicherung kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.





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