Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Nachrichten | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        









22.09.2006
  Von: Stefanie Reiter

Schule@Museum - 4. Wichtige Begriffe

 

Beispiel für eine Skulptur:Michelangelo:David 1501-1504, Marmor

Beispiel für ein Plastik:Alberto Giacometti:Diego, 1954,Bronze

Bronzeguss

Der Bronzeguss ist ein Urformverfahren, bei dem flüssige Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn, in eine Form gegossen wird, um einen gewünschten Gegenstand aus Bronze herzustellen. Typische Produkte waren und sind u.a. Glocken, Epitaphien, Plastiken, Werkzeuge, Kanonen, Spiegel und Schmuck.
Der Bronzeguss genießt eine lange Tradition, die in ihren Wurzeln bis in das Neolithikum zurückreicht. Im 4. vorchristlichen Jahrtausend haben Menschen begonnen Kupfer zu schmelzen und zu gießen. Erste Nachweise für gegossenes Kupfer in Mitteleuropa sind Tiegelfunde aus der Pfyner Kultur, Schweiz. Ab etwa 2200 v. Chr. taucht Zinn-Bronze regelmäßig in Mitteleuropa auf.
Der Bronzeguss ist neben der Kaltbearbeitung der Bronze, der wichtigste Produktionsprozess der Bronzezeit, da er nach und nach die Produktion der Steingeräte ersetzt. Von großem Vorteil ist die Wiederverwendbarkeit des Metalls, das sich beliebig oft wieder einschmelzen lässt.
Im Verlauf der Menschheitsgeschichte haben sich mehrere Form-Verfahren herausgebildet:

  1. Gießen in Dauerformen 
  2. Gießen in Verlorene Formen 

 

1. Gießen in Dauerformen

Für Kupferwerkstoffe lassen sich Dauerformen aus Stein und Metall herstellen. Metallformen werden auch als Kokillen bezeichnet. Heutzutage werden Stahlkokillen in der Industrie eingesetzt. Für das Handwerk ist lediglich Gießen in Verlorene Formen rentabel. Der Bronzeguss spielt in der modernen Welt in erster Linie für Künstler eine Rolle, andere Werkstoffe der Bronze überlegen sind.

2. Gießen in Verlorene Formen

In der Literatur wird das Wachsausschmelzverfahren oft mit dem Verfahren der Verlorenen Form gleichgesetzt. Dies ist technisch nicht richtig, da auch Sandformen zu den verlorenen Formen zählen, die nach dem Guss zerstört werden. Beim Wachsausschmelzverfahren sollte also eher vom Verfahren mit Verlorenem Modell gesprochen werden. Anforderungen an den Formstoff sind die Bildsamkeit, Gasdurchlässigkeit, mechanische Belastbarkeit vor dem Guss und guter Zerfall nach dem Guss, um nur die wichtigsten zu nennen. Der Guss erfolgt meist in kalte Formen, die zunächst unbedingt trocken gebrannt werden müssen. Hierbei ist auch darauf zu achten sämtliches chemisch gebundene Kristallwasser zu entfernen.

Bronzeguss mit Urmodell

Der nachfolgende Artikel beschreibt die Herstellung eines Wachspositivs mit Hilfe einer sogenannten Gips-Stückform. Das Wachspositiv wird für die Herstellung einer Form mit dem Wachsausschmelzverfahren benötigt. Da die Silikonkautschukmassen eine relativ neue Entwicklung sind wird hier eine traditionelle Weise beschrieben, mit der Wachsmodelle auch ohne Silikonkautschuk hergestellt werden können. Eine Stückform besteht aus einzelnen Stücken, die Teile des Modells derart abformen, dass keine Hinterschneidungen entstehen, die ein Abnehmen der Stücke unmöglich machen würden. Nachdem alle Gipsstücke hergestellt, und die Stückform fertig ist, werden die Gipsstücke nacheinander wieder abgenommen um das Gipspositiv freizulegen. Die Gipsstücke werden gewässert und danach zusammen gefügt. Der entstandene Hohlraum wird nachfolgend mit flüssigem Wachs ausgepinselt bzw. geschwenkt. Nachdem das Wachs erkaltet ist lassen sich die einzelnen Gipsstücke entfernen und das Wachsmodell kann entnommen werden. Durch die mehr oder minder große Anzahl der Gipsstücke sind auf dem Wachs zahlreiche Nähte entstanden, die vor dem Herstellen der Gussform überarbeitet werden müssen.

Arbeitsschritte:

  1. Modell (evtl. aus Ton)
  2. Gipsnegativ
  3. Gipspositiv gießen und ausbessern
  4. Teilabgüsse, die Unterschneidungen vermeiden, ergeben Stückform (Negativform), Gipspositiv bleibt erhalten
  5. Stückform zusammensetzen und innen mit Wachs auskleiden
  6. (Kernmasse einfüllen)
  7. Einzelne Stücke der Stückform abnehmen und Wachs auf diese Weise entformen
  8. Wachs überarbeiten

Plastik und Skulptur

(v. griech. πλαστός „bilden, formen“)ist der neben Bildhauerkunst und Skulptur heute im Deutschen gebräuchlichste Oberbegriff für eine der Hauptarten (mit Malerein und Graphik) der bildenden Kunst. Plastik verwirklicht sich in real vorhandenen körperlichen Formen und durch Dreidimensionalität.
Plastiken treten in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf.

Als wichtige Unterscheidung innerhalb der traditionellen Techniken dieser Kunstart bezeichnet Plastik im engeren Sinne die Herstellungstechnik eines Werks dessen Form durch „Antragen“ von weichen Materialien entsteht, vom Kern aus von innen nach außen wölbend.  Auf diese Weise entstehen zum einen Modelle der meist durch Abguss in ein Zwischen oder Endmaterial verbrachten (Bronze, Beton, Eisen, Gips..) oder durch Abnahme von einer Form (Pappmaché, Kunststoff) hergestellten Plastiken. Allerdings gibt es auch Plastiken, die aus erhärtenden oder härtbaren Werkstoffen (Ton, Keramik, Terakotta) hergestellt werden und für sich stehen. Dagegen handelt es sich bei der eigentlichen Skulptur (lat von sculpere „schneiden, gravieren“) um das Abtragen harten Materials von Außen nach Innen in den Block aus dem Stein. Außer der Bild-„hauerei“ (Steinplastik, Marmor..) rechnet auch die mit weniger Schlagarbeit betriebene „Schnitzerei“ (Holz, Elfenbein, Spreckstein) dazu.

 





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

test