Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Nachrichten | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        









07.05.2008
  Von: Alexander Kappen (Süddeutsche Zeitung)

In Deutsch, Englisch und Mathe unter Bayerns Besten

 

Untersuchung des Kultusministeriums / Leitung wertet Ergebnis als Ausdruck eines guten Arbeits- und Lernklimas

Fotos: Marco Einfeldt

Moosburg Wenn Karolina Hellgartner aus ihrem Bürofenster sieht, blickt sie direkt auf den neuen Stolz der Schule. Rund 3,7 Millionen hat der Anbau gekostet, der im April offiziell eingeweiht wurde. "Die Raum-Enge hat endlich ein Ende", sagt Hellgartner, seit Anfang des Jahres Leiterin des Moosburger Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums.

In dem Erweiterungsbau gibt es nun zusätzliche Kursräume für die Kollegstufe und Klassenzimmer, eine Mensa, Aufenthaltsräume für die Schüler, zwei Computerzimmer, Chemieräume und eine Schülerlesebibliothek. Der Pausenhof, auf dem mittlerweile neue Sitzgelegenheiten, Basketballkörbe und Tischtennisplatten zum Erholen und Spielen einladen, wurde bei den Bauarbeiten ebenfalls umgestaltet. Die Schulleiterin hat unter den derzeit 1006 Schülern und 73 Lehrern eine "große Zufriedenheit" festgestellt, das Klima sei jetzt "viel entspannter".

Auf ein gutes Klima legen die Verantwortlichen des 1974 gegründeten Gymnasiums, das sowohl einen naturwissenschaftlich-technologischen als auch einen sprachlichen Zweig anbietet, ohnehin großen Wert. "Das Miteinander wird bei uns groß geschrieben", sagt Hellgartner, auf Werte wie Beständigkeit, Höflichkeit, Respekt, Toleranz und Vertrauen lege man großes Gewicht. Als Ausdruck des guten Arbeits- und Lernklimas wertet die Schulleitung die geringe Fluktuation im Lehrer-Kollegium sowie eine Untersuchung des Kultusministeriums, wonach das Moosburger Gymnasium bei Leistungstest in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik zwischen 2002 und 2007 stets zu den 25 besten in Bayern gehörte.

Das gegenseitige Helfen und Akzeptieren sollen Einrichtungen fördern wie das Tutorenprogramm der Zehntklässler, die sich um die Neuankömmlinge aus den fünften Klassen kümmern und ihnen im Schulalltag zur Seite stehen. In Moosburg versucht man, die oft zitierte "Schulfamilie" wirklich zu leben. Werner Fleischmann, Mitarbeiter der Schulleitung, jedenfalls beteuert: "Wenn bei uns - zum Beispiel bei irgendeinem Projekt oder einer Veranstaltung - Arbeit anfällt, muss man die Leute nicht lange anbetteln, jeder ist da, wenn man ihn braucht." Probleme wie in der Großstadt habe man in Moosburg nicht, "bei uns ist alles persönlicher".

Darüber hinaus versteht sich das Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium aber auch als innovative, individuelle und informative Schule. Zu ersterem zählt Karolina Hellgartner das "Aufgreifen aktueller Themenbereiche und die Beschäftigung damit". So hätten sich Elternbeirat, Schüler und Lehrer zuletzt mit vielen Aktionen am Projekt "Gesunde Schule" beteiligt (siehe Bericht unten).

Individuell sei ihre Schule deshalb, "weil wir stark auf die Neigungen und Probleme der einzelnen Schüler eingehen. Wer an der Schnittstelle vom G 9 zum G 8 Probleme hat, bekommt in einem speziellen Förderunterricht die nötige Unterstützung. Wahlfächer wie Fotografie, Orchester, Theater oder das neu eingeführte Angebot "Chemische Analyse" tragen den besonderen Talenten der Schüler Rechnung. Gerade im künstlerischen Bereich "bieten wir viel, wir haben große Aufführungen", sagt die Schulleiterin stolz.

Den regen Informationsfluss gewährleisten neben der sehr gut gepflegten Homepage des Gymnasiums die Schülerzeitung "Der Stachel" und das ebenfalls von Schülern gestaltete "Gelbe Blatt", das die Eltern über Ausflüge oder sonstige Schulaktivitäten am Laufenden halten soll.

Ein großer Berufsinformationsabend, den es bereits seit 1996 gibt, rundet das Angebot ab. Alle zwei Jahre lädt Werner Fleischmann etwa 25 Referenten ein, die den meist 250 bis 300 interessierten Schülern der Jahrgänge 9 bis 13 die Vorzüge, aber auch Nachteile ihres jeweiligen Berufs, Studiums oder Ausbildung näher bringen. Großen Wert legt Fleischmann auf sein "Moosburger Konzept", das heißt: "Es referieren ausschließlich ehemalige Schüler von uns." Mit Ausnahme des großen Eröffnungsvortrags, den stets ein namhafter externer Redner übernimmt. Im Jahr 2004 beispielsweise war der Münchner TU-Präsident Wolfgang Herrmann zu Gast bei der Schulfamilie des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums.

Großes Angebot an Wahlfächern

Bigband, Informatik, Theater oder Forscherkurs - Fast jede Neigung wird bedient

Schüler: 1006
Klassenstärke (5. bis 11. Klasse): 27,5
Lehrer: 73

Gegründet: 1974
Namensgeber: Karl Ritter von Frisch (1886 - 1982), Nobelpreis 1973 für die Erforschung des tierischen Verhaltens.

Auszeichnungen: Ergebnisse im Bereich der zentralen Leistungstests in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik: von 2002 bis 2005 und 2005 bis 2007 unter den besten 25 Gymnasien Bayerns.

Ausbildungsrichtungen und Sprachen: Ab der 5. Klasse Englisch, ab der 6. Klasse zusätzlich Latein oder Französisch. Ab der 8. Klasse naturwissenschaftlich-technologischer oder sprachlicher Zweig (Französisch als dritte Fremdsprache).

Intensivierungsstunden: unter anderem Förderprogramme an der Nahtstelle G8/G9 (Jahrgangsstufe 10).

Wahlfächer: Differenzierter Sport, Tanz, Fotografie, Werken, Chor, Orchester, Bigband und Instrumentalunterricht, darstellendes Spiel (Theater), Erste Hilfe, Outlook, Informatik, Aerodynamik, Zeitungs- und Literaturprojekte, fremdsprachliche Konversationskurse, Forscherkurs Physik, biologische Übungen, Politik und Zeitgeschichte.

Austauschprogramme: mit Frankreich (Casseneuil sur Lot und Baillargues) und den USA im Rahmen des GAPP-Programms (Upper Arlington, Columbus/Ohio und Exeter High School, Reading/Pennsylvania).

Fahrten: unter anderem Schullandheimaufenthalt (Jahrgangsstufe 6), Skikurse (7), Besinnungstage (9), Berlinfahrt (11), Studienfahrten (11 bis 13).

Berufsorientierung: Berufsinformationsabende mit jeweils etwa 25 Referenten, BIZ-Besuche, Teilnahme an Studienorientierungstagen der Universitäten.

Besondere Aktivitäten: umfangreiche Projekttage am Ende des Schuljahres, Sportturniere, Teilnahme an Wettbewerben, Organisation von Ausstellungen, Dichterlesungen, Konzerte.

Schüleraktivitäten: Tutorensystem für Schüler der Jahrgangsstufe 5, Schülerzeitung "Der Stachel", Schulsanitätsdienst, Suchtpräventionsgruppe "Power Peers", verschiedene SMV-Arbeitskreise.

Abitur-Notendurchschnitte: 2,23 (2004); 2,3 (2005); 2,27 (2006); 2,17 (2007). 

Was gefällt Ihnen an der Schule?

Der kürzlich fertig gestellte Anbau sowie der neu gestaltete Pausehof kommen sowohl bei Schülern als auch Lehrern des Moosburger Gymnasiums sehr gut an. Bei einer Umfrage wurde zudem die Atmosphäre im täglichen Miteinander positiv hervorgehoben.

Stella Macri (16 Jahre, Klasse 9b) aus Bruckberg (li.): "Ich finde den Anbau und den neuen Pausehof sehr schön, auch wenn man bei der Umgestaltung vielleicht ein paar Grünflächen einplanen hätte können. Die meisten Lehrer bei uns sind ziemlich locker, das Unterrichtsklima ist eigentlich perfekt. Ich finde die Angebote außerhalb des Unterrichts gut." Julia Pregler (15 Jahre, Klasse 9b) aus Margarethenried: "Ich finde die Tanzgruppe ganz toll und das Musical, das wir aufführen. Das ist ein großes Projekt. Das Projekt Gesunde Ernährung finde ich auch gut."

Denise Voigtländer (31 Jahre) aus München unterrichtet in Moosburg seit September Geschichte und Deutsch: "Ich finde meine Kollegen und die Schüler sehr sympathisch. Das Gebäude mit dem Neubau ist ganz nett - vor allem der sonnige Innenhof für die Lehrer. Es wäre gut, wenn wir noch mehr Wahlfächer hätten, zum Beispiel Sprachen."

Laura Albrecht (12 Jahre, Klasse 6d) aus Attenkirchen (li.): "Ich finde die Schule von außen und innen sehr schön, durch die vielen Bilder und Ausstellungen sieht sie nicht so eintönig aus. Es gibt schöne Sachen außerhalb des Unterrichts, aber leider viele - zum Beispiel Tanzen - erst ab der 9. Klasse. Nicole Spreng (12 Jahre, Klasse 6d) aus Moosburg: "Mir gefallen der Pausehof und der Neubau. Unsere Schule ist schön bunt, es gibt tolle Bilder."

Anton Büchler (59 Jahre) aus Ergolding unterrichtet Mathe und Erdkunde: "Dass ich seit 1979 an der Schule bin, zeigt, wie gut es mir hier gefällt. Es ist sehr wichtig, dass man mit den Kollegen und der Schülerschaft gut auskommt, und bei uns passt das sehr gut. Positiv ist auch das neue Gebäude."
 

Lisa Lüdeck (17 Jahre, Klasse 11d), Schülersprecherin, aus Moosburg: "Mir gefallen der Anbau, der neue Pausehof und der Computerraum. Die Atmosphäre ist sehr gut, es gibt keine großen Konflikte zwischen Schülern und Lehrern. Die Fahrten nach Amerika und Frankreich sind auch gut. Allerdings gibt es zu wenige attraktive Wahlfächer außerhalb des musischen Bereichs. Mehr Sprachunterricht, zum Beispiel Italienisch, wäre gut."
 

Markus Wurzer, 17 Jahre, Klasse 11c), Schülersprecher, aus Langenpreising: "Die technische Ausstattung der Schule finde ich gut, und den neuen Chemiesaal. Wir haben ziemlich gute Lehrer, die meisten sind sehr sympathisch. Bis auf die Wahlfächer sind die Angebote außerhalb des normalen Unterrichts ganz gut."

Gute Freunde in New Athens

Der Schüleraustausch mit den USA ist Hobby für Hans Loibl

Moosburg Der bayerisch-amerikanische Freundschaftsquilt an der Bürowand ist nur die Spitze des Eisbergs. "Hier im Schrank habe ich noch eine ganze Menge davon", sagt Hans Loibl und öffnet die Tür, hinter der all die bunten Steppdecken liegen, die er regelmäßig von einer amerikanischen Bekannten geschenkt bekommt. Für den Studiendirektor haben sie eine ganz besondere Bedeutung, schließlich stehen sie symbolisch für den Schüleraustausch mit den USA, den er bereits seit 19 Jahren organisiert.

In all der Zeit, in der Loibl nun schon mit je 40 bis 45 Schülern für ein paar Wochen nach New Athens und Upper Arlington reist, "haben sich mit den Leuten dort gute Freundschaften entwickelt", sagt er, "der Austausch ist für mich schon so etwas wie ein Hobby, eine große Leidenschaft". Umso schwerer war es wohl für ihn, dass er heuer erstmals seit 19 Jahren nicht die Reise über den Atlantik antrat. Loibl ist seit Februar stellvertretender Schulleiter des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums, wegen personeller Engpässe im Direktorat war er diesmal unabkömmlich.

Ebenso eng wie mit dem USA-Austauschprojekt ist der Name Hans Loibl mit dem Moosburger Gymnasium an sich verbunden. Loibl, der aus der Nähe von Zwiesel stammt, kam 1980 als Referendar an die Schule und unterrichtet dort seitdem Englisch, Erdkunde und Ethik. Nach den Lehrern der ersten Stunde, die mittlerweile schon in den Ruhestand verabschiedet worden sind, sieht der 55-Jährige sich als Vertreter "der zweiten Generation nach der Schulgründung, mittlerweile gehöre ich schon zu den alten Haudegen".

Vor seiner Tätigkeit als stellvertretender Schulleiter war Loibl Fachbetreuer für Erdkunde und Mitarbeiter des Direktorats. An seiner Schule gefällt ihm besonders, "dass man hier stets gute Entwicklungsmöglichkeiten hat, wenn man Eigeninitiative zeigt". Bestes Beispiel sei der USA-Austausch, "der mich immer stark motiviert und mir sehr viel gegeben hat". Die Zusammenarbeit mit Schülern und Eltern bezeichnet Loibl als "vertrauensvoll", im Direktorat werde erfreulicherweise der Team-Gedanke groß geschrieben. Das gute Verhältnis zu den Kollegen, mit denen er zum Beispiel regelmäßig Basketball spielt, schätzt Loibl genauso wie die Tatsache, dass sich "das Kollegium so für die Schüler einsetzt".

Dass der Vater von zwei erwachsenen Kindern, die am Moosburger Gymnasium ihr Abitur gemacht haben, an seiner Arbeit so großen Spaß hat, liegt auch an der in seinen Augen perfekten Fächerkombination: "Eine Sprache, eine Naturwissenschaft und was für"s Hirn - da habe ich alles für Herz, Seele und Gemüt." Hans Loibl ist mit seinem Job "rundum zufrieden - mein Beruf erfüllt mich" - und er gewährleistet, dass im Hause Loibl immer genügend Quilts vorhanden sind. axka

Hungrigen Schülern Lust aufs Frühstück machen

Im Projekt "Gesunde Schule" geht es schwerpunktmäßig um die Ernährung, aber auch um Bewegung und Suchtprävention

Moosburg Der Schulleiterin ist das Thema "persönlich sehr wichtig". Karolina Hellgartner liegt neben der geistigen auch die körperliche Fitness ihrer Schüler am Herzen. "Wenn man sich vorstellt, dass manche überhaupt nicht frühstücken, ist das schon bedenklich", sagt sie. Hellgartner und ihre Kollegen am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium überlegten, "wie wir auf das derzeit sehr aktuelle Thema reagieren können". Schließlich nahm sich die Schulentwicklungsgruppe um die Lehrer Christiane Rabl, Stefanie Reiter, Roland Kirschner und Bernhard Huber der Problematik an, das Projekt "Gesunde Schule" war geboren.

Die Schulentwicklungsgruppe übernimmt dabei nur "die grobe Planung", wie Roland Kirschner sagt, an den zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen seien auch viele andere Lehrer und Schüler maßgeblich beteiligt. Das Gesamtprojekt existiert seit Beginn des laufenden Schuljahres, einzelne Teile davon, wie die von Annette Faul geleitete Suchtpräventionsgruppe "Power Peers", gab es allerdings schon davor.

Eine zentrale Rolle im Projekt "Gesunde Schule" spielt die Ernährung. Die Aktion "Gesundes Frühstück" am letzten Schultag vor den Osterferien beispielsweise sollte dazu beitragen, "dass die Schüler überhaupt einmal Gefallen an einem Frühstück finden", sagt Bernhard Huber. In allen Klassen frühstückten die Schüler an diesem Tag gemeinsam. Darüber, welche Nahrungsmittel dafür am besten geeignet seien, hatten sie zuvor im Biologieunterricht gesprochen. Bei einer anderen Aktion verkauften Schüler der SMV in der Pause Obst.

Angebote wie die Aktion "rauchfreie Lunge" oder ein Erste-Hilfe-Kurs runden das Programm ab. Die Gesundheit der Lehrer kommt bei dem Projekt ebenfalls nicht zu kurz. So widmeten sie heuer den jährlich verpflichtenden Pädagogischen Tag ganz diesem Thema. Dabei ging es unter anderem um das Stressmanagement in der Schule sowie das Erlernen von Atmungs-, Stimm-, Sprech- und Entspannungsübungen.

Am 22. November steht der nächste Großkampftag des Gesundheitsprojekts auf dem Programm. Dieser Samstag, an dem die Schüler als Ausgleich für die verlängerten Allerheiligen-Ferien in den Unterricht müssen, ist an der ganzen Schule als "Gesundheits- und Bewegungstag" geplant.

"Wir sind noch in der Phase der Grobplanung", sagt Roland Kirschner, aber zum Programm könnten etwa eine Rückenschulung, die Suchtprävention oder die Vorstellung von Sportvereinen gehören. "Eventuell besucht uns auch jemand von einem Lebensmittel verarbeitenden Betrieb."

In jedem Fall rechnet die Schulentwicklungsgruppe wieder mit dem großen Engagement der Schüler. Bisher hätten diese das Gesundheitsprojekt "im Großen und Ganzen gut angenommen", meint Kirschner, "auch wenn zum Beispiel das Vollkornbrot beim gesunden Frühstück wahrscheinlich nicht jedem geschmeckt hat".

Was aber nichts an der Fortsetzung der Aktion ändert. Wenn es nach Karolina Hellgartner geht, dann gibt es das Frühstück demnächst "regelmäßig ein bis zweimal im Jahr".   -axka-
 

 

 

 

 

 

 

 

 





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

test