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19.11.2011
  Von: Karlheinz Jessensky (Moosburger Zeitung); Fotos: Stephan Hager

Väterlicher Chef, großer Forscher und Lehrer

 

Festabend am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium zum 125. Geburtstag des Namensgebers

Moosburg. Er war ein großer Naturwissenschaftler, ein Nobelpreisträger - und Namensgeber des Moosburger Gymnasiums: Karl Ritter von Frisch. Ihm zu Ehren und aus Anlass seines 125. Geburtstags und der Namensgebung im Jahr 1983 fand in der Mensa des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums (KRvFG) am Donnerstagabend ein Festabend statt. Das Hauptreferat hielt Ulrich Kreutzer, der jüngst eine umfassende Biographie über von Frisch veröffentlicht hat. Anekdoten aus ihrer Studienzeit in den 50ern des vergangenen Jahrhunderts und ihren liebenswerten Doktorvater steuerte Dr. Angela Rossmann bei.
Man hätte dem großen Namensgeber gern einen noch größeren Rahmen gewidmet, sagte Schulleiterin Oberstudiendirektorin Karolina Hellgartner bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste in der Mensa. Allein die derzeitige Baustelle am Gymnasium lasse dies nicht zu. Gekommen waren unter anderem der Gründungsschulleiter Norbert Herrmann - der noch nach seiner Ruhestandsversetzung weiter studiert und als Biologe promoviert hat -, Vize-Bürgermeister und Schulreferent Martin Pschorr, Schulleiter der Nachbarschulen, das Kollegium, Ehemalige, Elternbeirat, Sekretariatspersonal und Hausmeisterehepaar. Alle wollten von dem berühmtem Manne hören, von dem man gemeinhin nur weiß, dass er sein Leben den Bienen gewidmet hat.
Hellgartner erinnerte an die Geschichte des Gymnasiums: 1974 das erste Schuljahr mit drei Klassen im "Turnhallengebäude" - ein Gymnasium noch ohne Namen. 1978 dann die Einweihung des heute Altbau genannten Gebäudeteils, 1981 die Neubaueinweihung, 1983 das erste Abitur und die Namensgebung. Verantwortlich für die Namensgebung: Norbert Herrmann, ein Schüler Karl Ritter von Frischs. "Heute ist das KRvFG mit fast 1000 Schülern eine gefestigte Einrichtung im Landkreis Freising", schloss die Schulleiterin.

Ausstellung von Schülern

Den weiteren Abend moderierte Studienrat Markus Bertl, der, zusammen mit seiner Kollegin Regina Bach, auch den gesamten Abend organisiert hatte, von der Ausstellung, die Schüler der Klassen 8 b und 8 d über das Lebenswerk von Frischs erstellt hatten, bis zu den abschließenden Appetithäppchen beim Sektempfang. Auf den Schautafeln der Ausstellung nachzulesen: auch neueste Erkenntnisse, dass der Schwänzeltanz der Bienen je nach Bienenart unterschiedlich ist. Die musikalische Umrahmung bestritten als Streicher-Duo Musiklehrer Tobias Rottmann und Mathe-/Physiklehrerin Christine Höcht.
Ulrich Kreutzer, M.A. der philosophischen Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU München, hat eine Biographie über Karl Ritter von Frisch geschrieben - eine weitere, denn von Frisch ist einer der bekanntesten Verhaltensforscher des letzten Jahrhunderts. Das Buch Kreutzers entstand zunächst aus einer Abschlussarbeit an der Uni, es ist das Ergebnis einer ungeheueren Quellenarbeit in Archiven und dem Nachlass von Frischs, bestehend aus Tagebüchern und sehr viel Korrespondenz. Sein gesamtes 95-jähriges Leben stellte von Frisch in den Dienst der Forschung. Ihm gelangen bahnbrechende Entdeckungen im Bereich der vergleichenden Sinnesphysiologie und der Verhaltensforschung. Zu seinen besonders wichtigen Leistungen gehört die Entdeckung und Entschlüsselung der "Bienensprache". Dafür und für seine weiteren zoologischen Erkenntnisse erhielt er 1973 den Nobelpreis für Medizin.

Mit sechs Jahren einen Buntspecht dressiert

Geboren wurde er am 20. November 1886 in Wien, gestorben ist er am 12. Juni 1982 in München. Schon an die Schulzeit erinnerte sich von Frisch: "Jeder Frosch interessierte mich mehr als die Schulaufgaben." Bereits im Alter von sechs Jahren zog er einen zahmen Buntspecht, der ihm zugeflogen war, im Wohnzimmer auf und "dressierte" ihn. Im Alter von 17 Jahren begann er systematisch Tiere zu sammeln und hatte nach drei Jahren von den wichtigsten Tiergattungen der Region je ein Exemplar. Bereits 1919 machte von Frisch im Institutsgarten der Alten Akademie in München die Entdeckung, die sein weiteres Leben entscheidend prägen sollte: Die Biene führt nach ihrer Rückkehr von einer neu entdeckten Futterstelle einen Tanz auf der Wabe vor. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte er weitere wichtige Erkenntnisse über diese "Bienensprache" und vervollkommnete diese.
Dr. Angela Rossmann hatte vor 60 Jahren das Glück, bei von Frisch zu studieren - wie auch Norbert Herrmann. Sie konnte aus dem reichen Schatz der Erfahrungen, auch aus der persönlichen Zusammenarbeit, manche Anekdote zum Besten geben. "Er war ein väterlicher Chef, großartiger Forscher und Lehrer", sagte sie am Ende ihres mit großem Applaus bedachten Vortrags. Wahrlich ein würdiger Namensgeber für das Moosburger Gymnasium.





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