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31.07.1975
  Von: Norbert Herrmann

Jahresbericht 1974-75 (Auszug)

 

Landwirtschaftsschule

Mit diesem Jahresbericht legt das Gymnasium Moosburg zum ersten Mal Rechenschaft über die Arbeit wahrend des vergangenen Schuljahres ab.

Die formelle Entscheidung des Bayer. Staatsministeriums für Unterricht und Kultus in Moosburg ein Gymnasium einzurichten, war die Grundlage für den Aufbau unserer Schule. Es bedurfte der Mithilfe vieler, die äußeren Voraussetzungen für den Unterrichtsbeginn rechtzeitig zu schaffen. Ihnen allen an dieser Stelle zu danken, ist uns selbstverständliche Pflicht. Die Eltern unserer Schüler haben ihr Vertrauen in eine Anstalt gesetzt, von deren Leistungen sie noch keine Kenntnis haben konnten. Bedanken möchte ich mich bei meinen Mitarbeitern, die alle erdenklichen Möglichkeiten genutzt haben, einen vollwertigen Unterricht nicht nur in rein zeitlichem Umfang zu gewährleisten. Ohne die Mithilfe der Damen und Herren, die sich der Schule als nebenberufliche Lehrkräfte zur Verfügung gestellt haben, wäre dieses Ziel nicht erreichbar gewesen.

Dank gebührt auch den Schülern, die es uns leicht gemacht haben, hier als Lehrer tätig zu sein. Überall dort, wo es ihnen möglich war, haben sie Aufgaben und Arbeiten übernommen, die den Schulalltag in vieler Hinsicht verbessert haben.

Eine neue Schule kann nur gedeihen, wenn sich ihr auch die Personen und Institutionen verbunden fühlen, die sie tragen. Für den Schulleiter ist es ein beruhigendes Gefühl, an Ende des ersten Schuljahres sagen zu können, daß er überall offene Türen, Verständnis und Hilfe gefunden hat. Daß es heute ein Gymnasium in Moosburg gibt, verdanken wir in erster Linie dem Landkreis Freising, Herrn Landrat Schrittenloher und dem Kreistag, der Stadt Moosburg, Herrn Bürgermeister Hertel und dem hiesigen Stadtrat. Bei Herrn Rektor Mayer und seinem Kollegium von der Hauptschule Moosburg fanden wir gute Aufnahme, Rat und Entgegenkommen. Wir hoffen, daß wir die Gastfreundschaft nicht mehr zu lange in Anspruch nehmen müssen. Lassen Sie mich zum Schluß noch den Beamten des Landratsamtes, vor allem Herrn Amtsrat Peisl, dem Schulamt, den Kollegen der übrigen Moosburger Schulen und der Freisinger Gymnasien für ihre tatkräftige Unterstützung Dank sagen.

Der Beginn des Gymnasiums Moosburg fällt in eine Zeit großer Unsicherheit im Bereich des Erziehungswesens. Jahrelang wurde mit allen denkbaren Mitteln für den Besuch weiterführender Schulen geworben. Die Folgen der wirtschaftlichen Rezession, die Überfüllung der Hochschulen und die Unsicherheit vieler Eltern über die Berufsaussichten ihrer Kinder haben das Problem von Bildung und Ausbildung in einen anderen Blickwinkel gerückt. Der Numerus-clausus in vielen Studienbereichen der Universität ist für die Schüler der heutigen fünften Klassen sicher nicht von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist es aber, sich, darüber Gedanken au machen, ob es das ausschließliche Ziel der Höheren Schule ist, zu einem Hochschulstudium zu führen.

Wollen wir die Zukunft der Kinder im Auge behalten, so dürfen wir trotz ständigen schnellen Wandels erwarten, daß an diese Jugendlichen in zehn oder zwanzig Jahren Anforderungen herangetragen werden, die einen hohen Bildungsstand erzwingen. Wissen und Können sind erste Voraussetzungen, um sich stets wechselnden Aufgaben anpassen zu können. Nicht umsonst wird Mobilität - auch im Berufsleben - verlangt. Daraus wiederum folgt, daß der Besuch eines Gymnasiums nicht nur dazu dient, den Heranwachsenden ein angestrebtes Berufsziel finden zu lassen, sondern eine größere Bedeutung hat. Gründliche und umfassende Schulbildung vermittelt ihm die gerade heute erforderliche breite Grundlage.

Das Gymnasium ist immer noch eines der Themen bei der Diskussion über das Für und Wider der verschiedenen Schulformen. Es muß sich, die Präge gefallen lassen, ob es in der Vergangenheit nicht zu eigennützige Ziele verfolgt hat. Hat das Gymnasium wirklich immer den Schüler und seine berechtigten Forderungen an die Bildungsstätte in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt? Ich glaube, daß es hier einige Versäumnisse gutzumachen gilt! Das heißt sicher nicht, blindlings allen Reformvorstellungen zu folgen. Es heißt auch nicht, alle Kritik an der Schule und dem Schulsystem ungeprüft anzunehmen, weil es gerade modern ist. Es verlangt aber Aufgeschlossenheit für mögliche Verbesserungen und es fordert vor allem mehr Bescheidenheit auf der Seite der Institutionen und ihrer Träger.

In dieser mit vielfältigen Reformideen angefüllten Zeit gerade ein neues Gymnasium aufzubauen, ist nicht einfach. Auch einer neuen Schule sind Grenzen gesetzt, die durch die allgemeingültigen Bestimmungen für das Höhere Schulwesen gezogen sind. Eine Schule, die sich im Aufbau befindet, hat aber die Möglichkeit, neue Arbeitsweisen zu finden und Ziele zu setzen, bei welchen es in erster Linie nicht um das "Was", sondern um das "Wie" geht. Was wir uns vorstellen, ist eine Arbeitsform, die Lehrer, Schüler und Eltern enger an die gemeinsame Aufgabe bindet. Jeder soll den Teil zum Gelingen beitragen, den er erbringen kann. So kann der Aufbau einer neuen Schule zu einem Werk werden, dem sich alle Beteiligten persönlich verbunden fühlen.

An dieser Stelle möchte ich die bisherige Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat unserer Schule hervorheben. Als Anstaltsleiter wünsche ich mir, daß diese Art des "Miteinander" auch in Zukunft so bleibt. Das offene Wort und das vorurteilslose Gespräch über alle gemeinsam interessierenden Fragen sind der beste Weg, das dargelegte Ziel zu erreichen. Besonderen Dank den Eltern für die finanzielle Hilfe im Rahmen der Elternspende. Die Schüler haben dadurch viel für die aktive Gestaltung -des Musikunterrichtes gewonnen.

Man kann ein Schuljahr nicht abschließen, ohne an das nächste zu denken. Viele mögen den Eindruck haben, daß sich über dem Kommenden dunkle Wolken zusammenziehen. Es kann nicht geleugnet werden, daß der Anfang zum Teil schwer war und schwer ist. Jede neu beginnende Schule muß sich zunächst mit Provisorien abfinden. Wir sind zuversichtlich! Diejenigen, die mit der Arbeit vertraut sind, wissen, daß alles getan wird, um gute Voraussetzungen für Schüler und Lehrer zu schaffen. Wir sind überzeugt, daß auch die verantwortlichen politischen Gremien das Ihre dazu tun werden, um den berechtigten Wunsch nach eigenen Schulanlagen zu unterstützen und bald Realität werden zu lassen.

 





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