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31.07.1981
  Von: Norbert Herrmann

Jetzt san ma fertig - jetzt san ma a Schui

 

Das war der Tenor am 3. Juni 1981 bei der Einweihung des 2. Bauabschnitts. Ja, der Bau steht jetzt in seiner endgültigen Größe und Ausstattung. Was vor sieben Jahren noch kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist Wirklichkeit geworden.

Jeder, der diese Zeilen liest, wird verstehen, daß wir uns zunächst einmal darüber freuen und daß wir auch stolz auf das sind, was wir geschaffen haben. Wenn man sich freut, dann sollte man jenen danken, die die Freude ausgelöst haben. Unser Dank gebührt vor allem dem Landkreis Freising, den Mitgliedern des Kreistages, seinem Schulausschuß und an deren Spitze Herrn Landrat Schrittenloher. Durch die Entscheidungen der Mitglieder dieser Gremien wurde das 1974 eingeleitete Projekt konsequent und in einer Form zu Ende geführt, die uns allen Respekt und Anerkennung abnötigt. Eingeschlossen in den Kreis derjenigen, die sich intensiv um die Einrichtung eines Gymnasiums bemüht haben, ist die Stadt Moosburg. Sie hat sich vor allem beim ersten Bauabschnitt auch finanziell in dankenswerter Weise beteiligt.

Wir werden allen Bürgern der Stadt und des Umlandes im September, zu Beginn des neuen Schuljahres, Gelegenheit geben, den fertiggestellten Bau zu besichtigen. Mit dem Abschluß der beiden Bauabschnitte ist der Schulleiter vieler Sorgen und Probleme ledig. Der Rahmen, in dem die Schule jetzt und in den nächsten Jahrzehnten leben kann, ist gegeben. Das heißt aber nicht, daß wir jetzt arbeitslos würden - oder uns keine Gedanken mehr um die Schule machten. Im Gegenteil! Mehr Zeit bleibt jetzt für die Auseinandersetzung mit den schulischen und erzieherischen Fragen der Gegenwart. Dazu aber gehört wiederum die Mithilfe von verschiedenen Seiten.

In erster Linie sind hier die Eltern angesprochen. In den bisherigen Jahren des Aufbaues bestand ein selten gutes Verhältnis zwischen den Eltern auf der einen, der Schule auf der anderen Seite. Vor allem danken wir das dem Engagement und Interesse des Elternbeirates. In diesem Kreis hat der Schulleiter immer offene Ohren und Hilfe gefunden. Ein herzliches Dankeswort an dieser Stelle kann nur bescheidener Ausdruck dessen sein, was ich sagen möchte.

Lob und Dank gehört aber auch unseren Schülern. Sie haben mitgeholfen, eine für alle Beteiligten gute Schulatmosphäre zu erhalten. Die Mitglieder der gewählten Schülervertretung waren für mich stets gute Gesprächspartner. Sie hatten es nicht immer leicht; herzlichen Dank für das Verständnis, auch dann, wenn ich Nein sagen mußte.

Neben den Schülern sind deren Eltern die Leser dieses Jahresberichtes. An sie möchte ich mich mit einigen Sorgen wenden, die jeden an seinem Beruf interessierten Pädagogen bedrücken. Es gibt in der Erziehung schwierige Phasen durchzustehen, die viel, viel Geduld erfordern. Es geht aber nicht, daß man alle Probleme einfach auf die Schule abwälzt.Wir sind oft enttäuscht, wenn wir beobachten, wie schnell elterliches Interesse nachläßt, sobald der Übertritt gesichert und die Probezeit vorbei ist. Nicht selten wird der Kontakt erst dann wieder aufgenommen, wenn es zu spät ist. Dabei kann ein gutes Gespräch Wunder wirken. Es geht nicht darum, daß Sie Anleitungen für die häusliche Vorbereitung Ihrer Kinder bekommen. Erst das gegenseitige Kennenlernen gibt Eltern und Lehrern die Möglichkeit, das Kind besser zu verstehen und schulische Schwierigkeiten leichter meistern zu können. Darüber hinaus ist es vor allem wichtig, daß das Kind Verständnis der Eltern und Geborgenheit spürt, daß zu Hause die Ruhe gegeben ist, die ein Schüler für die Erledigung seiner Arbeiten braucht.

In den Medien und von so manchen Pseudo-Psychologen wird der Schule der Vorwurf gemacht, sie schaffe Leistungsdruck, erzeuge Streß usw. Leider ist es oft das Elternhaus, das letzte Ursache für diese Auswüchse der Hektik ist. Das stundenlange Sitzen vor dem Fernseher hat als einziges Resultat nur unruhigen Schlaf. Wie kann man von den Kindern verlangen, daß sie lesen oder arbeiten, wenn Vater oder Mutter - möglichst noch im gleichen Raum - vor dem laufenden Fernseher sitzen? Ob das nicht auch "Streß" auslöst? Wie soll ein Kind ausgeruht und entspannt eine Schulwoche beginnen, wenn die Familie das Wochenende vorher Hunderte von Kilometern durch die Gegend gerast ist, um "Sport" zu betreiben? Lohnt es sich nicht, auch über das Für und Wider solcher Unternehmungen einmal nachzudenken?
Und noch ein letztes: Helfen Sie uns, die Kinder auch dazu zu erziehen, daß sie etwas bescheidener werden. Ein wenig Konsumverzicht da oder dort hilft auch der Klassen- und Schulgemeinschaft!

Das waren, wenn Sie so wollen, einige Wermutstropfen, die unsere Freude über das abgelaufene Schuljahr trüben. Wenn Sie zu einigem Nachdenken anregen, haben sie ihren Zweck erfüllt. Dem, der das "Kind" aus der Taufe gehoben hat, möge es erlaubt sein, nochmals Dank zu sagen und der Schule eine gute Zukunft zu wünschen.

Jahresbericht 1980/1981





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