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12.03.2011
  Von: Robert Stangl

"Mehr Baustellen, weniger Tiefbohrungen"

 

Unterrichtsstoff in G 8 ist zwar dichter, aber oberflächlicher - Es fehlt die Übungszeit

Moosburg.

"Die Oberstufe soll die Qualität des Abiturs im Hinblick auf die von Hochschulen und Arbeitswelt geforderten Kernkompetenzen sichern." So steht es auf der Internetseite des bayerischen Kultusministeriums geschrieben. Doch hat sich dieses Anliegen im achtstufigen Gymnasium wirklich erfüllt ? Nach Meinung von Gerhard Meindl und Eva Betz nicht - im Gegenteil. Die beiden Lehrer des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums unterrichten Schüler aus dem auslaufenden neunjährigen System und aus dem neuen G 8. Ihr Fazit: Das Abitur ist künftig weniger wert als früher.

"In der Stundentafel der neuen Oberstufe werden die Fächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen gestärkt. Dabei wird das Grundwissen, das in Unter- und Mittelstufe vermittelt wurde, erweitert", ist auf der Homepage weiter zu lesen. Gerhard Meindl ist Mathematiklehrer und empfindet das ganz anders. Der Unterrichtsstoff im G 8 sei zwar dichter, aber dafür oberflächlicher. Es würden mehr Kapitel "angerissen, aber nichts gescheit gemacht", so Meindl. Speziell in Mathe und Physik müssten die Schüler beispielsweise Formeln zwar anwenden können, "aber der Beweis fällt weg". "Mehr Baustellen, aber weniger Tiefbohrungen", fasst Meindl zusammen.

Ähnlich ist es auch im Deutschunterricht, wie Eva Betz zu berichten weiß. In der Oberstufe müsse der selbe Stoff, der sich früher über drei Jahre gestreckt hatte, in der G 8 in zwei Jahren gemacht werden. "Die 11. Klasse fehlt, das merkt man massiv", sagt sie. Aufsatzarten, die die Schüler vormals in der elften Jahrgangsstufe gelernt haben, gebe es jetzt nicht mehr. "Die Schüler der Q 12 haben nie eine literarische Erörterung geschrieben. Beim Abitur müssen sie es aber können", sagt Betz. Weil so viel Stoff gemacht werden muss, fällt die Übungsphase weg.

Durch den dichten Stundenplan - die Schüler haben teilweise viermal pro Woche Nachmittagsunterricht - könnten Aufsätze auch zuhause nicht geübt werden. "Man kann kaum Hausaufgaben geben. Wann sollen sie die denn machen ?", sagt Betz. Das Üben zuhause sei im achtstufigen Gymnasium "noch notwendiger", so Meindl, "findet aber weniger statt". Die Übung fehle auch in Mathematik. Die Intensivierungsstunden in Unter- und Mittelstufe "bringen zwar etwas, reichen aber nicht aus".

Ein weiteres Problem sind die großen Kurse. Weil alle Schüler in Deutsch und Mathe Abitur machen müssen, sitzen nicht wie früher im Leistungskurs zehn oder 15 Schüler vor den Lehrern, sondern 26. "Da kann nur normaler Klassenunterricht stattfinden", so Betz. Es werde zwar verlangt, viel in Gruppen zu arbeiten, "das geht aber eigentlich gar nicht". Für unmotivierte Schüler sei es außerdem einfacher, in der Masse zu verschwinden.

Moosburger Zeitung, 12.03.2011





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