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02.07.2011
  Von: Robert Stangl

Die Versuchskaninchen verlassen das Labor

 

Die ersten G8-Abiturienten haben ihre Zeugnisse erhalten – "Großversuch" ist beendet

Moosburg.

Als sie an die Schule kamen, war alles noch ganz normal. Doch nur wenige Monate später veränderte sich plötzlich alles. Aus dem neunstufigen wurde ein achtstufiges Gymnasium. Neuer Lehrplan, neue Bücher, keine Vorkenntnisse. Doch sie haben es überstanden und sind jetzt am Ziel: Sie sind der erste G8-Jahrgang des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums mit Abitur. Gestern haben sie in der Mehrzweckhalle ihre Zeugnisse erhalten und dürfen das "Labor Schule" nun verlassen – ganz nach dem Motto ihrer Abiturzeitung: "rABIt – Die Versuchskaninchen brechen aus".

Ein "schulpolitisches Erdbeben" sei es gewesen, als der damalige bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber im Jahr 2003 erklärt habe, dass die Gymnasialzeit um ein Jahr auf nunmehr acht Jahre verkürzt wird. Wie um die Wirkung dieses Satzes zu unterstreichen, donnerte es plötzlich lautstark über der Mehrzweckhalle, in der die Abiturfeier stattfand. "Madame Hohlmeier", die frühere Kultusministerin, habe den Versuch gestartet, sagte Jahrgangsstufensprecher Stephan Lüdeck. "Auf dem Papier war alles toll, aber das Chaos kam erst in der Schule und im Unterricht."

"Wir traten zum Schuljahr 2003/2004 als Versuchskaninchen an", so Lüdeck. Für die 155 Karnickel sei alles neu gewesen, "sie kannten sich zunächst gar nicht aus". Bald hätten sie sich zurechtgefunden, doch schon in der 6. Klasse wurden die Klassen neu gemischt, und ein Jahr später schon wieder. Außerdem kam mit Direktorin Karolina Hellgartner "eine neue Versuchsleiterin" ins Labor. "Die 10. Klasse fanden manche Karnickel besonders schön. Drum haben sie sie gleich nochmal gemacht."

Die schwerste Zeit sei aber ab der elften Jahrgangsstufe auf sie zugekommen, so Lüdeck. Die einzige Person, die "das neue Versuchssystem" verstanden habe, sei die Oberstufenbetreuerin Ute Holinski gewesen. Doch zur Halbzeit der Oberstufe verließ sie die Schule gen Peru, wohin die Absolventen einen großen Dank entsandten. Doch ihr Nachfolger Karl Rausch habe sie sicher zum Abitur geführt.

Dieser betonte, wie "steinig und schwer" der Weg dorthin gewesen sei. Die Schüler hätten sich als "arme Häschen" betrachtet, "an denen ein Großversuch mit ungewissem Ausgang" verübt worden sei. Kaninchen sage man ja nach, sie vermehrten sich sehr stark. "Das trifft auf euch leider nicht zu", sagte Rausch. Von den 155 Fünftklässlern blieben nur 95 übrig, die nun das Abiturzeugnis erhalten haben, eine "Mortalitätsrate von sechs Prozent pro Jahr". Durchaus richtig sei, dass auch diese Hasen bei der kleinsten Gefahr das Weite gesucht hätten. Eine Durchsicht der Absenzenliste bestätige dies: Bei mancher sich anbahnender Stegreifaufgabe sei eine "rätselhafte Kurzzeitseuche" ausgebrochen.

"Hasen schlagen auch gerne Haken." Die G8-Schüler seien dagegen Opfer einiger abrupter Richtungsänderungen gewesen, so Rausch. Sei es die Einführung des G8, der Verlust der "kompetenten Hasenmutter" Holinski oder die Korrektur der Anforderungen bei den Abiturprüfungen, die "ein weiteres Massensterben" verhindert habe.

Bei der Feier gratulierten den frisch gebackenen Abiturienten unter anderem Landrat Michael Schwaiger und Bürgermeisterin Anita Meinelt. Die Zeugnisse überreichte Direktorin Hellgartner, die zuvor eine etwas zu lang geratene Rede gehalten hatte. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von der Bigband sowie diversen Einlagen an Gitarre oder Harfe.

"Fantasie ist wichtiger als Wissen", zitierte Stephan Lüdeck Albert Einstein. Wegen des wackeligen G8 "mussten wir sehr viel Fantasie zeigen". "Aber am Ende wurden wir dafür belohnt!"Robert Stangl

Die Preisträger 2011

Abiturienten für besondere Leistungen ausgezeichnet

Diejenigen Abiturienten, die sich durch besondere Leistungen hervorgetan haben, wurden bei der Abiturfeier am Freitag geehrt:

  • Auszeichnung der besten fünf Absolventen durch die Rockermaier-Stiftung:
    Julia Puscher, Eva-Maria Gilch, Philipp Hartl, Christina Heinrich, Michaela Kreitmeier.
  • Ehrung der Stadt Moosburg:
    Julia Puscher, Eva-Maria Gilch, Philipp Hartl, Christina Heinrich, Michaela Kreitmeier.
  • Büchergutschein vom Elternbeirat für die Absolventinnen und Absolventen mit einem Schnitt bis 1,5:
    Johannes Fischer, Katharina Voit, Andreas Selmaier; Theresa Link, Sebastian Raspe.
  • Büchergutschein vom Landkreis Freising für die vier Jahrgangsstufensprecher:
    Stephan Lüdeck, Anne Krüger, Sonja Hennrich, Veronika Waldherr.
  • Würdigung für besonderes musikalisches beziehungsweise künstlerisches Engagement durch die Sparkasse Moosburg:
    Kunst: Matthias Westermeier, Nina Wich-Fähndrich
    Musik: Nina Hepp, Anne Krüger, Johannes Huber.
  • Verein Ehrenamt am KRvF-Gymnasium:
    Anne Krüger, Stephan Lüdeck, Tuncer Fatih.
  • Ehrenpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für besondere Leistungen im Fach Physik in der Oberstufe:
    Philipp Hartl, Michael Kaspera, Michael Haberl.
  • Ehrenpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung für herausragende Abiturleistungen im Fach Mathematik:
    Johannes Fischer.
  • Pierre de Coubertin-Ehrenpreis für herausragendes sportliches und soziales Engagement des BLSV:
    Thomas Schiller.

Moosburger Zeitung, 02.07.2011





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