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08.07.2011
 

"Pfusch am Bau" oder veralteter Standard ?

 

Kreisräte zeigen sich verärgert über die Mehrkosten am Moosburger Gymnasium

Moosburg.

Verwundert und verärgert zeigte sich eine Reihe von Kreisräten gestern während der Sitzung des Kreisausschusses über die teilweise marode Bausubstanz am Moosburger Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium. Architekt Herbert Kunz erläuterte dem Gremium, aus welchen Gründen die Gene ralsanierung Mehrkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro mit sich bringt.

Während der Bauarbeiten hatten die Verantwortlichen entdeckt, dass die Stahlbeton-Rippendecken in den Bauteilen I und II schwer beschädigt sind (MZ berichtete). "Die Betondecke müsste acht Zentimeter dick sein, ist sie aber nicht", sagte Kunz. Die Stahlteile liegen stellenweise frei, wie auf den Bildern zu sehen war. Deshalb müsste unterhalb eine Brandschutzdecke eingebaut werden.

"Wie kann das sein, dass da so wenig Beton dran ist", fragte Toni Wollschläger (Grüne) und eröffnete damit die Diskussion. "Das ist ja ein katastrophaler Fehler!" Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Birgit Huber-Metz war "sprachlos". Immer wieder werde man mit "Pfusch am Bau" konfrontiert, "und wir müssen es ausbaden". Ingrid Funke (FDP) und Dieter Thalhammer (SPD) wiesen auf die zur Bauzeit - Mitte der 1970er Jahre - herrschenden Voraussetzungen hin. "Damals hat man so gebaut", sagte Funke. "Das war kein Pfusch am Bau", betonte Thalhammer, das sei damals eben der Stand der Technik gewesen.

Das sah CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Florian Herrmann ganz anders. "Alle sagen immer: Ja mei, ja mei!" Wenn solche Mehrkosten als Schicksal hingenommen würden, dann solle der Kreistag künftig beschließen, "wir machen es, koste es, was es wolle". Das sei ihm aber zu wenig. Er fragte Landrat Michael Schwaiger, wie die ständigen Erhöhungen - auch die Bauarbeiten am Camerloher und am Neufahrner Gymnasium werden teurer - in den Griff zu bekommen seien. Herrmann mutmaßte, dies könne auch an zu raschen Auftragsvergaben liegen.

Unterstützung erhielt er von seinem Fraktionskollegen Alfons Kipfelsberger. Wenn bekannt sei, dass damals der Standard so niedrig gewesen ist, "hätte das Gebäude erst recht ordentlich untersucht werden müssen", bevor die Baumaßnahme begann. Die hochbezahlten Experten hätten das sauber erarbeiten und den politischen Gremien vorlegen sollen. "Das verlange ich von den Fachleuten", so Kipfelsberger. In Mauern sei das mit einem 300 Jahre alten Gebäude - dem alten Hofmarkschloss - gelungen.

"Jammern hilft uns nicht weiter", sagte Benno Zierer (FW), "jede Sanierung birgt Überraschungen." "Man geht schon davon aus, dass die Betondecken ordentlich gemacht worden sind", verteidigte Siegfried Pollner die Verwaltung. Rainer Schneider (FW) wollte, den "früheren Kollegen keinen Vorwurf" machen. In 30 Jahren werde man sicher auch anders über die heutige Bauweise denken. Hauptamtsleiter Jürgen Liebl versprach, die Qualitätsprüfungen würden mit denen anderer Kommunen verglichen und vor der nächsten Sanierung gegebenenfalls verändert. Trotz des Ärgers über die Mehrkosten empfahlen die Räte dem Kreistag einstimmig, diese zu genehmigen.

Moosburger Zeitung, 08.07.2011





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