Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Nachrichten | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        









06.11.2006
  Von: Rene Spanier (Moosburger Zeitung)

Die alten Römer als Romanhelden

 

Hans Dieter Stöver will die Jugend für die Antike begeistern - Lesung für Gymnasiasten

Schriftsteller Hans Dieter Stöver las am Montag für die Schüler der Klassen 6 c, d und e des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums aus seinem Buch “Daniel und Esther  allein in Rom" in der evangelischen Kirche. Die wissbegierigen Gymnasiasten hatten auch ausreichend Gelegenheit, Fragen an den Autor zu stellen. Hans Dieter Stöver ist Verfasser zahlreicher Romane, Sach- und Jugendbücher, überwiegend über Themen der römischen Geschichte. Mit seinen historischen Romanen und Sachbüchern will er vor allem der Jugend die römische Geschichte näher bringen. Hans Dieter Stöver befindet sich momentan auf einer Lesereise durch Bayern. Zu der Lesung in Moosburg hatte ihn die Fachschaft Deutsch-Latein des Gymnasiums eingeladen. Das pensionierte Lehrerehepaar Manfred und Eleanor Pawlik bereitete Stöver bereits am Morgen im Lehrerzimmer ein römisches Frühstück mit Fladenbrot, Oliven und vielem mehr. Die Lehrerinnen Ute Holinski, Simone Miller, Irmingard Muggenthaler-Spendel und Irene Schönauer hatten die Lesung organisiert. Der 1937 geborene Hans Dieter Stöver hat sich dem Erbe der Griechen und Römer schon seit langem verschrieben. Schon in jungen Jahren hat seine Mutter das Interesse für die Antike geweckt: In der unmittelbaren Nachkriegszeit, auf langen Fußmärschen zu Tauschgeschäften in der nächstgelegenen Stadt erzählte sie ihrem Sohn aus historischen Romanen, die sie selbst gerade las. Der Grundstein war gelegt: Während seiner Schulzeit faszinierten Stöver die “Griechischen und römischen Heldenleben³ von Plutarch und Filme wie “Ben Hur³ oder “Quo vadis?³. Die Liebe zu den antiken Stoffen beeinflusste Stöver schließlich auch in der Wahl seiner Studienfächer: Zuerst studierte er Pädagogik in Bonn, danach Alte Geschichte, Altertumskunde, Neuere Geschichte und Kunstgeschichte in Köln. Nach dem Studium arbeitete er von 1964 bis 1994 als Lehrer. Außerdem verfasste er für den WDR Hörspiele und Features zu kulturgeschichtlichen Themen. Diese pädagogischen und journalistischen Erfahrungen tragen viel zum Erfolg seiner Bücher bei, die bezeichnenderweise immer wieder mit dem Begriff des “Edutainment³ in Zusammenhang gebracht werden. Mehr als 30 Titel sind seit 1976 erschienen: Sachbücher, Jugend- und Kriminalromane  allesamt angesiedelt in der römischen Welt. Seinen durchschlagenden Erfolg als Autor verdankt Stöver maßgeblich der Quintus-Trilogie, einer Romanfolge, die jugendliche Leser  anhand der turbulenten Karriere des jungen, bibliophilen Quintus  direkt in das Rom der Caesar-Ära führt. Nicht weniger lebendig erscheint diese Epoche, wenn Stöver sie in Sachbuch-Form darstellt: “Drei Tage in Rom. Land- und Stadtleben zur Zeit Caesars³ ist eine fakten- und anekdotenreiche, liebevoll illustrierte Alltagsgeschichte. Überhaupt sind es meistens die individuellen Schicksale, die Stöver zur Vermittlung historischer Zusammenhänge heranzieht. So stellt er zum Beispiel in seinem Roman “Das römische Weltwunder³ den Bau des Kolosseums nicht nur aus fachkundiger Sicht eines römischen Bauunternehmers dar, sondern auch aus der seiner Tochter, die vor allem eines fürchtet: dass ihrem heimlichen Geliebten, dem Gladiator Verus, bei den Eröffnungsspielen etwas zustoßen könnte. Und in der Piratengeschichte “Die letzte Fahrt der Triton³ gerät der Leser an der Seite der Protagonisten direkt zwischen die Fronten des Spartakus-Aufstandes. Es sind vor allem die Begebenheiten des täglichen Lebens, in denen Stöver die vielfältigen Verbindungen zwischen damals und heute entdeckt: “Die Bewohner des römischen Riesenreiches hatten ähnliche Probleme zu meistern wie die Großstädter von heute: Überbevölkerung, Müllbeseitigung, Pfusch am Bau, Mietwucher, schleichende Inflation des Geldwertes.³ So bieten sich dem Leser  quer durch die Jahrtausende  erstaunliche Identifikationsmöglichkeiten.
Hans Dieter Stöver lebt in Rheinbach bei Köln, direkt an der römischen Wasserleitung. Seit er nicht mehr als Lehrer tätig ist, bleibt ihm mehr Zeit zum Schreiben und zum Komponieren, seiner zweiten großen Leidenschaft. Auch hier lässt ihn die Antike nicht los. So vertonte er die “Odyssee³ an seinem Synthesizer. Stöver ist übrigens überzeugt, dass sein Hang zur Musik einen starken Einfluss auf sein Schreiben hat, dass sich sein Gefühl für musikalische Strukturen erzählerisch in der Komposition dramatischer Situationen und dem Rhythmus der Sprache widerspiegelt. Dass ihm irgendwann der antike Stoff ausgehen könnte, fürchtet er nicht:
“Die Geschichte Roms ist kein monolithischer Block, sondern ein vielschichtig sich entwickelndes Gebilde, in stetem Wandel begriffen. Es gibt Brüche, wie heute, und innerhalb eines Jahrzehnts kann sich die Welt mehr verändern als zu anderen Zeiten in Jahrhunderten.





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

test