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13.11.2006
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Vergnügliches und Nachdenkliches

 

"simple music for five" im Frisch-Gymnasium mit Klaujs Obermayers Bläserquintett

Moosburg. Welche Kultur ist typisch bayerisch? Schweinsbraten oder Schäufele und Bauerntheater? Oder Richard Strauss? Oder Schloss Nymphenburg samt Porzellan? Oder der Größenwahn eines Märchenkönigs zwischen Wagner und Neuschwanstein? Oder ist es einfach das gepflegte Granteln, das zwischen Ironie und schwarzem Humor angesiedelte Sinnieren über die Zusammenhänge der Welt und darüber, warum man in dieser nicht den Platz einnimmt, den man gerne einnähme und zu dem man sich berufen sieht?

Wenn letzteres zutrifft, erklang am Freitagabend in der gut besuchten Aula des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums mit Klaus Obermayers Bläserquintett mit Gesang „Cogito ergo sum“ der urbayerischste Kulturbeitrag seit langem. Der Autor Hardy Scharf hatte den Kernsatz von Descartes’ rationaler Erkenntnistheorie „Ich denke, also bin ich“ hinterfragt, ihn ad absurdum geführt, um schließlich in Fatalismus zu enden. Wolfgang Hansjakob konnte hier seine stimmliche Fähigkeiten unter Beweis stellen: mal sprechend deklamierend, mal klagend singend. Obermayer hatte zum skurrilen Text musikalisch Adäquates geboten: Von Strauß-Walzern über Filmmusik bis zu Anklängen an „Les Six“ durfte nichts fehlen, was sich irgendwie hintergründig in seiner ursprünglichen Bedeutung drehen ließ. Hansjakob konnte sprechend und singend noch einmal in Karl Kolbingers „Poems“ überzeugen. Die Vertonungen aus Herbert Rosendorfers „Aus der Pfanne des Weltgerichts“ muss man sich als Fortsetzung der Scharfschen Texte und eine Art dichterischen und musikalischen Wok vorstellen: Einzelne Schnipsel werden im eigenen Saft gegart, separiert und dann wieder vereinigt. Vergnügliches und Nachdenkliches gingen bei der Interpretation Hand in Hand.

Obermayer selbst spielte im „simple music for five“ genannten Quintett Fagott. Zusammen mit der Klarinettistin Jeanette Höfer, dem Hornisten Peter Blania, der Flötistin Michiko Bering-Inagaki und der Oboistin Izumi Tsuboike beeindruckte man eingangs auch bei der Bearbeitung von Mozarts Divertimento KV 213 und Obermayers Bläserquintett „Advances“, die mit einem Tribut an den Roider Jackl in Form der Verarbeitung seiner typischen Gstanzl-Melodie endeten. Hier zeigten sich Ähnlichkeiten zu Josef Zilchs „Zimmamo“-Variationen, die den bekannten Zwiefachen teils noch einmal phasenverschoben quasi quadrierten. Daneben begab sich Zilch auf eine Zeitreise von der Mannheimer Klassik bis Gershwin.

Hier wie im Soloobenstück „I have a surprise for you“ zeigte sich ein anderer Komponist Obermayer: Einer, der der musikalisch-immanenten Entwicklung des Tonmaterials verpflichtet war, der etwa im ersten und letzten Satz – der wiederum Bayerisches verarbeitete – von einer Art Zentralton aus mäadrierend das Umfeld erschloss. Oder der in der Wehklage eine Art stilisierter Morsezeichen gegen eine Deltabildung in der Melodik antreten ließ. Gelungen auch der „Dialog“, der einem Soloinstrument zwei verschiedene Klang- und Melodiespektren entlockte. Oder „flatterhaft, leichtsinnig“ zu spielende Passagen, in denen sich Triller als immer luftiger erwiesen, bevor sie in einem witzigen Schluss endeten. Izumi Tsuboike gelang es, die ihr gewidmeten Stücke mit viel Sorgfalt und großem technischem wie musikalischem Können für das Publikum aufzubereiten.

 





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