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27.11.2006
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Debüt mit bestechender Bühnenpräsenz

 

Susanne Hensel beeindruckt bei ihrem ersten Klavierabend in der Aula des Gymnasiums

Moosburg. Gut besucht war der erste Klavierabend von Susanne Hensel in der Aula des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums am Freitagabend. Die Kollegiatin der Schule konnte dabei neben Besuchern von außerhalb des Hauses und Lehrern auch eine Altersschicht für ein klassisches Klavierkonzert begeistern, die man sonst eher auf einem Bandfestival mit jugendlichen Nachwuchsgruppen vermuten würde. Dabei entpuppte sie sich als großes Talent mit vielversprechender Zukunft.

Fangen wir beim Ende des offiziellen Teils an. Susanne Hensel hatte da ein Luxusproblem: Sie bekam mehr einzelne Blumen überreicht, als sie in den Händen halten konnte. Als Schulleiter Wolfgang Hansjakob dann noch mit einem Strauß auf sie zuging, überlegte sie etwas und nahm zur Entlastung der Hand eine Blume kurzerhand quer in den Mund.
 

Das kam an, ebenso wie sie eine Eigenschaft hat, die man – ohne sie irgendwie wissenschaftlich exakt messen oder quantifizieren zu können – als Bühnenpräsenz beschreibt. Darunter versteht man die Quadratur des Kreises: Der Künstler, in dem Fall die Künstlerin, muss als Einzelperson einen weit über 100 Quadratmeter großen Saal füllen und gleichzeitig auch jedem einzelnen Besucher in der 14. Reihe das Gefühl vermitteln, sie spiele nur für ihn. Dass ihr dieser Spagat gelang, ist in einem hart umkämpften Markt ein gutes Omen.
 

Allerdings genügte Bühnenpräsenz allenfalls für das „Dschungel-Camp“, wenn das Pianistische unterbelichtet wäre. Doch auch hier hatte Susanne Hensel eine Menge zu bieten: Zunächst einmal Kondition: Sie zog ein körperlich anstrengendes 75-Minuten-Programm ohne Pause durch. Viele andere würden eine Unterbrechung einlegen, und wenn ein Catering-Pächter da gewesen wäre, hätte er dies aus wirtschaftlichen Gründen ohnehin verlangt.

Überzeugen konnte sie auch mit ihren spielerischen Fähigkeiten: Drei eingangs vorgetragene Sonaten Scarlattis erklangen perlend und spritzig, Mozarts a-Moll-Sonate kündete nach düsteren Anfangsakkorden Heiterkeit. Im Mittelsatz der Sonate, die nach dem Tode der Mutter Mozarts in Paris entstanden war, dominierte kultivierte Melancholie, bevor ein heiteres Finale Mozarts Suche nach der Zukunft dokumentierte.

Die Komponisten Huang Hu Wie, Ying Cheng Zong und Zhuang Yao kennt kaum jemand. Susanne Hensel stellte sie am Freitagabend als teils archaische, teils späte Impressionisten vor. Eine differenzierte Anschlagskultur und eine natürliche Entwicklung der Linien zeigte auf, wie ein Ravel oder Debussy ostasiatische Momente komponiert hätten, wenn sie Musik aus diesem Kulturkreis nicht bei der Pariser Weltausstellung gehört hätten, sondern quasi mit der Muttermilch eingesaugt hätten.

Zwischen erotisch-schwülen Akkorden und spannend gestalteten Linien rochierte Gershwins „Rhapsody in Blue“, die am Ende des offiziellen Teils erklang. Aus einem geheimnisvoll inszenierten Triller entwickelte die Pianistin ein sich weit öffnendes Anfangsmotiv, das im Verlaufe des Stücks von kecken Einwürfen abgelöst wurde und in einem grandiosen Finale mündete. „Standing Ovations“ und eine Grieg-Zugabe beendeten einen Abend, der nicht der letzte gewesen sein dürfte.





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