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05.03.2007
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Ideenvielfalt auf hohem Niveau

 

Ungewöhnliche Kunstausstellung im Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium

Zahlreiche Besucher aus allen Altersstufen sahen die Ausstellung in der Aula des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums

Tischfußball von Elisa Schmidt

Ornamentik und illusionistische Plastik kombinierte Christine Hartl

Die Neuinterpretation eines Puppenhauses durch Melanie Zwicknagl

DER LEISTUNGSKURS KUNST des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums eröffnete seine Kunstausstellung am Freitagabend mit einer Vernissage. Entstanden war das Projekt unter Leitung von Andreas Feiber (l.), der auch zum Konzept der Ausstellung referierte. Das umfangreiche Œuvre von großformatigen Gemälden bis zu Filmen konnte stilgemäß bei Schmankerln und Sekt genossen werden. Über die gelungene Ausstellung samt Vernissage freute sich Schulleiter Wolfgang Hansjakob (3.v.l.).

Expressiv und experimentell: Hans Webers "Totenwache"

Moosburg. Auf rege Nachfrage stieß eine ungewöhnliche Kunstausstellung am Wochenende: Teilnehmer des von Andreas Feiber geleiteten Kunst-Leistungskurses präsentierten – wie teilweise ihre Vorgänger – Exponate in der Aula des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums. Bei hohem Niveau zeigte sich eine Vielfalt von Ideen, Feiber schien seinen Eleven jede Menge Freiraum zur eigenen Entwicklung gelassen zu haben. Zu sehen waren sowohl Facharbeiten als auch freie Arbeiten aus den ersten drei Kurshalbjahren.

Eine Facharbeit ist zunächst einmal eine schulrechtliche Sache: Sie muss mit mindestens einem Punkt benotet werden, um eine Zulassung zum Abitur zu ermöglichen. Auf der anderen Seite lohnt sich der Aufwand im Verhältnis zur Wertung kaum – wer keinen Numerus clausus benötigt, kann also getrost zocken und die Sache lässig angehen. Zumal normalerweise die schriftlichen Ausführungen während der Pflichtaufbewahrungszeit in einem Kellerregal verstauben und die gegebenenfalls angefertigten Objekte solange in einem anderen Kellerregal lagern, bis sie auf den Sperrmüll entsorgt werden.

Ein solches tristes Schicksal wäre schade für die Exponate des Kunst-Leistungskurses. Sie zeigten wieder einmal, dass das Gymnasium keine reine Wissenseinpaukfabrik ist, sondern seinen Schülern ganzheitliche intellektuelle wie ästhetische Anregungen zu vermitteln weiß. Auch wer später einen ganz anderen Beruf wählen wird, kann aus dem Kunst-Leistungskurs  vieles für das spätere Leben mitnehmen. Die Arbeiten beschäftigten sich mit teilweise Alltäglichem, interpretierten dieses jedoch neu und entdeckten so einen tieferen Sinn dahinter. Elisa Schmidt etwa hatte ein Tischfußballspiel zur Partie René Magritte versus Keith Haring umfunktioniert. Abstrahierte Mittelfeldspieler traten gegen Statuetten an, die an die Osterinseln gemahnten - beide Mannschaften spielten sich quasi künstlerische Pässe zu. Selbst die verschiebbaren Würfel, die normalerweise nur zum Fixieren des Spielstandes gedacht sind, erhielten eine sich vom konkreten Zweck wegbewegende und ziffernlose Form.

Mit Schafkopfkarten hatte sich Stephan Euringer beschäftigt. Der Schellen-Unter etwa trägt das Farbsymbol wie einst Herkules das Atlasgebirge. Dies widerspricht seiner Priorität im Wenz. Aber: Puristen und viele Turnierveranstalter strafen diese Spielvariante ohnehin als unwürdiges Derivat ab. Auf der anderen Seite wächst das Gras, in dem sich ein Schwein beim Grasober und –unter versteckt, einmal über die Sau, einmal ist die Sau darüber. Was ist also oben und unten? Und das in einem Spiel, das mit der Herabwürdigung des Königs zum stich- und punktemäßig unbedeutenden Spatzen schon immer eine sozialhierarchische Ventilfunktion innehatte.

Moderne Menschenbilder – aus Holz oder als Computeranimation – waren ebenso vertreten wie Neuinterpretationen eines Puppenhauses, expressionistische Gemälde oder Manga-Comics. Neben den Exponaten waren auch noch Entwürfe und die Dokumentation von Vorüberlegungen zu sehen. Es blieb also nicht beim bloßen Betrachten der Bilder, sondern der Betrachter konnte die dahinter liegenden Gedanken nachvollziehen.

Neben Schmidt und Euringer stellten Kathrin Hacker, Christine Hartl, Manuel Janke, Tanja Kurkowski, Isabella Ludwig, André Naujoks, Timm [mit Doppel-m] Schäfer, Veronika Scheinecker, Natalie Skrzypczyk, Florian Stalph, Maria Trojan, Hans Weber, Konstantin Wilke und Melanie Zwicknagl ihre Facharbeiten vor. Sozusagen außer Notenkonkurrenz präsentierten Kathrin Abstiens und Roland Mittmann ihre Werke.

 





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