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18.05.2007
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Unterstufenchor bei Pellmaiers "Luz amoi"

 

Moosburg. Über ein Mehrgenerationenhaus hatte der Stadtrat am Montagabend lange und wenig konkret diskutiert. Am Mittwochabend erlebte man es in der sehr gut besuchten Mehrzweckhalle: Ein vom Sozialverband VdK organisiertes und damit tendenziell einem älteren Publikum zugedachtes Konzert mutierte teilweise zum Schulkonzert. Ursache hierfür war Stefan Pellmaier, der mit seiner Formation „Luz amoi“ aufgetreten war.

Die Einladung an Pellmaier hatte schon lange festgestanden, als der um Freising herum bekannte Musiker zum Halbjahr an das Moosburger Gymnasium versetzt worden war. Und so besuchten zahlreiche Lehrer, Eltern und Schüler des Gymnasiums ihren Kollegen – was auch ein gutes Zeichen für das Schulklima ist. Der von Pellmaier geleitete Unterstufenchor trat sogar zweimal auf, einmal davon mit dem bayerisch-kulinarischen Speisekartenhit „Heut’ gibt’s a Rehragout“.

Eigentlich hätte es heißen müssen: „Heut’ gibt’s a Okapi-Ragout“. Denn die bayerische Ingredienz in Form der Melodie vermischte Pellmaier am Schlagzeug mit einem afrikanischen Rhythmus-Sud. Dies war ein Musterbeispiel dafür, was „Luz amoi“ – für alle Nichtbayern: ausgesprochen „Luus amoi“, „hör doch mal hin“ – unter Bayerischer Weltmusik verstand.

Da wurden Zwiefache mit überlagernden Rhythmen gekoppelt, Tobi Reisers „Maxlrainer Zigeunermarsch“ beinhaltete übermäßige Sekunden aus der vorderasiatischen und nordafrikanischen Musik, und die ursprünglich oberbayerischen Holzknechte schienen unweit von New Orleans in den Wäldern Louisianas ihrer Tätigkeit nachzugehen. Nicht immer war Bayern der Ausgangspunkt der musikalischen Reisen. Jiddische Klezmer-Musik etwa ging Hand in Hand mit einem Rhythmus, der entfernt an den eines Boleros erinnerte. Und Pellmaier zauberte in der zweiten Hälfte auch mit Löffeln, die er wie Kastagnetten bediente; desgleichen kennt man von Hause aus von der gälischen Volksmusik.

Und so war Pellmaiers Schlagzeug auch kein konventionelles Drumset. Einige afrikanische Trommeln hingen dort, wo üblicherweise Tomtoms und andere Teile hängen. Daneben sang Pellmaier und spielte am Akkordeon auf. Und das in einer begeisterungsfähigen und spontan wirkenden Weise, die jeden Titel zum Genuss machte. Die gleiche Frische legten auch die anderen Mitwirkenden in ihren Gesangsparts an den Tag, egal, ob sie einstimmig sangen, „zuriterzelten“ oder die typische alpenländische Dreistimmigkeit witzig verfremdeten.

Als kongenial zu Pellmaier erwiesen sich die anderen Mitglieder von „Luz amoi“. Seine Frau Stefanie korrespondierte an der Violine mit dem Saxophonisten Johannes Czernik in melodischen Linien, wenn dieser nicht dezente rhythmische Akzente an der Gitarre mit aus dem Jazz entlehnten Akkorden vermischte. Die Linie alpiner Bässe mit einer Prise Jazz setzte Dominik Hogl wahlweise am Kontrabass und am E-Bass fort. Das Hackbrett darf in keiner bayerischen Musik fehlen, ebenso wenig eine Harfe. Pellmaiers Schwester Manuela Schwarz bediente beides mit hoher Präzision. Zurück zur Weltmusik: Das Hackbrett als Nachfolger des antiken Schweinskopfpsalterions existiert in zahlreichen Kulturen. Manuela Schwarz bediente es mal melodiös-europäisch, mal als eher exotisches Begleitinstrument und Ergänzung zum Akkordgerüst. Stets bot sie jedoch eine sorgfältig ausgearbeitete Dynamik in den horizontalen Linien wie den vertikalen Akkorden.





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