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21.08.2008
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Ein Tanz sagt manchmal mehr als Worte

 

Verhaltensforscher Karl Ritter von Frisch hat vor 35 Jahren den Nobelpreis erhalten

Bienen haben eine hochkomplexe Sprache. Der Naturwissenschaftler Karl Ritter von Frisch hat ihre Bedeutung seinerzeit entschlüsselt.

Mit dem Schwänzeltanz zeigen Bienen die Entfernung und die Ausrichtung der Tracht an.

Moosburg. 35 Jahre ist es her, dass Karl Ritter von Frisch, der Pionier der Verhaltensforschung von Bienen und Fischen, zusammen mit Nicolas Tinbergen und Konrad Lorenz der Nobelpreis für Medizin zuerkannt wurde. Wie bedeutsam Frischs Entdeckungen sind, zeigt auch, dass ihm als Biologen die Auszeichnung für Medizin zuerkannt wurde – die überwiegende Anzahl der Preise geht traditionell an Humanmediziner. Für die Namensgebung des Gymnasiums hatte sich der Gründungsdirektor Dr. Norbert Herrmann eingesetzt, der den Professor von seiner Studienzeit her gekannt hatte.

Frisch hat die Bienensprache erforscht. Die Bezeichnung Sprache kann man ruhig wörtlich nehmen: Es ist die grammatikalisch hochkomplexe Mitteilung über Futterstellen, die Trachtplätze. Ein Beispiel: Eine Erkunderbiene schwärmt am frühen Morgen aus und entdeckt eine Streuobstwiese mit Apfelbäumen. Zunächst benötigt sie einen guten Orientierungssinn, um zurückzufinden, und ein gutes Gedächtnis, um sich den Standort zu merken.

Im Bienenstock angekommen, teilt sie den Sammlerinnen folgendes mit: „In 850 Metern Entfernung, NNO 22,9 Grad, stehen zahlreiche Apfelbäume.“ Die geschieht mittels des Schwänzeltanzes. Die Biene beschreibt hierbei die Form einer Acht. Wie lange die Biene für die Acht benötigt, zeigt die Entfernung zur „Tracht“ genannten Futterstelle. Die Frequenz der Achten hängt wiederum von der Größe der Figuren ab. Die Biene beschreibt mit dem Schwänzeltanz zusätzlich die Himmelsrichtung, wo - in diesem Fall - die Streuobstwiese positioniert ist. Die Winkelausrichtung der Tanzfigur ist identisch mit dem Winkel zwischen Sonne und Futterplatz. Dabei berücksichtigt die Biene zusätzlich den sich durch die Bewegung der Sonne ändernden Winkel. Gleichzeitig können die Sammelbienen mit ihren Fühlern den spezifischen Duft der Tracht aus dem Haarkleid der Erkunderbiene entnehmen.

Die Ergiebigkeit der Futterquelle wird auch beim Rundtanz angezeigt. Dieser wird eingesetzt, wenn die Tracht weniger als 100 Meter entfernt ist und in ebener Lage zum Bienenstock liegt. Der Rundtanz besteht aus einem Kreis. Wird dieser vollendet, macht die Biene eine 180-Grad-Kehre und beschreibt einen entgegengesetzt verlaufenden Kreis. Die Geschwindigkeit des Tanzes zeigt die Ergiebigkeit der Futterquelle an.





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