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05.12.2008
  Von: Moosburger Zeitung

„Wo ist die Grenze des Abartigen erreicht?“

 

Polizeihauptmeister Walter Schollerer klärt über Gewalt und Gefahren im Internet auf

Walter Schollerer wies auf Gefahren im Internet hin

Die Schulleitung des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums und zahlreiche Eltern interessierten sich für den Vortrag (Fotos: re)

Moosburg. Der Freisinger Polizeihauptmeister und Jugendpolizist Walter Schollerer hielt am Mittwoch den Vortrag „Mediensch(m)utz“ im Gymnasium. Man bekam schockierende Bilder aus dem Internet zu sehen: zensierte Enthauptungs-Videos, Hinrichtungsszenen, Kannibalismusbilder und Kinderpornographie. Schollerer wollte mit seinem Vortrag das Internet aber nicht verteufeln. Er wollte auf die Gefahren und kriminellen Inhalte im Internet hinweisen.

Der erste Teil des dreistündigen Vortrages von Schollerer befasste sich mit dem Bereich Pornographie im Internet. Das erste Problem sei, dass es keine allgemein gültige Definition des Begriffes gäbe. Als Richtlinie gelte, dass stark in den Vordergrund gestellte sexuelle Vorgänge und Handlungen als Pornographie gelten. In erster Linie würden dadurch männliche Fantasien bedient und ein falsches Bild von Frauen vermittelt. Erwachsene dürften Pornographie grundsätzlich konsumieren und besitzen. Generell verboten ist aber, Minderjährigen derartige Bilder zugänglich zu machen.

Ein striktes Herstellungs- und Verbreitungsverbot gibt es für Gewalt-, Tier- und Kinderpornographie. Bei Kinderpornographie ist bereits der Besitz strafbar. Schockierend waren die Zahlen, die Schollerer präsentierte, wonach 12 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen bereits Pornos gesehen hätten. Bei den Elf- bis Fünfzehnjährigen waren es sogar 60 Prozent. Schollerer: „Die meisten dieser Pornos werden über das Internet besorgt.“

Außer Pornographie würde im Internet auch viel nationalsozialistisches und gewaltverherrlichendes Gedankengut verbreitet. Noch schockierender wurde der Vortrag, als Schollerer Enthauptungsvideos und Hinrichtungsszenen zeigte. „Diese Enthauptungsvideos fanden wir bei 13-jährigen Schülern. Wo ist die Grenze des Abartigen erreicht?“, fragte Schollerer. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass solche Videos im Internet und auf Handys angeschaut oder versendet werden.

Auch auf das Thema Ego-Shooter ging Schollerer ein. Je nach Computerspielversion fließt viel Blut und fliegen abgeschossene Arme, Beine und andere Körperteile durch die Gegend. Die meisten Forschungen bestätigten laut Schollerer einen Zusammenhang zwischen gewaltverherrlichenden Computerspielen und Gewalttaten. Nachdem Schollerer die Eltern für die kriminellen Inhalte des Internets sensibilisiert hatte, ging er noch auf andere Gefahren des Internets ein. Da wären zum einen Abzocker, die Internetnutzern mit Tricks das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Hauptziel sei, an persönliche Daten der Internetnutzer zu gelangen. Nähere Informationen hierzu geben die Verbraucherzentralen.

Eine Gefahr im Internet könnten auch die zahlreichen „Chats“, „Foren“ und „Blogs“ darstellen. Die wichtigste Regel hierbei sei, niemals persönliche Daten preiszugeben. Schollerer wies auch darauf hin, dass Daten, die jemand ins Internet stellt, praktisch für immer im Netz stehen. Es gibt fast keine Möglichkeit, sie endgültig wieder zu löschen. Angesichts der schockierenden Bilder während des Vortrags dürfte mancher Besucher schlecht geschlafen haben. Um so weniger vorstellbar ist es, wie Kinder, die solche Inhalte konsumieren, nachts noch schlafen können.

Deshalb sollten die Eltern ein Auge auf ihre Kinder haben, wenn diese das Internet nutzen. Schollerer empfahl als Hilfestellung die Seite www.klicksafe.de im Internet. Darauf sind Informationen, Tipps und Materialien zu den wichtigsten Jugendmedienschutz-Themen zu finden.





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