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07.02.2017
  Von: Bernadette Hohe

Ein Mordermittler am KRvF-Gymnasium

 

Fotos: Christine Warda

Er ist einer der bekanntesten Mordermittler Deutschlands: 22 Jahre lang gehörte Josef Wilfling der Münchner Mordkommission an. Rund 100 Fälle hat er gelöst, unter anderem ganz spektakuläre wie den Sedlmayr- und den Moshammer-Mord. Heute, als pensionierter Polizeibeamter, sieht Josef Wilfling es als seine vorrangige Aufgabe an, seinen Erfahrungsschatz aus über 40 Jahren Polizeiarbeit an jungen Menschen weiterzugeben. Dazu hat er in den letzten Jahren drei Bücher mit so verheißungsvollen Titeln wie „Abgründe“, „Unheil“ und „Verderben“ verfasst, in denen er seine „Fälle“ noch einmal aufrollt und nebenbei viel Lehrreiches über Themen wie Mordmotive, Täterprofile, Opferproblematik etc. vermittelt. Zwar lesen sich diese Bücher genauso spannend wie Krimis, doch basieren die „Geschichten“ allesamt auf wahren Tatsachen – und eben das ist es, was ihre Faszination ausmacht.

Am Dienstag, den 07.02.2017 war Josef Wilfling nun im Rahmen des Q11-Deutschunterrichts zu Gast am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium. Dabei legte er seinen Vortrag nicht als „klassische“ Lesung an, sondern „erzählte“ von seinen Fällen – aber eben genau so, wie er sie in seinen Büchern aufgeschrieben hat: die harte Realität ebenso wenig beschönigend wie auf schwarzen Humor verzichtend. Packend und auf erster Hand wurde den Zuhörern die Arbeit einer echten Mordkommission vor Augen geführt. Dabei verhalf „Kommissar DNA“ bei der Aufklärung vieler Fälle zwar zum Durchbruch, als Vernehmungsspezialist erzwang Wilfling jedoch selbst auch viele Geständnisse.

Nebenbei diskutierte und erörterte Wilfling zusammen mit den Schülern, wie realistisch das, was Film, Fernsehen und Literatur im Genre „Krimi“ suggerieren, tatsächlich ist. Außerdem lieferte er viele Fakten und interessante Statistiken rund um die Themen „Mord und Totschlag“ und gab den Schülern wertvolle Ratschläge mit auf dem Weg, wie (physischer und psychischer) Gewalt vorgebeugt werden kann: Bildung ist für Wilfling dabei eine der besten Präventivmaßnahmen, denn es ist statistisch erwiesen, dass Täter selten höhere Bildungsabschlüssen haben. Offenbar verfügen gebildete Menschen über alternative Strategien zur Konfliktlösung, so Wilflings Einschätzung. Seit Menschengedenken nie verändert haben sich jedoch die Motive, die Morden zugrunde liegen: In der Bibel werden diese als „Todsünden“ formuliert, im juristischen Sinn gelten sie heute als „niedrige Beweggründe“.

Nachdenklich wurde Wilfling am Ende seines Vortrags, als er auch die Opfer in den Blick nahm: Das Leid potenziere sich, da ja das gesamt Umfeld des Opfers von dem Mord betroffen sei und somit ein Täter immer Macht über das Leben vieler anderer gewinne.

In seinem Buch „Abgründe“ schreibt Wilfling, dass er als „Mann der Praxis“ sich nicht juristische und psychologische Wertungen „anmaßen“ möchte, auch wolle er die moralische Sicht der Dinge jedem Einzelnen überlassen, doch zum Nachdenken angeregt hat er sicher jeden seiner Zuhörer angesichts des packenden Themas und der tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele. Herzlichen Dank an Herrn Wilfling auch an dieser Stelle noch einmal dafür, dass er sich die Zeit genommen hat, zu uns nach Moosburg zu kommen!





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