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15.06.2016
  Von: Christine Fößmeier (Moosburger Zeitung)

„Mensch ich lieb dich“ ist noch zwei Mal am Gymnasium Moosburg zu sehen

 

Fotos: Stephan Hager

Das Abgleiten in die Sucht passiert meist unmerklich, und Süchte gibt es viele. Auf der Suche nach Leben und Liebe scheitern viele und greifen nach Ersatz in ungehemmtem Einkaufen, im neuesten Kick oder Chic, in übermäßigem Essen, in Zigaretten, Alkohol und angeblich weichen oder auch harten Drogen. Hart zur Sache ging es mit diesem Thema in „Mensch ich lieb dich“.

Die Inszenierung des Karl-Ritter-von-Frisch Gymnasiums offenbart das schleichende Wirken jeglicher Drogen, die Höhen und den konsequenten Fall. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz, die Tragik aber auch nicht. Ein sehenswertes und ehrliches Stück, das lachen und dabei weinen lässt. Die „sehr freie Bearbeitung“ nach dem Autorenkollektiv „Rote Grütze“ macht es dem Zuschauer nicht immer leicht. Man muss sich auf die anfänglichen Brechungen und die Erzählstruktur mit all ihren Sprüngen einlassen, kann dann jedoch erst die Tiefe des Stücks erfassen. Dabei wird das Thema bereits zu Anfang klargestellt: Es geht um Drogen, Rausch und die Sehnsucht nach Leben, wobei Leben allzu oft mit Spaß verwechselt wird. Belegte Brötchen helfen bei Ärger und dem Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, machen aber dick. Das senkt das Selbstwertgefühl und führt oft in den Teufelskreis von Gewichtszunahme und Abnehmenmüssen. Zuletzt bleibt keine Zeit mehr für das Leben oder das, was der Mensch wirklich will. Nach dieser ausgiebigen Einführung erzählt „Mensch ich lieb dich“ die Geschichte von Sunny. Die Schülerin möchte Sängerin werden, hat allerdings Probleme in der Schule. In der unbedarften Andrea findet sie eine Freundin, die sie vergöttert. Das kann sie gut gebrauchen, denn in ihrer Familie läuft es nicht gerade rund: Der Vater trinkt, die Mutter nimmt Tabletten, und beiden ist es egal, dass bereits die Tochter, die erst in der neunten Klasse ist, Alkohol zu sich nimmt. Das scheinbar Normale ist nicht so normal. Immer mehr Ausrutscher schleichen sich ein. Ihre Freunde feiern in der Wohnung ihrer Eltern. Man träumt von einer Band, will aber nicht proben. Sunny schmeißt die Schule und lernt durch einen Jungen harte Drogen kennen, rutscht in die Sucht ab. Ihr Umfeld kann ihr nicht helfen, denn jeder hat seine eigenen Probleme und Süchte. Selbst Jugendhaus-Leiter Rocky gelingt es nicht, zu Sunny und den anderen „Kids“ durchzudringen. Sunnys Abstieg ist unvermeidlich und führt nach einer Überdosis auf die Intensivstation, was die Clique, allesamt Gescheiterte in ihrem noch jungen Leben, erneut zusammenbringt. Sunnys Überleben ist unwahrscheinlich, glaubt man dem Schlusskommentar…

Auch wenn hiermit die Geschichte verraten ist, lohnt der Besuch des Stücks noch immer. Zum einen ist die Darstellung des Themas Sucht einfach grandios und mit großartigen Musikstücken einer hervorragenden Schülerband umrahmt. Allein diese wäre hörens- und sehenswert, doch auch das sowohl coole wie intensive Spiel von Julia Angerer als Sunny und der Clique verdient Bewunderung. Dabei ist das nur die eine Seite der Medaille, denn es gibt noch eine weitere Besetzung mit Selina Louis als Sunny. Die zwei Truppen haben einen völlig unterschiedlichen Zugang zu „Mensch ich lieb dich“, weshalb schon jetzt der eine oder andere Zuschauer zwei Besuche eingeplant hat. Die Begeisterung des Publikums nach der Premiere spricht ebenfalls für die Inszenierung, für die Studiendirektorin Inge Wachsmuth verantwortlich zeichnet. Einmal mehr hat sie die Theater-AG des Gymnasiums zu höchsten Leistungen angefeuert. Das Stück „trifft mitten ins Herz“, meinte der stellvertretende Schulleiter Hans Loibl nach dem verdienten Schlussapplaus. Gleichwohl hofft er, dass die Drogenproblematik so wie hier dargestellt an seinen Schülern vorübergehen möge. Er betrachtet „Mensch ich lieb dich“ insofern als „schöne Warnung“ sowie als „beste Drogenprävention, die man sich vorstellen kann“. „Mensch ich lieb dich“ wird am heutigen Mittwoch noch einmal mit Julia Angerer in der Hauptrolle dargeboten. Selina Louis übernimmt die Rolle der Sunny auf ihre ganz eigene Art dann am Donnerstag, 16. Juni. Die weitere Besetzung und Interpretation unterscheidet sich deutlich und macht jede der Vorstellungen, die um 19.30 Uhr in der Pausenhalle des Gymnasiums Moosburg beginnen, sehenswert.





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