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18.06.2015
  Von: Christine Fößmeier (Moosburger Zeitung)

Sind wir nicht alle ein bisschen gaga?

 

Die Theater-AG des KRvF-Gymnasiums führt „Endstation Pasta“ auf

Fotos: Stephan Hager

Soll man lachen, soll man weinen – oder schreiend den Saal verlassen? Diese Fragen gehen einem als Betrachter des Stücks „Endstation Pasta“ während der Aufführung durch die Theater-AG des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums durch den Kopf. Die Hauptfigur Arthur ist besonders in der Interpretation durch Robert Gruber so hyperventilierend durchgeknallt hysterisch, dass Letzteres durchaus eine Option wäre. Doch dazu zieht einen das Stück wiederum zu sehr in seinen Bann.

„Wir schießen ein Feuerwerk ab an dem, was Theater sein kann“, äußert die Leiterin der Theater-AG Q11/12, Studiendirektorin Inge Wachsmuth, selbstbewusst, die für die Idee, Inszenierung und Regie verantwortlich zeichnet. Da bleibt kaum Raum zum Widerspruch, passt doch grundsätzlich erst mal alles, was sich da vom 15. bis 18. Juni auf, vor und hinter der Bühne abspielt – und das trotz zweier grundverschiedener Besetzungen und einer ziemlich freien Adaption des Werkes von Jean-Michel Räber. Die Technik stimmt ebenso wie jeder Einsatz, so dass der Zuschauer sich in die Geschichte hineinfallen lassen kann. Das ist auch nötig, denn die Hauptfigur verlangt dem Publikum einiges ab.

Arthur ist eigentlich nicht einmal der Haarwasserverkäufer, der er nie sein wollte, sondern längst gefeuert. Das erfährt man irgendwann im Laufe seiner endlosen Monologe, die er führt, während er für die ständig verspätete Freundin Helga Spaghetti Bolognese kocht. Seine irrwitzigen Ausführungen kreisen um Zutaten wie Hackfleisch, Knoblauch und Käse, um zu den Ursprüngen von Rezepten zu springen, die er von ehemaligen Freundinnen hat. Hysterisch lachend treibt ihn das in den Strudel seiner Erinnerungen und immer weiter bis zu dem Punkt, wo er Gestalten offenbar seiner Vergangenheit begegnet. Eine seltsame Vergangenheit ist das, in der er einer verführerischen Französin, in Chicago einer Taxifahrerin und einem Mafiaboss begegnet. Eine Zivilschutzbeamtin erläutert die sich im Gotthardtunnel befindlichen, von großen Schweizer Firmen gesponserten Schutzräume im Falle eines Atomschlags. Dem Vegetarismus huldigt eine Schrecken einflößende russische Revolutionärin. Eine italienische Mama ernährt ihr Kind mit Zwangsmethoden, und die Frau an der Reling wird von Arthur ungewollt durch sein intensives Werben getötet. Das alles passiert durchaus real auf der Bühne, auf der zwischenzeitlich überfröhlich weitergekocht wird.

Ja, das Stück ist völlig verrückt oder „total gaga“, wie Wachsmuth meint. Realität, Fiktionen und Parallelwelten durchdringen sich mühelos. Was ist wirklich, was Fantasie? Gibt es überhaupt eine Helga? Das Ende des Stücks gibt eine vielleicht verblüffende, vielleicht auch die einzige logische Antwort in einer Szene, die dem Zuschauer Schauer über den Rücken zu jagen vermag. Dabei gab’s diese Antwort bereits am Anfang zu hören…

Es ist daran zu zweifeln, ob „Endstation Pasta“ gefallen will. Dazu ist es zu schräg und zu fordernd, wenngleich es mit drei herrlichen Gesangsnummern, einer tollen Band und einer geradezu idealen Besetzung aufwartet. Es lässt keinen Moment zum Atemholen, erzwingt Aufmerksamkeit, erschlägt einen geradezu und begeistert dennoch mit Rasanz und Irrwitz. Doch in den Stunden nach der Aufführung stellt sich dem Zuschauer möglicherweise eine letzte Frage: Sind wir nicht alle ein bisschen gaga? Sind wir nicht alle Arthur?





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