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12.05.2015
  Von: Nadine Schuster, Julia Jackermaier, Melanie Schuster (Moosburger Zeitung)

Lob vom Fachmann

 

Gymnasiastinnen interviewten Historiker Speckner bei Stalag-Gedenkfeier

Am 25. April fand die Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des Stalags VIIA Moosburg vor 70 Jahren statt. Einer der Ehrengäste war Hubert Speckner, ein Historiker aus Wien, der sich besonders mit Kriegsgefangenenlagern auseinandergesetzt hat. Am Ende der Gedenkfeier interviewten ihn drei Schüler des Karl-Ritter-von- Frisch-Gymnasiums Moosburg.

Wie sind Sie dazu gekommen Geschichte zu studieren?

Das hat mich schon immer interessiert. Unter anderem hatte ich auch mehrere gute Geschichtslehrer. Ich hatte das Glück, dass ich als einer der wenigen nach meinem Studium wirklich noch als Historiker arbeiten konnte. Dadurch bot sich mir die Möglichkeit, für zwei Monate in einem Militärarchiv in Breisgau und einen Monat in einem Archiv in Washington Originalakten durchzuarbeiten.

Wie sind Sie darauf gekommen, über Kriegsgefangenenlager ein Buch zu verfassen und woher bekommen Sie ihre Informationen?

Ein Professor meiner Universität gründete eine Arbeitsgruppe und hat mir den Vorschlag gemacht, ich solle mich mit der Geschichte der Kriegsgefangenenlager in Österreich beschäftigen. Das hat mich sofort interessiert. Zu den Informationen über dieses Thema gelange ich fast ausschließlich durch Archivarbeit und teilweise auch durch Zeitzeugengespräche. Erschwert wird die Situation dadurch, dass es kaum Sekundärliteratur dazu gibt.

Haben Sie persönliche Erfahrungen mit Kriegsgefangenen gemacht?

Ja, mein Großvater war Kriegsgefangenenaufseher bei der Wachmannschaft. Er hat mir immer erzählt, dass er es gut gehabt hat, da er aus Altersgründen nicht mehr auf dem Feld eingesetzt werden konnte. Durch meine Arbeit lernte ich auch viele französische, russische und amerikanische Kriegsgefangene kennen.

An welchen Themen arbeiten Sie aktuell?

Momentan setze ich mich besonders mit Südtirol und dessen Geschichte auseinander. Dazu habe ich bereits zwei Bücher publiziert und arbeite aktuell an dem dritten. Insgesamt habe ich mich bereits mit drei großen Themenbereichen beschäftigt, der Kriegsgefangenschaft, mit den Einsätzen des österreichischen Bundesheeres und mit der Geschichte Südtirols.

Was soll Moosburg Ihrer Meinung nach aus dem Stalag-Erbe machen?

Ich finde es schon einen tollen Schritt, dass die Baracken unter Denkmalschutz stehen. Für einen Teil der Baracken, welche nicht bewohnt sind, gibt es bereits Pläne, dort ein Forschungszentrum einzubauen. Dies halte ich für eine sehr gute Idee, da dadurch junge Forscher vor Ort arbeiten könnten. Denn ich halte es für besonders wichtig, sich über das Gelände zu informieren, damit man sich die damalige Situation besser vorstellen kann.

Wie sind Sie darauf gekommen, die Veranstaltung in Moosburg zu besuchen?

Die Veranstalter haben gefragt, ob ich eine Rede halten würde. Diese Einladung habe ich sehr gerne angenommen.

Wie hat Ihnen die Gedenkfeier gefallen?

Sensationell! Das ist einzigartig. Sowas gibt es in Österreich nicht. Dies hat meine Erwartungen übertroffen. Ich bin völlig überwältigt, so eine Feier habe ich noch nie erlebt. Erst als ich das Informationsmaterial erhalten habe, wurde mir klar, in welchem Umfang diese Feier ausgetragen wird. Herausragend!

Herr Speckner, wir danken Ihnen für das Gespräch.





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