Home | Sitemap | Kontakt | Impressum | Nachrichten | intern | Pressespiegel 

Informationen        Schulleben        Lehrer        Schüler        Eltern        









04.05.2009
  Von: Niko Firnkees (Moosburger Zeitung)

Ergreifende Interpretation großer Werke

 

Deutsch-französisches Projekt im Münster – Zwei grundverschiedene Dirigenten

Über 100 Sänger aus München und Moosburg meisterten die „Cäcilienmesse“

Mehr Ballett als Dirigat gab es vom Dirigenten Pascal Oddon zu sehen

Präzise und intensiv: Zoltán Ambrus

Das Solistentrio und der Dirigent (v.l.): Wolfgang Hansjakob, Zoltán Ambrus, Angela Schwaiger und Hans Walter (Fotos: fi)

Moosburg.Einen musikalischen Höhepunkt der Zusammenarbeit mit Bry-sur-Marne durften die zahlreichen Besucher des Kastulusmünster am Samstagabend erleben: Chorisch und instrumental erklang ein zweistündiges Programm von erlesenem Niveau. Gleichzeitig verabschiedete sich das Münster bei der Gelegenheit würdevoll in die mehrere Monate andauernde Renovierungsschließung.

Unterschiedlicher hätten die beiden Dirigenten nicht sein können: Pascal Oddon leitete „Les Violons de Bry“. Der Geiger am Rundfunksinfonieorchester in Paris und Musikpädagoge ist Anhänger der Methode des Franko-Kanadiers Claude Letourneau und das sah man ihm an: Imitation und Körpersprache stehen dabei im Mittelpunkt. Oddon hüpfte auswendig dirigierend mit fast regungslosem Gesicht herum wie eine Mischung aus Schachterlteufel, HB-Männchen und Rumpelstilzchen. Gewöhnungsbedürftig war die optische Show schon, aber man hätte auch als Tauber sofort gewusst, wie die Musik klingt. Oddon agierte nämlich ungewöhnlich präzise und klebte mit seinen Bewegungen förmlich an der Musik, ja er führte eine Art skurriles Ballett zur Musik auf.

Die Musiker aus Bry und einige deutsche Mitspieler musizierten ein Streicherkonzert Vivaldis mit Verve und gestalteten über alle drei Sätze hinweg einen kompakten Klang. Der erste Satz aus Bachs d-Moll-Konzert folgte. Ho Hsuang Feng und Camille Desnoyers überzeugten mit einem Solo, das dank der technischen Beherrschung viel Platz für ein musikalisch austariertes Korrespondieren eröffnete. Mit d-Moll und Mendelssohns siebter Streichersymphonie ging es weiter. Sie meisterten die intonationstechnisch heiklen Unisono-Stellen des ersten Satzes überzeugend sauber. Wuchtige Bassschläge im dritten Satz gemahnten bereits eher an ein Scherzo, bevor man das Finale feinnervig und fast ohne Schlussritardando ausgestaltete.

Zoltán Ambrus leitete anschließend die Aufführung von Gounods „Cäcilienmesse“. Den Schulchören vom Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium und dem Bogenhausener Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium gelang es, die vom Komponisten vorgegebene, typisch französische Mischung aus Mystik und „Clarté“ nachzuempfinden. Groß angelegte Crescendi folgten auf verhaltene, von Demut kündenden Eröffnungen der Gloria und des Sanctus. Im Gloria-Anfang konnte auch die Abmischung zwischen dem Sopransolo und dem summenden Chorhintergrund überzeugen.

Das Sopransolo hatte Angela Schwaiger übernommen, die das flehende Moment und hochromantische Expressivität in ihren Parts vereinigte und Gounods kompositorische Nähe zur Oper des 19. Jahrhunderts eindrucksvoll herausstellte. Kontrastierend hierzu gestaltete Wolfgang Hansjakob die Tenorsoli mit viel Metall und tenoraler Schärfe. Hans Walter hatte als Bass seine große Stunde im Mittelteil des Credo, als er das „et incarnatus est“ mit düsterer Vorahnung sang, um anschließend das „crucifixus etiam pro nobis“ hämmernd wiederzugeben. Die anderen Soli und der Chor übernahmen seine Gestaltung und markierten insbesondere die hohe Silbe „fi-“ gleich dem Hämmern eines Nagels an das Kreuz. Einen Kontrast hierzu bildete das letzte „Osanna“ im Benedictus, das beinahe mit der Nüchternheit einer amtlichen Feststellung – bei Gounod wohl auchein Resultat von dessen Glaubensgewissheit – erklang. Ein majestätisches „Domine Salvam“ beendete Oddon zweimal: einmal regulärund einmal als Zugabe nach dem lange anhaltenden, stehenden Applaus.

Der grandiose Klang von Chor und Soli wurde durch das um Bläser und Pauken erweiterte Orchester ergänzt. Oddon führte seine Musiker nun als gut wahrnehmbarer Konzertmeister durch die technisch teils sehr anspruchsvollen Passagen. Ambrus hatte den Klangapparat mit gut 150 Mitwirkenden optisch unauffällig, aber präzise und mit Führungsqualitäten im Griff.

 





Naturwissenschaftlich-technologisches und Sprachliches Gymnasium
Albinstr. 5, 85368 Moosburg a.d. Isar
Telefon 08761 7227 - 0; Telefax: 08761 7227 - 27
www.gymnasium-moosburg.de; infono_Spam (at) noSpam$gymnasium-moosburgde

test