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20.05.2009
  Von: Moosburger Zeitung

Armyhosen und Peacezeichen

 

Das Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium führt im Juli das Kultmusical „Hair“ auf

Fleißig geprobt wird am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium für die Aufführung des Musicals „Hair“

Das Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium in Moosburg befindet sich derzeit in einer Art Ausnahmezustand, steuert doch das Mammutprojekt Aufführung des Musicals „Hair“ unerbittlich auf seine Endphase zu. Zu sehen ist es am 8. Juli in der Stadthalle.

Dabei scheint es noch gar nicht so lang her zu sein, dass im April letzten Jahres die überfüllten Listen für das Sängercasting aushingen. Und irgendwie schien jeder mitmachen zu wollen, sei es im Chor, in der Band, in der Dramaturgie oder als Darsteller auf der Bühne. Die Schule badet in einer Art Mischung aus Vorfreude und Lampenfieber. Stefan Pellmaier, seines Zeichens Musiklehrer, Hauptinitiator und musikalischer Leiter des Musicals, kann mittlerweile nicht einmal mehr durch die Aula gehen, ohne von einer Horde Schüler belagert zu werden, die wissen wollen, ob die Tribeprobe stattfindet oder ob er noch einmal „ihren Song“ mit ihnen proben könnte.

Die dramaturgische Leiterin Inge Wachsmuth ist, wenn sie zwischen der Korrektur ihrer Deutschaufsätze und der Überarbeitung des zweiten Aktes ein bisschen Zeit findet, auf der Suche nach Armyhosen und Peacezeichen an einer Kette. Mittlerweile spricht sie ihre Schüler nicht mehr mit Namen an, sondern mit dem ihrer Rolle. Aber irgendwie tun das alle. Aus Sabrina und Andreas sind Sheila und Claude geworden – keiner merkt’s, keinen stört’s.

Das Love-Rock-Musical „Hair“ hat alle mit Haut und Haaren vereinnahmt. Ungefähr drei Stunden pro Woche ist jeder Mitwirkende beschäftigt, Tendenz steigend, eine obere Grenze gibt es nicht. Und alle tun es gern. Denn die Story und die Songs sind einfach mitreißend: „Frieden wird die Planeten leiten und Liebe wird die Sterne führen“. Das ist der Traum, dem sie alle nachhängen, die Hippies, die zusammen in New York leben, frei nach dem Motto „Make love, not war“, mit langem Haar, ohne Regeln und Tabus. Sie sind gegen den Krieg, Konventionen, Vorurteile und Zwänge, allen voran Berger, der Anführer des Stammes.

Es könnte alles so perfekt psychedelisch sein für ihn und seine Leute: für Claude, der alles Alte ablehnt, unsichtbar sein will und vorgibt, aus Manchester zu kommen; für Sheila, die Upperclass-Tochter, die vom Stamm zwar nicht akzeptiert wird, sich aber dennoch nicht davon abhalten lässt, die Flower-Power-Revolution zu verbreiten und Bergernachzusteigen; für Hud, den Schwarzen mit der großen Klappe, der Amerika am liebsten schokobraun sähe, und seinen Kumpel Woof, Pflanzer, der zwar nicht schwul ist, aber trotzdem auf Mick Jagger steht; für Jeanie, die verzweifelt in Claude verliebt ist, sich aber von einem Crackjunkie hat schwängern lassen; für Chrissy, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Freund Frank ist; für Dionne, Hubert, Paul, Leata, Steve, Ronny, Walter, Hiram, Suzanna, Emmaretta, Mary, Diane, Marjorie, Linda und Natalie. Sie treiben im Haschischrausch in ihrer Welt dahin, bis Claude einen Einberufungsbefehl erhält.

Hin- und hergerissen zwischen seiner patriotischen Pflicht und seinem Ekel vor Kriegsgräueln sucht er Rat bei Berger, der die ganze Sache aber nicht wirklich ernst nimmt. Es kommt für ihn überhaupt nicht in Frage, dass Claude zu einem mordenden, vergewaltigenden Soldaten wird. Claude verzweifelt zunehmend, da die anderen ihm zwar durchaus Tipps geben, von wegen „Einberufungsbefehl verbrennen“ oder „nackt auf der 42. Straße tanzen“, ihm aber nicht helfen können. Die Verpflichtung dem Vaterland gegenüber, die Claude von seinen Eltern eingeimpft bekommen hat, ist den friedliebenden Blumenkindern völlig fremd. Sie tauchen alle zusammen ab in bunte Scheinwelten, surreale Trips und versuchen die Welt zu vergessen. Doch die harte Realität holt sie gnadenlos aus ihren Seifenblasenträumen, als Claude sich entgegen allen Bitten dafür entscheidet, nach Vietnam zu gehen, und damit sein Schicksal besiegelt. Und so fordern sie schließlich alle nur noch Sonnenschein. Liebe. Und Frieden. Endlich Frieden.

Wer könnte da widerstehen? Sogar die Abiturienten reißen sich für eine Stunde los von ihren Büchern und tun, was sie können. Denn bis zur Premiere am 8. Juli in der Stadthalle in Moosburg ist es nicht mehr so lange hin. Der Vorverkauf startet bereits am 24. Mai.

 





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