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02.12.2013
  Von: Anja Hauck

Stellvertretender Leiter der JVA Landshut informierte über den Alltag „hinter Gittern“

 

Am Montag, dem 02.12.2013, berichtete Herr Marcus Hegele, seit 2007 stellvertretender Leiter der JVA Landshut, den beiden Ethikkursen der Q12 von seinem Berufsalltag „hinter Gittern.“ Da im Rahmen des Semesterthemas „Recht und Gerechtigkeit“ in 12/1 auch das Thema „Aufgaben des Strafvollzugs“ angesprochen wird, nahmen die Schüler die Gelegenheit gerne wahr, eine Stunde-lang mit dem Experten zu diskutieren und Fragen zu stellen.

Auf die Frage, wie eine Zelle eingerichtet sei, erfuhren die Schüler, dass auf 8 Quadratmetern ein Bett, ein Tisch sowie eine Schrank und ein Waschbecken Platz fänden. Einen Fernseher gebe es nur gegen einen monatlichen Mietpreis von 17 Euro. Wenn man bedenkt, dass der Stundenlohn eines Häftlings 2 Euro beträgt und nur drei Siebtel des Lohns für persönliche Bedürfnisse ausgegeben werden dürfen, sei das viel Geld.

Zu den Aufgaben des Strafvollzugs wurde Folgendes festgehalten: Art 2 des am 1.Januar 2008 in Kraft getretenen Bayerischen Strafvollzugsgesetzes lautet: „Der Vollzug der Freiheit dient dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten. Er soll die Gefangenen befähigen, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Diese Bestimmung enthält neben dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten die Verpflichtung während des Vollzugs einer Freiheitsstrafe alles Vertretbare zu unternehmen, das dazu führen kann, den Inhaftierten vor einem Rückfall in Straffälligkeit zu bewahren und ihn für ein künftiges Leben in sozialer Verantwortung vorzubereiten. Diese Prämisse wirke sich natürlich auch auf den Tagesablauf der Gefangenen aus, führte Hegele aus. Bei den Bemühungen um die soziale Wiedereingliederung von Verurteilten komme der Hinführung zu einer geregelten Arbeit eine entscheidende Bedeutung zu. Die Gefangenen arbeiten in Eigenbetrieben der Anstalt, in geeigneten Fällen in Außenbeschäftigung oder als Freigänger. Auch der beruflichen Bildung der Gefangenen kommt eine entscheidende Rolle zu. Daher stehen heute in den bayerischen JVAs insgesamt rund 870 qualifizierte berufliche Ausbildungsplätze zur Verfügung, davon knapp 560 im Erwachsenen- und über 310 im Jugendvollzug. Im Bayerischen Vollzug sind außerdem alle Arten von Schulabschlüssen möglich, sowie auch die Aufnahme eines Studiums. Im Rahmen der Resozialisierung komme eine besondere Bedeutung dem Übergangsmanagement in Form einer Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen zu.

„In Bayern gibt es keine Substitution für Drogensüchtige“, war Marcus Hegeles Antwort auf die Frage, wie man im Gefängnis mit Drogensüchtigen umgehe. Außerdem hingen die meisten Taten mit Drogen zusammen. Die Gefangenen seien sehr einfallsreich, wenn es um das Schmuggeln von verbotenen Substanzen in die JVA gehe.

Im Anschluss wurde geklärt, wie lange eigentlich „lebenslang“ wirklich sei und welches Verhalten sich vollzugskürzend auswirke. Auch interessierte die Schüler, wie ein Justizvollzugsbeamter die Objektivität angesichts von Sexualstraftaten wahren könne. Überrascht waren die Schüler, dass „nur“ 28% der Inhaftierten Ausländer seien, insgesamt habe Bayern 12 000 Gefangene bei 12 Millionen Einwohnern.

Auf die Frage, was Hegele vom Kinofilm „Picco“ halte, der zum Teil in Landshut gedreht worden sei, sagte er: „‘Picco‘ ist ein Film, der aufschreckt. Er enthält drastische Darstellungen und handelt von einem Einzelfall.“ Es sei wichtig im Gefängnis „Opfertypen“ vor gewaltsamen Übergriffen zu schützen.

Zum Abschluss diskutierte die Gruppe dann über die Problematik hinsichtlich der Sicherungsverwahrung.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Hegele für die informative, aber dennoch kurzweilige Fragestunde!





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