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10.07.2009
  Von: Bianca Spanier (Moosburger Zeitung)

Grandioser Zeitsprung in die Hippieszene

 

120 Akteure des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums führen das Musical „Hair“ auf

Moosburg.Eine grandiose Premiere feierte die Inszenierung des Musicals „Hair“ am Mittwochabend in der Stadthalle. Schulleiterin Karolina Hellgartner sprach vor großer Kulisse allen Beteiligten ihren Dank aus. Die rund 120 Akteure des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums schafften mit einem Feuerwerk an Farben den Zeitsprung in die Hippieszene und versetzten das Publikum in die Zeit der Flower-Power-Revolution, der Demos und des Vietnamkrieges.

Schon der erste anspruchsvolle Song, „Aquarius“, meisterhaft gesungen von Ronny (Verena Pietsch/ Eva Stuckenberger), der den Rahmen des Stückes bildete, entführte das Publikum in eine mystische Sphärenwelt der Planeten, die durch nichts aus der Bahn zu bringen sind. „Frieden wird die Planeten leiten und Liebe wird die Sterne führen“ – diesem Traum hängt der Tribe, ein bunter Haufen von New Yorker Hippies mit langen Haaren, Blumenketten und bemalten Schlaghosen, nach, nach dem Motto: „Make love, not war“. Tabus gibt es keine, Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden.

Coolness und Gänsehaut
„Hi, mein Name ist George Berger, aber nennt mich lieber Cheeseberger, Aufreißerberger, Banana- Berger“, so stellte sich der Anführer des Tribes, Matthias Berger, vor, der gesanglich glänzte, männlichen Charme und eine lässige, unerbittliche Coolness verkörperte, die man ihm wirklich abkaufen konnte und die nur durch den herzergreifendenSong „Easy to be hard“ von Sheila (Sabrina Wagensonner/Sophie Schmid) für Sekunden gebrochen werden konnte. Die Upperclasstochter verbreitet die „Flower Power Revolution“, würde so gerne dazugehören, wird es aber nie, ist so scharf auf Berger und wird doch von allen nur belächelt oder herumgestoßen. Ihre bewegende Stimme ließ Gänsehaut aufkommen.

Und dann ist da noch Claude Hooper Bukowski, „eine Nummer, wie alle“ und „die schönste Bestie in the jungle“, der eigentlich nur auf der Suche nach sich selbst ist, nicht zu seinen Idealen stehen kann und so gerne unsichtbar sein will. Nicht nur gesanglich bot Andreas Ertl eine tolle Show, auch schauspielerisch lieferte er eine klasse Performance – man konnte die Angst in seinen Augen lesen, als er allmählich begriff, dass er unweigerlich dem Tod entgegen gehen wird. Hud (Johannes Ehrmaier), der Schwarze mit der großen Klappe und den dreckigen Sprüchen, überzeugte durch Witz, feurige Ausstrahlung und vor allem durch Stimmkraft: „I’m black“, das war sein Song. Fehlt noch sein abgedrehter Kumpel Woof (Leopold Strey), der Pflanzer, der zwar nicht schwul ist, aber „gerne mit Mick Jagger ins Bett steigen“ will.

Tante aus der Tonne
Für viele Lacher sorgte Jeanie (Theresa Grabinger/Lisa Riedermayr), die Klatsch- und Tratsch- Tante aus der Mülltonne, die über alles immer bestens informiert ist. Crissy (Anette Horsch), die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Freund Frank ist, berührte durch ihren gefühlvollen Titel „Frank Mills“ und auch Dionne bewegte das Publikum mit einer einzigartig schönen Stimme (Ramona Schmidbauer/Lorena Aschenbrenner).

Aber erst das Zusammenwirken und die Interaktion von Hauptdarstellern und Tribe, der im Haschischrausch in einer eigenen Welt treibt, bis Claude einen Einberufungsbefehl erhält, brachte den Drive auf die Bühne, der schnell auf das Publikum überschlug, das stellenweise auch aktiv mit einbezogen wurde. Nichtsdestotrotz nimmt die Handlung ihren dramatischen Verlauf und der tragische Held, Claude, ist hin- und hergerissen zwischen seiner patriotischen Pflicht und seinem Ekel davor, zu einem „mordenden, vergewaltigenden Soldaten“ zu werden. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und auch seine Kumpels können Bukowski in seiner Verzweiflung nicht wirklich helfen, leben sie doch in ihrer unerschütterlichen Traum- und Drogenwelt – einer Scheinwelt.

Eltern sind Realität
Doch die Realität, verkörpert durch die Väter und Mütter, die auf Claude einreden, holt sie schließlich ein. Claude, der zwar ein Mensch, aber eben nur eine Nummer ist, wird wie ein räudiger Köter im schmutzigen Krieg erschossen und ist nun tatsächlich unsichtbar.

Doch das strahlende Finale „Let the sun shine“, das besonders durch die Tanzgruppe einmalig wurde – sie ließ die Zuschauer frieren und wärmte kurz darauf durch die aufgehende Sonne – zeigte deutlich: Es geht weiter im friedlichen Kampf für Sonnenschein, Liebe und Frieden. Deshalb tauchten sie alle schlussendlich wieder ab in die Planetensphäre mit „Aquarius“.

Unkosten eingespielt
Dieses Musical haut rein, man kann es nicht anders sagen. Schauspieler, Sänger, Tänzer geben alles. Besonders die Interaktion von Tribe, Hauptdarstellern und der Tanzgruppe perfektioniert die Show. Alle hatten für diese Aufführung, die heute und am Samstag erneut zu sehen ist, große Entbehrungen in Kauf genommen, waren sogar noch mit zwei Bussen zum Abschlusstraining nach Nürnberg gereist und haben das Risiko eines möglichen finanziellen Flops getragen. Doch bereits am ersten Abend konnte Pellmaier verkünden, dass die Unkosten eingespielt werden können.

Fakt ist: Es hat sich gelohnt. So entstand in einjähriger Vorbereitungszeit und mit einem gigantischen Budget von 25000 Euro ein wahrhaftes Meisterwerk, da waren sich die rund 700 Premierengäste einig. Beim minutenlangen Applaus standen am Ende alle Zuhörer, unter ihnen auch MdL Dr. Florian Herrmann, Schulleiterin Karolina Hellgartner und ihr Vorgänger, Wolfgang Hansjakob.Bianca Spanier

Viele Helfer

Moosburg. Dank galt nach der Premiere von „Hair“ vielen Helfern. Sie haben für eine perfekte Ton- und Lichttechnik und ein tolles Bühnenbild – der selbstgebaute Riesenjoint war der Renner des Abends – gesorgt. Das Organisationsteam hat Managementtalent bewiesen. Sponsoren aus der Geschäftswelt, die Stadt Moosburg, das Landratsamt Freising, der Lions-Club und der Elternbeirat haben das Projekt überhaupt erst ermöglicht. Nicht gegangen wäre es ohne das Dramaturgieteam (Florian Marschall, Melissa Puscher, Bianca Spanier, Barbara Spindler) und Inge Wachsmuth, die mit jahrelanger Theatererfahrung Regie, Requisiten und Kostüme betreute; Studiendirektorin Rotraud Grottenthaler hat die einmaligen Choreographien mit der Tanzgruppe einstudiert; die Kunstlehrer Stephan Görgner und Andreas Feiber kreierten Bühnenbild, Plakate und Flyer; Lehrer unterstützten die Probenarbeit. Die fachliche Gesamtleitung hatte Musiklehrer und Musiker Stefan Pellmaier, der außerdem noch die Band und den Gesang betreute und somit wohl seine ganze Freizeit für das Musical opferte.





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