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28.06.2012
 

Exkursion der Ethikkurse der Q11 zum Naturgarten Schönegge

 

Am 28. Juni 2012 unternahmen wir, die beiden Ethikkurse der Q11 gemeinsam mit unseren Lehrern Anja Hauck und Gerhard Meindl eine Exkursion zum Naturgarten Schönegge in Meilendorf bei Nandlstadt, um einen Einblick in den Ökolandbau zu bekommen.

Der Biobauer Horst Schönegge und sein Geselle erläuterten uns den Freilandbau, die Nutzung von Gewächshäusern, die Vermarktung der Produkte und gaben Einblicke in ihr soziales Engagement. Es war für alle Beteiligten ein sehr interessanter Vormittag. Und alles das, was nun folgt, haben wir an diesem Vormittag gelernt:

Ackerbau (von Robin Braun und Alex Gorochow)

Auf dem Ökobauernhof angekommen erzählten uns Horst und Manuel erst einmal etwas über den Acker, welcher sich insgesamt über eine Fläche von 3,1 Hektar (wobei 2 Hektar davon Pachtfläche sind) erstreckt und sich aus 4 gleich großen Flächen, auch Zellen genannt, zusammensetzt. Die Bauern nutzen dann jeweils eine Zelle für eine Gemüse-Art (Salate, Wurzelgemüse, Wurzelgemüse und Fruchtgemüse) und rotieren dann jedes Jahr durch, wodurch jedes fünfte Jahr wieder dieselbe Art Gemüse auf dem gleichen Feld steht. Da es um einen sogenannten Ökobauernhof handelt, wird auch entsprechend nur mit organischen Stoffen, sprich Pferdemist, Kompost oder auch Hornspänen und Horngries gedüngt und man verzichtet vollständig auf Chemie. Ziel ist dem Boden die Nährstoffe zurückzugeben, die er während der letzten Ernte verloren hat. Vor allem Kohl benötigt aufgrund des großen Fruchtkörpers eine Menge Nährstoffe.

Abgesehen von Nährstoffen brauchen Pflanzen aller Art auch noch Wasser und Licht. Letzteres kann man schlecht dosieren, doch für Wasser kann man sorgen. Man bewässert das Feld mit Kreisregnern und um Wasser und Energie zu sparen, tut man dies bevorzugt nachts, denn das Wasser verdampft nachts nicht so schnell wie tagsüber.

Der Boden muss zusätzlich pflanzfertig gemacht werden. Dies macht man durch verschiedene Maßnahmen. Zur Grundbearbeitung im Herbst gehört die Bearbeitung des Ackers mit der Spatenmaschine und dem Pflug. Im Winter hofft man auf kaltes Wetter, da dann das Wasser, das in den Boden gelangt ist, gefriert und dann durch die Ausdehnung den Boden regelrecht „sprengt“ und ihn dadurch besser als jeder Pflug durchmischt. Gemüse-Bauern haben außerdem eine Grundregel: „Kannst du den Boden kneten, darfst du ihn nicht betreten“, wodurch sie dann den Acker bei Frost sorgenfrei betreten können. Ist all das erledigt, beginnt die Handarbeit. Man muss pflanzen, fräsen und vor allem pflegen. Oft ist Hacken angesagt, zum einen um Unkraut zu beseitigen, zum anderen nach Regen um das Wasser unter die Oberfläche zu befördern, wo es nicht verdunsten kann, oder zur Auflockerung, um Sauerstoff in den Boden zu bekommen. Bei manchen Pflanzen, wie Kürbissen oder Zuchini verwendet man Bändchengewebe, eine wasserdurchlässige schwarze Folie aus feinem Gewebe, um Unkrautwuchs, Schädlingen und Wasserverdunstung entgegenzuwirken. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Folie ist, dass sich durch das dunkle Material der Boden unter der Folie aufheizt.

Natürlich geht nichts ohne eine gute Planung. Man greift zum satzweisen Anbau, damit man über eine lange Zeit über stets frische Produkte hat. Was hätte man denn davon, wenn man alles auf einmal anbaut und erntet? So werden z.B. 12 Salatsätze und ganze 15 Möhrensätze gemacht. Das bedeutet aber auch, dass man eine Menge Arbeit vor sich hat. Die Monate Mai bis Juli sind am intensivsten, wobei im August nur gepflegt wird. Geplant wird bereits im Dezember, denn man muss früh wissen, wann man was und wie viel man davon anbauen muss, um die maximale Ausbeute zu erhalten. Hierfür wird unter anderem auch ein von Horsts Bruder geschriebenes Programm verwendet. Der letzte Punkt war dann noch der Pflanzenschutz, der sich bei einem Ökobauernhof stark von dem bei einem konventionellen unterscheidet. Man darf natürlich keinerlei chemische Produkte verwenden. Stattdessen verwendet man dann umweltfreundliche Schutzmittel, wie in Wasser aufgelöste Kernseife oder Keudosahn. Eine weitere Schutzmethode ist das Kulturschutznetz, ein feinmaschiges weißes Netz, das über die Pflanzen gespannt wird (hauptsächlich bei Kohl) und sie somit vor „Schädlingen“ schützt. Von Horst hörten wir am Ende seines Vortrages noch, dass man beim Ökolandbau lernen muss mit Schädlingen zu leben, denn „die Natur kennt keine Schädlinge“.

Gewächshäuser (von Clemens Detsch und Emanuel Hofer)

Es gibt viele verschiedene Arten von Gewächshäusern. 2 davon hat der Biobauer uns vorgestellt:

  • die Blockbauweise:
    Diese kann man sich vorstellen wie einen Kasten, die Pflanzen sind dann von Stegplatten eingeschlossen
  • den Folientunnel:
    Eine Art halber Zylinder aus Folie, eine modernere Methode, die noch mehr Isolation und damit mehr Wärme im Inneren verspricht

Beide haben Lüftungsmöglichkeiten, um im Sommer eine angemessene Luftfeuchtigkeit und Temperatur zu gewähren.

Die Gewächshäuser werden bis Februar sparsam beheizt, dort befinden sich im Winter 2-3 Kulturen. Ab Mai werden dann Bohnen, Tomaten, Paprika und Gurken angebaut. Wichtig hierbei ist, dass diese vor Schädlingen geschützt werden. Da wir uns auf einem Biobauernhof befinden, werden selten chemische Pestizide und Herbizide benutzt. Deswegen bedeckt man die Pflanzen mit einer Luftpolsterfolie, diese schützt sie vor Schädlingen und ist dennoch wasser- und luftdurchlässig. Daneben gibt es noch natürliche Schädlingsbekämpfungsarten, wie z.B. Schlupfwespen gegen weiße Fliegen und Raubmilben gegen Flaumfliegenlarven. Der sparsame Umgang mit Wasser ist auf dem Bauernhof selbstverständlich. Aus diesem Grund benutzt man eine sehr moderne Bewässerungsmethode, nämlich die Tröpfchenbewässerung, die einzelne Tröpfchen von oben auf den Zielbereich, die Wurzeln, fallen lässt. Diese Methode hat einen Wirkungsgrad von 95 %, zum Vergleich hat die Furchenbewässerung, eine häufige Methode in Spanien, einen Wirkungsgrad von 60 %. Hierbei wird also 8 mal mehr Wasser verschwendet.

Der soziale Aspekt bei der Gärtnerei Schönegge (von Lena Adelsberger)

Die Arbeitsgemeinschaft auf dem Hof setzt sich aus einer „Stammmannschaft“, welche die direkt am Hof lebende Gemeinschaft (um die 20 Familienangehörige und Arbeiter) umfasst, sowie aus den temporären Arbeitern wie Praktikanten und Gastarbeitern, zusammen.

Der direkt an der Gärtnerei gelegene Zeltplatz soll für Menschengruppen aller Art offenstehen, jeder kann hier jederzeit zelten und die zur Verfügung stehenden Anlagen wie Küche, Toilette und Duschen, nutzen.

Jährlich finden hier Zeltlager statt, welche sich über je eine Woche erstrecken. Die Kinder werden in dieser Zeit betreut, versorgt und bekommen Einblicke in die Gemüse- Ernte.

„Unsere Gärtnerei soll offen sein“- diesem Leitsatz getreu folgt die Gärtnerei ebenso bei der Zusammenarbeit mit der Fröbelschule Freising.

Regelmäßig werden hier Außenklassen, also Schulklassen mit beeinträchtigten Kindern, betreut und, soweit dies möglich ist, in die Arbeitsabläufe eingewiesen.

Ziel dieses Projektes ist es, die Schüler sowohl in die Arbeit, als auch in die soziale Gruppe einzugliedern.

Eine weitere Möglichkeit, das Leben am Hof und die ökologische Arbeit aus der Nähe betrachten zu können, sind Praktika, die hier bis zu 18 Wochen für jede Art Schülergruppe angeboten werden.

Als eine besondere Art Praktikum werden hier sogenannten „Integrationspraktika“ angeboten, Praktika mit pädagogischem Hintergrund für Problemkinder oder Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen.

„WWOOFen“- auch diese Art von Arbeitsverhältnis wird an der Gärtnerei Schönegge angeboten:

Es ermöglicht Jugendlichen, die Welt außerhalb ihres Zuhauses und Landes zu erkunden und insbesondere die ökologische Landwirtschaft näher kennen zu lernen.

Unterkunft und Essen wird ihnen somit am Hof gewährt, als Gegenleistung müssen sie täglich ein paar Stunden Arbeit am Hof leisten- ganz nach dem Motto „Farm and Travel“.

Wer nun Gefallen an Biogemüse gewonnen hat, und dieses nun auch im eigenen Garten anbauen will, für den hatte der Biobauer noch einen Buchtipp „Gärtnern und Ackern ohne Gift“. – Na dann los!





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